So könnt ihr euer Kind beim Arzt unterstützen

25. Mai 2018 -



Mit Kind beim Arzt: Fremde Umgebung, ein fremder Geruch – und dann auch noch fremde Menschen, die einem viel zu nahe kommen: Kein Wunder, dass Babys und Kleinkinder sich in Arztpraxen nur selten wohlfühlen. Nachfolgend findet ihr Tipps, wie ihr euer Kind beim Arztbesuch unterstützen könnt.

Doch Arztbesuche sind eben notwendig. Das gilt für die U-Untersuchungen, gegebenenfalls Impfungen und auch, wenn das Kind mal krank oder verletzt ist. Wir als Eltern können unsere Kinder liebevoll begleiten, indem wir ihnen Sicherheit geben und ihnen eine Stütze sind. Das geht in mehrerlei Hinsicht:

  1. Auswahl des Arztes

Kinder haben sehr feine Antennen: Sie spüren genau, wenn wir Vorbehalte gegenüber einem Arzt haben. Daher macht es Sinn den Arzt sorgfältig zu wählen. Bei der Auswahl ist es hilfreich darauf zu achten, dass sich der Arzt Zeit nimmt, vor der „Behandlung“ in direkten Kontakt mit dem Kind zu gehen. Dies ist für den Vertrauensaufbau sehr wichtig. Egal wie alt das Kind ist.

Dass wir Eltern dem Arzt und seiner Expertenmeinung vertrauen, ist auch für unsere Kinder wichtig. Wer selbst mit einem mulmigen Gefühl zum Arzt geht, dem wird es schwerfallen, seinem Kind Sicherheit zu geben.

  1. Vorbereitung auf den Arztbesuch

Ein Arzt ist jemand, der es gut mit Dir meint, er will Dir helfen gesund zu werden (oder zu bleiben). Mit diesem Grundtenor sollten wir vor unseren Kindern über den Arzt sprechen.

Wenn wir unseren Kindern außerdem vorher schon sagen, was ungefähr passieren wird, dann können sie sich darauf einstellen. Dass sich ein Kind bei der U-Untersuchung ausziehen muss, sollten wir ihm zum Beispiel unbedingt vorher schon sagen. Auch wenn es eine Spritze bekommen soll, ist das wichtig vorher zu wissen.

Es kann auch helfen mit dem Kind und seinen Kuscheltieren oder Puppen die typische Untersuchungen und Behandlungen durchzuspielen.

  1. Ich bin bei Dir

In der fremden Umgebung der Arztpraxis tut es Kindern gut zu wissen, dass jemand da ist, dem sie vertrauen: Eltern oder zur Not andere Bezugspersonen. Wir Eltern sollten bestärken, Gefühle wahrnehmen und ein Wir-Gefühl schaffen.

Das geht indem wir unseren Kindern zuhören, ihre Gefühle nicht kleinreden, sondern ernst nehmen und die klare Message senden: „Wir schaffen das gemeinsam“.

  1. Gefühle zugestehen

Eine Spritze ist nicht „nichts“. Und wenn Eltern sagen das tue nicht weh, dann lügen sie. Natürlich kann eine Spritze weh tun. Wer das abstreitet macht sich unglaubwürdig.

Besser wäre es da etwas zu sagen wie: „Ich weiß, dass das unangenehm ist. Ich kann mich noch gut an meine letzte Spritze erinnern, das war ganz schön doof. Aber schau – es ist wieder verheilt. Bei Dir wird das genauso sein“.

  1. Ich gebe Dir Sicherheit

Natürlich könnten wir Eltern mitweinen, wenn das Baby eine Spritze bekommt. Besser ist es aber, sich nicht mit in die Opferrolle zu begeben, sondern auch hier Sicherheit zu geben:

Gleich haben wir es geschafft! Wenn wir Eltern zögern oder selbst zurückweichen, sendet das falsche Signale. Besser ist es, entschlossen und klar Position zu beziehen.

  1. Ich bleibe bei Dir

In Krankenhäusern und auch in manchen Arztpraxen werden Eltern gebeten nach draußen zu gehen, wenn ihrem Kind Blut abgenommen oder ein Zugang gelegt wird. Das ging mir auch schon so. Beim ersten Mal habe ich es tatsächlich gemacht. Im Nachhinein bereue ich es sehr. Alle folgenden Male bin ich geblieben. Und zwar aus gutem Grund:

In Momenten größter Not, in denen ihnen fremde Menschen Schmerzen zufügen, brauchen Babys und Kinder jemand Vertrauten um sich, der ihnen Halt gibt.

Wenn man es als Eltern wirklich nicht aushalten kann, dass Kind leiden zu sehen, ist das vielleicht die beste Option den Raum zum Blut abnehmen zu verlassen.

Und wenn möglich, ist es in diesem Fall hilfreich eine andere Vertrauensperson mit zu nehmen. Doch wir sollten uns auch ernsthaft fragen, ob es uns nicht doch möglich sein kann, unserem Kind beizustehen. „Egal was kommt: Ich lass Dich nie alleine“ – diese Message spüren schon die Kleinsten.

  1. Ablenken

Wenn es geht, dann ist Ablenkung nicht die schlechteste Strategie. Bei manchen Kindern hilft das ganz gut. Zumindest wenn es um kurze Schmerzen wie eine Spritze geht.

Vorsicht ist allerdings geboten, denn die Spritze sollte natürlich nicht heimlich gegeben werden, sondern durch die Ablenkung einfach eine Nebenrolle erfahren.

Wenn der Arzt eine kleine Geschichte erzählt oder das Kind in ein Gespräch verwickelt, dann konzentriert sich eben auch nicht alles auf die Spritze und die Situation wird entkrampft. Manchmal klappt es. Und manchmal nicht.

Jedes Kind ist anders, manche sind sensibler, einigen machen geänderte Umstände wenig aus, manche sind zurückhaltend, andere selbstbewusst.

So braucht jedes Kind eine etwas andere Begleitung. Aber der Grundtenor ist für alle gleich hilfreich: Ich bin bei Dir, wir schaffen das! Das brauchen Kinder – im Leben und auch in der Arztpraxis.

Eure Katharina (Babytalk-Autorin

Beitragsfoto: REDPIXEL.PL / shutterstock

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