Expertenrat: Plötzlicher Kindstod – Morgen früh, wenn Gott will …

17. September 2018 -



Die ist eine Zeile aus einem der beliebtesten Kinderlieder. Was aber wenn Mutter oder Vater zum Bett ihres Kindes kommen und es dort leblos liegt? Wenn das Kind unbemerkt und still, scheinbar kerngesund – einfach so verstorben ist. Dann erhält diese Zeile eine ganz neue Bedeutung. Plötzlicher Kindstod oder Sudden Infant Death Syndrom (SIDS) lautet jedes Jahr  in ca. 160 Fällen in Deutschland die Diagnose für den Tod des Kindes.

Damit bleib der plötzliche Kindstod die häufigste Todesursache im ersten Lebensjahr der Kinder und lässt Eltern verstört mit den Fragen „warum unser Kind“ und „was haben wir falsch gemacht“ zurück.

Einen Höhepunkt der Sterberate der Kinder wird zwischen dem 2. und 4. Lebensmonat verzeichnet, dabei sind Jungs etwas häufiger betroffen als Mädchen. Die Diagnose SIDS kann erst nach einer Obduktion des Kindes gestellt werden, denn auch andere Todesursachen können eine Rolle spielen.

Bis heute sind die genauen Ursachen des Plötzlichen Kindstodes ungeklärt. Forschungsergebnisse zeigen allerdings potentielle vermeidbare Risikofaktoren, die ein Auftreten des SIDS wahrscheinlicher machen.

Dazu gehören:

  • Die Bauchlage des Kindes zum Schlafen
  • Die Schlafumgebung (kein Nestchen, keine Kopfkissen, keine Decke, kein Fell)
  • Das Rauchen in der Nähe des Kindes / auch passiv
  • Das Verzichten auf das Stillen
  • Überwärmung
  • Ungenügende Luftzirkulation

Was kann ich aktiv tun?

Große Aufklärungskampagnen, initiiert durch die Elterninitative GEPS  in den 1990 Jahren, konnten die Sterberate um 90% (1997 – 1300 Kinder) senken.

  • Schlafposition in Rückenlage – Bauchlage vermeiden
  • Stillt euer Kind
  • Verwendet einen Babyschlafsack anstelle von Bettdecken
  • Achtet darauf eine feste und atmungsaktive neue Babymatratze zu verwenden, die frei von Schadstoffen ist
  • Zudem sollte sie einen abnehmbaren und bei 60°C waschbaren Bezug haben sowie im idealfall über feste Trittkanten verfügen
  • Euer Baby sollte im eigenen Babybett, jedoch im Elternschlafzimmer schlafen
  • Verzichtet unter anderem auf Kissen, Stofftiere oder Schaffelle im Babybett
  • Achtet auf eine passende Raumtemperatur und verhindert eine mögliche Überhitzung
  • Raumtemperatur zum Schlafen zwischen 16 – 18 Grad
  • Rauchen gilt als Hauptrisiko – sowohl in der Schwangerschaft als auch in der Umgebung des Kindes!
  • Geht mit eurem Kind regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen

TIPP

Es ist für Eltern daher sehr empfehlenswert einen Erste – Hilfe – Kurs für Babys und Kinder zu besuchen. Hier lernet ihr die korrekte Wiederbelebung durch Fachkräfte.

Der plötzliche Kindstod ist schon in der Bibel beschrieben und wird immer ein Schicksalsschlag für alle betroffenen Eltern bedeuten. Dazu kommt die große Schuldfrage und die Ermittlungen der Kriminalpolizei.

Geschulte Notfallseelsorger mit einem Packet an Hilfsmaßnahmen sollten vor Ort immer tätig werden. Der sensible Umgang der Gesellschaft und Unterstützungsangebote müssen zügig greifen, denn die Eltern müssen Ihre Zukunft zu Grabe tragen.

Plötzlicher Kindstod – Weiterführende Links

Plötzlicher Kindstod – Intervention und Prävention

Elternselbsthilfeorganisation GEPS Deutschland e.V

Eure Anja (Babytalk – Autorin)

Hinweis der Redaktion: Wir finden das obengenannte Schlaflied, auch wenn es höchstwahrscheinlich einen wahren Kern beinhaltet, nicht für Babys oder Kinder geeignet ist. Es könnte ihnen Angst machen.

Beitragsfoto: ChameleonsEye / shutterstock

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