Was kann mein Baby wann? Tipps zur motorischen Entwicklung

November 14, 2018 -



Die motorische Entwicklung von Kindern: Zunächst einmal ist es beruhigend zu wissen, dass sich Babys und Kleinkinder ganz unterschiedlich schnell entwickeln. Niemand braucht sich gleich Sorgen machen, wenn irgendwo geschrieben steht, mein Kind muss das und das mit so und so vielen Monaten können.

Während das eine Kind mit zehn Monaten seine ersten Schrittchen macht, beginnt das nächste gerade einmal mit 18 Monaten damit. So groß können die Unterschiede sein und liegen dennoch im Rahmen des Normalen.

In den ersten drei Jahren entwickeln sich Kinder am raschesten.

Dennoch schadet es nicht, sein Kind und gleichaltrige Spielkameraden aufmerksam zu beobachten. Auch das dazugehörige Fachwissen über die Entwicklungsschritte in den ersten drei Jahren hilft einem sich sicher zu sein: Es geht meinem Kleinen gut und es entwickelt sich seinem Alter entsprechend.

Denn sollte das Gefühl entstehen, das ein Kind sich anders entwickelt als seine Altersgenossen, muss das auf jeden Fall mit dem Kinderarzt, der Kinderärztin besprochen werden. Wer sich an die empfohlenen Untersuchungen hält, erfährt dort anhand der gestellten Fragen ohnehin in regelmäßigen Abständen, was sein Baby schon können „sollte“.

Fingerfertigkeiten entwickeln

Im ersten Lebensjahr lernen Babys bereits ihre Greiffähigkeiten zu entwickeln. Finger und Hände werden immer gezielter als Werkzeuge eingesetzt. Bis zum Ende des ersten Lebensjahres werden sie dabei immer geschickter. Auch die Koordination von Augen, Armen und Fingern klappt immer besser.

Im zweiten Lebensjahr verfeinert sich die so genannte Auge-Hand-Koordination und plötzlich gelingt der Pinzettengriff tadellos. Damit ist das Hochnehmen von Kleinstgegenständen wie Fuseln und Bröseln vom Teppich gemeint.

Das Kind zeigt nun auch Interesse mit dem Löffel zu essen und am Tisch aus dem Becher zu trinken. Auch wenn das alles noch nicht so klappt, Übung macht den Meister! Die Großen brauchen jetzt viel Geduld.

Auch Stifte kann das Kind schon greifen und erste Türme stapeln. Es schafft nun immer besser die Bewegungen des Handgelenks mit denen der Finger in Einklang zu bringen und ein Spielzeug gezielt von einem bestimmten Platz aufzuheben bzw. abzulegen.

Ein schönes Spiel ist in dieser Zeit, das Kind zu bitten, sein Spielzeug in der Hand von Mama (oder Papa) abzulegen. Einfach mal ausprobieren. Die Freude ist groß, wenn das Kind die Aufgabe erfolgreich erfüllt hat. Das schreit nach Wiederholung!

Mit zwei Jahren beginnt die Zeit des vermehrten Ausprobierens

Mit zwei Jahren sind Kinder schon recht gut in ihren Fingerfertigkeiten. Kein Wunder, dass sie jetzt immer mehr selbst ausprobieren wollen. Dazu gehören die Kleidungsstücke, die es sich gern probeweise auszieht. Hoppla, das geht ja ganz einfach!

Auch dicke Bilderbuchseiten sind im Nu umgeblättert, Bonbons aus ihrem Papier gewickelt und die „Malerei“ macht richtig Spaß. Das Kind beherrscht nun den Faustgriff oder Pinselgriff (mit den ersten drei Fingern).

Viel Spaß machen jetzt auch Fingerfarben und alle dickeren Farbstifte. Außerdem muss jetzt eine Matschküche her. Sand, Matsch, Teig, Knete, Wasser sind Materialien mit denen Zweijährige ihre motorischen Fähigkeiten wunderbar weiterentwickeln.

Ertasten und erfühlen helfen ihm beim Erproben der Hand- und Fingerfertigkeiten.

Im dritten Lebensjahr entfaltest sich die Feinmotorik

Jetzt geht es um die Festigung der Bewegungsabläufe. Die Wiederholungen der Bewegungen fördern die feinmotorische Entwicklung. Das Ausziehen einfacher Kleidungsstücke klappt immer besser. Zum Löffel gesellt sich beim Essen nun auch die Gabel hinzu.

Das Kind kann selbständig damit essen. Mit drei Jahren sind auch dünne Buchseiten kaum mehr ein Problem. Dreijährige benutzen die Fingerspitzen von Daumen, Zeige- und Mittelfinger zum Greifen. Jetzt wird das Basteln und das Bauen mit kleinen Teilen – etwa in der Größe von Duplosteinen – immer wichtiger.

Auch eine Holzeisenbahn kann jetzt selbst gebaut werden. Eltern sollten ihre Kinder zum Wiederholen der Bewegungen ermutigen. Kinder lieben diese Art der Herausforderung! Wer baut den höchsten Turm? Wer schafft die längste Eisenbahn?

Mit spätestens vier Jahren …

kann sich das Kind, wenn es das will, weitgehend selbständig anziehen. Beim Zeichnen sollte es den Stift jetzt richtig zwischen den ersten drei Fingerspitzen halten können und malt Männchen mit Füßen und Köpfen.

Aber auch andere Dinge wie Autos, Bäume, Blumen oder Häuser erscheinen auf dem Papier – vielleicht noch etwas unbeholfen, aber erkennbar.

Mit fünf Jahren…

kann das Kind mit einer Kinderschere auf einer Linie schneiden, große Buchstaben oder Zahlen malen – wobei es in dem Alter noch nicht wichtig ist, ob diese seitenverkehrt sind.

Motorische Entwicklung - Kind probiert aufzustehen

Die motorische Entwicklung vom Sitzen zum Gehen

Um den sechsten Monat herum beginnen die meisten Kinder mit einer Stütze zu sitzen, spätestens jedoch im zehnten Monat sitzen alle Babys in unseren Breitengraden frei und ohne Hilfe. Manche können sich schon lange davor auf die Seite drehen, manche tun dies erst mit knapp einem Jahr.

Die Wege, die Babys wählen, um sich in ihrer Beweglichkeit zu entwickeln, sind sehr verschieden. Nicht jedes beginnt nach Plan mit neun Monaten zu robben, dann zu krabbeln, um sich mit einem Jahr am Couchtisch hoch zu ziehen und sich dort entlang zu hangeln.

Es gibt Kinder die machen all das zeitgleich oder gar nichts davon und stehen eines Tages einfach auf und laufen los. Manche entwickeln ihre ureigene Art der Fortbewegung und rollen, rutschen oder schlängeln sich durchs Zimmer, bevor sie lernen frei zu gehen.

Die Zeitspanne für die Entwicklung motorischer Fähigkeiten ist enorm groß. Wie oben bereits erwähnt, tun die Schnellstarter ihre ersten Schritte bereits mit neun oder zehn Monaten. Mit 20 Monaten können es aber dann wirklich alle.

Manche Kinder konzentrieren sich in der Phase des Gehen lernens so sehr darauf, dass sie in anderen Gebieten mit der Entwicklung hinterher hinken. Diese Defizite sind aber schnell wieder aufgeholt und kein Grund zur Sorge.

Haus und Garten Kindersicher machen

Unterstützung brauchen die Kinder bei der Entwicklung dieser motorischen Fähigkeiten ohnehin nicht – sitzen und gehen lernen sie ganz von allein. Hilfreich ist es allerdings, wenn die Eltern sich darum kümmern, sämtliche Gefahren aus dem Weg zu räumen.

Jetzt ist es an der Zeit Haus und Garten wirklich kindersicher zu machen. Lauflernhilfen beschleunigen das Gehen lernen übrigens nicht – sie sind eher Aufbewahrungsort für Krabbelkinder und können ganz schön gefährlich werden, wenn das Kind mit ihnen im wahrsten Sinne des Wortes über das Ziel hinausschießt.

Wenn das Kind sicher frei läuft, heißt es ab nach draußen. Jetzt geht es darum sich auszuprobieren, auf verschiedenen Böden wie Sand, Erde, Kies, Gras oder Hackschnitzel zu laufen. Also nichts wie ab auf den Spielplatz, in den Wald oder in den Park.

Was es alles zu lernen gibt? Sich im Kreis drehen, Vorwärts- und Rückwärtsgang, in Pfützen springen, klettern, hüpfen, balancieren, Treppen steigen, Dreirad, Laufrad, Schubkarren oder Roller fahren. Ein möglichst abwechslungsreicher Bewegungsraum eröffnet dem Kind neue Erfahrungen.

Die Möglichkeit, zu Toben und sich draußen auszuprobieren, brauchen Kinder Tag für Tag aufs Neue! Wer viel darf, lernt schneller als überbehütete Kinder, die sofort von der Mauer geholt werden – aus Angst vor einer Schramme.

Zu viel Hilfe ist hier fehl am Platz. Natürlich hilft auch hier das Beobachten aus dem Hintergrund, um schnell da sein zu können, falls was passieren sollte – vor allem hilft es den eigenen Ängsten!

Dazu können wir euch den Beitrag zu Babykurse empfehlen (Hinweis der Redaktion).

Eure Verena (Babytalk-Autorin)

Beitragsfoto: Romrodphoto / shutterstock
Foto2: Nym_Pleydell / shutterstock

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