Was Du über das KiSS-Syndrom wissen solltest

Was Du über das KiSS-Syndrom wissen solltest

, September 5, 2019

Nachfolgend erfährst Du, was man unter dem KiSS-Syndrom versteht, wie man es erkennt und wie es behandelt werden kann.

Übersicht

Das KiSS-Syndrom

  • Bedeutung
  • Anzeichen
  • Ursachen
  • Diagnose
  • Folgen
  • Behandlung
  • Kostenübernahme

Wofür steht „KiSS-Syndrom“

Die Abkürzung KiSS steht für kopfgelenkinduzierte Symmetrie-Störung. Dabei handelt es sich vereinfacht gesagt um eine Fehlstellung der ersten beiden Halswirbel. In den 50er Jahren wurde es unter dem Begriff Atlasblockiersyndrom bekannt. Der Name rührt daher, dass der 1. Halswirbel auch Atlas genannt und der 2. Halswirbel (Axis) in diesen Fällen durch eine Fehlstellung blockiert sind.

Die durch die Blockade der Halswirbel auftretenden Schmerzen probiert das Baby durch eine asymmetrische Haltung entgegenzuwirken, was zu zahlreichen körperlichen Entwicklungsstörungen führen kann. Vermutlich kommt es bei jeder 10. Geburt zu einer Halswirbelfehlstellung. Auch wenn dieses Syndrom mittlerweile bekannter ist, bleibt es noch häufig undiagnostiziert.

Woran kannst du das KiSS-Syndrom erkennen

Viele Symptome, die beim KiSS-Syndrom auftreten können, können auch andere Ursachen haben. Unsere Liste der KiSS-Syptome sollte deshalb mit Vorsicht gelesen werden: So ist nicht jedes Baby, das viel weint und gerne auf einer Seite schläft, ist automatisch von KiSS betroffen.

Typische Anzeichen für ein KiSS-Syndrom sind:

  • Das Baby schreit häufig, insbesondere bei Bewegung oder wenn es zum Halten hochgenommen wird
  • Das Baby hat Trinkprobleme und Schluckstörungen
  • Das Kind dreht sich beim Wickeln vor allem zu einer Seite hin
  • Das Baby bevorzugte beim Liegen vor allem die Bauchlage
  • Einseitige Stillprobleme
  • Die Haltung ist ungewöhnlich schief
  • Das Baby bevorzugt beim Schlafen und Liegen eine Seite
  • Das Baby ist unruhig, schläft schlecht ein und wacht häufig auf
  • Unreife Hüftgelenke des Neugeborenen
  • Kopfhalte- und Kopfdrehschwäche
  • Berührungsempfindlichkeit, insbesondere beim Hochheben (kleine Babys reagieren häufig mit Schreien oder Weinen)

In den seltensten Fällen treten diese Anzeichen für das KiSS-Syndrom zeitgleich auf. Die auffälligsten Symptome sind, die Bevorzugung einer Brustseite sowie die Bevorzugung einer Körperseite beim Drehen.

Ursachen des KiSS-Syndroms

Während der Schwangerschaft kann es infolge einer Steiß- oder Beckenendlage zu Blockaden der Halswirbelsäule kommen.

Die häufigsten Ursachen sind einer traumatischen Geburt geschuldet, wenn das Köpfchen des Ungeborenen unter hohem Druck durch den engen Geburtskanal der Mutter gepresst wird. Oder aber während der Geburt, wenn das Baby Drehbewegungen durchführt, die das Kopfgelenk stark belasten.

Risikofaktoren sind eine Saugglocken- oder Zangengeburt, sowie Notfall-Kaiserschnitte und Zwillingsgeburten und nicht zuletzt schnelle Geburten und ein hohes Geburtsgewicht.

So wird das KiSS-Syndrom diagnostiziert

Nicht alle Kinderärzte kennen das Syndrom. Es kann deshalb sein, dass dein Arzt nicht der richtige Ansprechpartner ist, wenn Du glaubst, dass Dein Baby an dieser Halswirbelfehlstellung leidet. Es gibt viele Heilpraktiker, Chiropraktiker, Osteopathen und Physiotherapeuten, die sich auf das KiSS-Syndrom spezialisiert haben.

Wie macht sich ein „unerkanntes“ KiSS-Syndrom bemerkbar

Dem KiSS-Syndrom werden in der Folge weitere Beschwerden zugeschrieben: Zu diesen Beschwerden gehören eine erschwerte motorische Entwicklung, ein verminderter Wachstum, eine ausbleibende Gewichtszunahme, sowie HNO-Probleme.

Sofern es im Säuglingsalter nicht behandelt wird, tritt das sogenannte Kidd-Syndrom auf. Kidd-Syndrom bedeutet Kopfgelenk-induzierte Dyspraxie/Dysgnosie (Dyspraxie bedeutet die Unfähigkeit zum Ausführen erlernter Bewegungen, Dysgnosie steht für eine gestörte Wahrnehmung).

Bei Kindern im Schulalter verlagert sich die Symptomatik hin zu Lern- und Konzentrationsschwierigkeiten, sowie Wahrnehmungsstörungen, Hyperaktivität oder Aggressivität bis hin zu Kopfschmerzen und Haltungsschwächen.

Falls das KiSS-Syndrom bis zum Erwachsenenalter nicht behandelt wird, kann zu Halswirbelsäulenbeschwerden, chronischen Rückenschmerzen, Bandscheibenvorfällen, Ohrgeräuschen, Schwindel, Bewegungs- und Gleichgewichtsstörungen führen.

Behandlung des KiSS-Syndroms

Sobald dieses Syndrom diagnostiziert wird, kann es auch behandelt werden. Bei vielen Kindern reicht bereits eine einmalige Behandlung, um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erhalten. Eine weiterführende osteopathische Behandlung kann als unterstützende Maßnahme sinnvoll sein. Sofern die manuelle Therapie nicht den gewünschten Erfolg bringt, sollte im nächsten Schritt mit Krankengymnastik begonnen werden. Allerdings frühestens vier Wochen nach der manuellen Therapie.

Ziel der Behandlung ist es, die Fehlstellungen der Halswirbel des Babys zu korrigieren. Dafür übt der Therapeut/ Osteopath sanften Druck auf das Genick des Kindes aus und versucht mit manueller Therapie, die Verspannung im Halswirbelsäulenbereich zu lösen.

Kostenübernahme der Behandlung

Nicht jede Krankenkasse übernimmt die Behandlungskosten, dies hängt von der Art des Therapeuten und den Bestimmungen der Kasse ab. Mittlerweile übernehmen aber immer mehr gesetzliche Krankenkassen osteopathische Behandlungen bzw. manuelle Therapien.

Wir empfehlen vor einer Terminvereinbarung bei deiner Krankenkasse nachzufragen, ob sie und wenn ja, welche Formen der Therapie diese übernimmt.

Euer Deva (Babytalk-Autor)

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