Mein Kind beißt, tritt und haut. Was tun?

10. Februar 2018 -



Hier hat unsere Autorin, die Bloggerin Nicole von dem Blog Knuffigklein einen interessanten Beitrag über die Problematik hauender, tretender und beißender Kinder geschrieben und verrät Euch, wie man sich als Eltern verhalten sollte:

Was tun, wenn das eigene Kind seine Freunde oder Fremde tritt und haut?

Der beste Tipp ist, kein Drama draus zu machen, ignorieren geht allerdings auch nicht. Es ist eine Grad Wanderung in solchen Situationen das Richtige zu tun. Dass Kinder Aggressionen zeigen, ist nicht ungewöhnlich.

Gerade im Kindergartenalter testen Kinder gerne ihre Grenzen aus und gehen vielleicht auch mal mit ihren Freunden zu weit. Aber wenn euer Kind dies tut, ist es eher ein Ausdruck von Wut, Hilflosigkeit oder Frustration.

Dem beißenden Kind beispielsweise geht es in der Regel nicht darum, das andere zu verletzen. Vielmehr zeigt sich ­darin der Wunsch nach Beachtung.

Teilweise sind Kleinkinder aggressiv, weil sie noch nicht gelernt haben, wie sie mit anderen Kontakt aufnehmen können.

Ihr Kind kann seine Gefühle noch nicht anders ausdrücken und reagiert deshalb mit Wut.

Deshalb haut es wahrscheinlich ein anderes Kind, um ihm zu signalisieren: Hallo komm beachte mich, ich möchte mit dir spielen. Auslöser für solche Aggressionen gibt es viele:

  • Der Turm aus Bausteinen ist zusammengestürzt
  • Beim Abendessen steht der falsche Becher auf dem Tisch
  • Das Lieblingskleid ist gerade in der Wäsche
  • Ein anderes Kind spielt gerade mit dem Spielzeug der Begierde … .

Was tun, wenn mein Kind schlägt oder beißt? 

Sobald euer Kind schlägt, haut oder beißt, greift ihr ein und erklärt ihm am Besten auf Augenhöhe deutlich, dass das nicht in Ordnung ist. Seht euer Kind entschlossen an und weist es darauf hin, dass es dem anderen Kind weh getan hat. Ein bestimmtes Nein kann dort schon helfen.

Zeigt eurem Kind, dass es auch anders geht, das es das andere Kind beispielsweise auch streicheln kann, um Beachtung zu bekommen. Wenn euer Kind schon gut sprechen kann, ermutigt es, zu einem anderen Kind hinzugehen und Hallo zu sagen, wenn es Kontakt aufnehmen möchte.

So lernt es, dass es nicht aggressiv sein muss um Aufmerksamkeit zu bekommen. Anders verhält es sich in Streit Situationen. Wenn euer Kind beispielsweise einem anderem Kind ein Spielzeug gewaltsam entrissen hat, geht direkt dazwischen.

Am besten ist es hier, eurem Kind zu erklären, dass es entweder warten muss bis dieses Spielzeug frei ist, oder dass es ein Tauschgeschäft gegen ein anderes Spielzeug anbieten kann.

Je öfter diese Situationen geübt werden umso sicherer wird auch euer Kind.

Wenn das Verhalten nicht besser wird 

Sollte sich das Verhalten trotz liebevoller und verständnisvoller Bemühungen nicht bessern, hilft nur noch Konsequenz.

Sollte euer Kind also weiterhin auf dem Spielplatz beißen oder hauen, geht ihr nach Hause.

Oder wenn euer Kind euch haut oder tritt, verlasst ihr sofort den Raum. So merkt es, dass es das Gegenteil von dem erreicht, was es eigentlich möchte, nämlich eure Aufmerksamkeit.

Außerdem kann es helfen die Wut körperlich abzubauen. Dafür gibt es einige Tricks:

  • Aufstampfen, wie das Wort es schon erklärt, kann dein Kind deine Wut direkt in den Boden stampfen. Rumpelstilzchen machte es im Märchen ja schon vor. Diese Methode ist simpel und überall durchführbar.
  • Boxsack oder Wutpolster: Diese Methode kann auch vorbeugend eingesetzt werden. Denn so wird eure Kind seine Aggressionen los, ohne ein anderes zu verletzen.
  • Zeitungen zerreißen: Einfach die Wut mit dem zerreißen der Zeitungen rauslassen. Dies kann auch bei älteren Kindern noch wahre Wunder bewirken.
  • Schreien: Geht in den Wald oder irgendwo, wo euch niemand hört und schreit, was das Zeug hält. Dies kann auch uns Eltern helfen Emotionen, die sich aufgestaut haben, abzubauen. Somit sind wir ein tolles Vorbild für unsere Kinder, denn sie sehen, auch wir sind manchmal wütend oder traurig.

Ist diese Beißphase allerdings, im Kindergartenalter noch nicht vorbei, solltet ihr Euch Hilfe suchen. Oft haben Erzieher hilfeiche Tipps. Erzieher und Kinderärzte können bei einer intensiveren Ursachenforschung helfen.

Gegebenenfalls ist es ratsam, einen Psychologen hinzuzuziehen. Aber in den meisten Fällen regelt sich dieses Verhalten von ganz alleine.

Eure Nicole (Babytalk-Autorin)

Beitragsfoto: AlexSmith / shutterstock

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