Wochenbett: Erfahrungsbericht einer Leserin – Ein unromantisches Paradebeispiel

11. Oktober 2017 -



Wir freuen uns Euch den ersten Beitrag einer Babytalkleserin vorstellen zu können, die gerne ihre Erfahrungen mit dem Wochenbett mit Euch teilen wollte. Über unsere Facebookseite kommentierte sie unseren Wochenbettbeitrag, denn es ist nicht immer alles „Friede, Freude Eierkuchen“. Aber lest selbst.

Und Vielen Dank an Christina für diesen Einblick!


Das Wochenbett war für mich eine sehr intensive Erfahrung. Als ich vom Krankenhaus nach Hause kam sagte mir keiner, dass hier das Wort Chaos eine ganz neue Bedeutung erhalten würde.

Wochencouch statt Wochenbett hätte es besser getroffen

Die ersten 5 Wochen tat ich nichts außer auf der Couch zu liegen und 20 Stunden am Stück zu stillen. Diese Stillerei hat mich so entkräftet – ich war einfach nur fertig. Ich lag nicht auf der Couch, ich war die Couch!

Ich war die Insel von der sich mein Zwerg nicht weglegen lies, während mein Lebensgefährte versuchte irgendwie unseren Haushalt zu meistern und gleichzeitig schon nervös war, was er mir jeden Tag kochen sollte.

Wenn unser Schatz mal nicht auf mir schlief, ging das Geschrei los. Stundenlang dieses weinende Baby – niemand sagt dir, das Neugeborene so lang schreien können.

Es wird nur immer erzählt, wie toll das Wochenbett doch sei – Tag und Nacht im Bett zu liegen und den Kleinen zu betrachten. Ich lag keinen einzigen Tag verliebt im Bett und genoss das Wochenbett.

Für mich war es die Hölle auf Erden. Das Wochenbett war für mich ein Meer der Gefühle, ein ständiges auf und ab. Ich musste mich oft den Wellen hingeben, denn die schwappten auch so manches mal über.

Gedankenkarussell

Alle Gedanken schossen mir durch den Kopf: Ich vermisse die Zweisamkeit zu meinem Partner. Mein Baby ist das schönste Kind der Welt. Werden wir das alles schaffen?!

Wie lange halt ich das weinende Baby noch aus, ohne selbst komplett in Tränen auszubrechen. Tu ich mir das nochmal an?! Ich hab so viel geweint wie noch nie in meinem Leben.

Ich fühlte mich oft alleine und doch war ich gleichzeitig die glücklichste Mama auf Erden. Mein Partner war total überfordert. Das weinende Baby , die heulende Mama und der Haushalt, der Wocheneinkauf und das Planen der nervigen Besuche.

Selbstvorwürfe

Ja genau nervigen!!! Es ist absolut zum Kotzen jeden Tag jemanden auf der Matte stehen zu haben während die Wohnung eh schon ein totaler Müllberg ist.

Es war so extrem chaotisch bei uns, dass ich mich geschämt habe, wenn jemand zu uns kommen wollte. Die Leute erwarten ja eine frische, glückliche Mama, die ihnen das dauerschlafende Baby reicht, während sie Kaffee kocht und den Gästen Kuchen anbietet.

Wie dem auch sei, ich hatte das pure, authentische Wochenbett mit vielen Höhen und Tiefen. Ich konnte das pure Leben im Haus spüren und bin stolz diese Zeit überstanden zu haben.

Liebe Grüße Eure Christina Watzinger (Babytalk – Leserin)

Beitragsfoto: Boryana Manzurova / shutterstock

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