Mein Kind schläft nicht ein

1. Oktober 2018 -



Tipps zum sanften Ein- und Durchschlafen

Kinderschlaf – So viele junge Mamas haben Augenringe und gähnen unentwegt. Wie gut kann ich sie verstehen, auch mein Sohn hat ewig gebraucht, bis er gelernt hatte durchzuschlafen. Wie sollte er denn einschlafen, wenn sein Kopf sich dreht von all dem Neuen, das er gerade erlebt hat, die Gedanken rattern und die Comicfiguren aus dem Zeichentrickfilm munter vor seinem inneren Auge auf und abhüpfen?

Kein Wunder, dass er da jeden Abend vor dem Einschlafen fünf, sechs mal sein Bett verlässt und zu Mama und Papa marschiert? Die sind ja schließlich auch noch wach, warum muss ich denn schlafen?

Egal ob Baby oder Kleinkind – fiese Schlafprogramme à la Ferbern mit Kinder schreien lassen, damit sie das Einschlafen alleine hinkriegen und ähnlichem sind gefährlich, schaden mehr, als dass sie nützen und brauchen übernächtigte Mütter in keiner Entwicklungsphase.

Eine liebevolle Einschlafbegleitung bringt zärtliche Kuschelstunden mit sich, und unzählige wunderbare Momente für Eltern und Kinder. Das Gefühl von Geborgenheit ist es, was Menschen sicher und zufrieden einschlafen lässt – egal wie alt sie sind.

Familienbett oder eigenes Zimmer

Es gibt kein Patentrezept für acht Stunden Babyschlaf am Stück. Wenn wieder eine Mutter sagt: „Meine schläft ja schon seit Wochen durch!“, heißt das womöglich nichts anderes, als dass sie ihr Baby um Mitternacht zuletzt gestillt hat und dieses dann erst wieder gegen sechs Uhr morgens aufgewacht ist.

Ab sechs Stunden redet man bei Säuglingen nämlich von Durchschlafen. Natürlich passt es viel besser zum Erwachsenenschlaf, wenn das Kind am späteren Abend eine unruhige Schlafphase hat. Da fühlen wir uns viel ausgeschlafener, als wenn uns das Kind mehrmals in den frühen Morgenstunden weckt.

Richtig gut geschlafen habe ich übrigens erst wieder, als ich 16 Monate nach dem ersten Baby Zwillinge bekam. Ich bin zum Teil bis zu zehnmal in der Nacht aufgestanden, denn jeder der drei Kinder wachte zu unterschiedlichen Zeiten auf.

Irgendwann war ich dann aber so erschöpft, dass ich nicht mehr gleich beim ersten Quak eines Kindes erwachte. Endlich konnte ich schlafen und die Kinder gewöhnten sich daran, dass ihr nächtliches Quak nicht immer umgehend beantwortet wurde. Von da ab wurde es besser.

Aufgefallen ist mir diese Schieflage, als ich die erste Nacht außer Haus verbracht habe und der Papa allein mit den Kindern zuhause blieb. Auf meine Frage hin, wie seine Nacht denn so gewesen sei, antwortete er: „Prima, wir haben alle durchgeschlafen!“ Ich war sprachlos.

Wieso weckten mich die Kinder auch in ihrem zweiten und dritten Lebensjahr noch mehrmals pro Nacht? Hatte er das Glück gehabt, eine der seltenen Durchschlafnächte zu erwischen? Das ließ mir keine Ruhe und insgeheim wuchs der Verdacht in mir, das der liebe Papa einfach so fest geschlafen hatte, dass er überhaupt nichts mitbekam.

Als ich ihn wieder einmal im Kinderzimmer schlafen sah, eingeschlafen beim Vorlesen, während die Kinder auf ihm herumkletterten, fühlte ich meine Erkenntnis bestätigt.

Nicht bei jedem Kindergeräusch aufspringen

Von da an war mir klar, dass ich mir dringend ein dickeres Fell zulegen musste. Natürlich legt man einen leichten Schlaf nicht so mir nichts dir nichts ab und die Natur hat es bestimmt auch so eingerichtet, dass Mütter nachts aufwachen, wenn ihre Kinder krähen. Doch so ein gewisses Maß an Relaxtheit ist reiner Selbstschutz.

Machte also in Zukunft jemand Pieps, hörte ich das selbstverständlich immer noch. Ich drehte mich aber jetzt erst einmal genüsslich wieder um und versuchte weiter zu schlafen, anstatt wie früher mich sofort zur nächtlichen Tröst- oder Stillrunde bereit zu machen.

Und siehe da, oft gaben die lieben Kleinen anscheinend im Schlaf oder Halbschlaf Geräusche von sich, um dann einfach wieder tief und fest einzuschlafen. Es wäre ja kontraproduktiv für beide Seiten hier verfrüht einzugreifen.

Nicht zu hören ist um einiges leichter, wenn das Kind in einem anderen Zimmer schläft. Liegen alle zusammen in einem Familienbett, weckt man sich gegeneinander schneller auf. Das muss einem schon klar sein, wenn man einen leichten Schlaf hat. Andererseits ist es auch so richtig entspannt, sein Baby zu stillen, wenn es neben einem liegt. Dazu muss Mama oft gar nicht so richtig wach werden sondern erledigt das im Halbschlaf.

Ein Trost – Irgendwann wird es besser

Kinderschlaf - Mutter kuschelt mit Baby

Ein Trost für alle, die schon lange nicht mehr durchgeschlafen haben: Es wird besser. Irgendwann lernt jedes Kind ganz von alleine durchzuschlafen. So viele Schlaftypen es bei erwachsenen Menschen gibt, so verschiedenen sind die Kleinen in ihren Schlafgewohnheiten.

Deshalb probiere einfach verschiedene Schlafsituationen aus. Schläft mein Baby viel besser in einem eigenen Bett oder gar Zimmer durch, obwohl ich mir immer ein Familienbett für uns vorgestellt habe?

Wacht es abends auf, wenn die Großen ins Bett krabbeln, es unruhig ist oder evtl. das Licht noch einmal eingeschaltet wird? Schläft es am besten mit Rolladen vor den Fenstern im Dunkeln oder mit einem kleinen Nachtlicht?

Hat es die Möglichkeit in der Nacht ins Elternbett rüber zu kommen und schläft dann ohne großes Aufhebens weiter, wenn es sich an Papa kuscheln darf?

Denn wenn es sich alleine in seinem Kinderzimmer fühlt und weint, weil es aufwacht und Angst kriegt, möchte es seinen Platz vielleicht lieber bei seinen Eltern haben und schläft im großen Familienbett inmitten des größten Trubels selig ein.

Wie verbringt Dein Kind den Tag?

Ein weiterer Fakt für gutes Durchschlafen ist der Tagesablauf des Kindes. Wenn ein Baby schon tagsüber stundenlang schläft, ist es logisch, dass es in der Nacht topfit sein wird. Oft haben sich Schlaf- und Wachphasen geradezu umgekehrt. Dann dauert es auch einige Wochen bis das Kind sich daran gewöhnt, seine Hauptschlafphasen in die Nacht zu verlagern.

Je älter ein Kind wird, desto besser versteht es auch, dass die Zeit in der es dunkel ist, zum Schlafen da ist. Es ist also absolut verkehrt, sich mit dem in der Nacht erwachten Kind zum Spielen hinzusetzen. Tag und Nacht müssen für das Kind klar unterscheidbar sein.

Wacht das Kind immer schon um fünf Uhr morgens auf und ist putzmunter, darf es den Tag auch gern allein beginnen. Meine Kinder hatten diese Phase alle und ich habe dann stets ein Hörspiel angemacht und ihnen ein Spielzeug hingestellt, etwas mit dem sie sich gut eine Weile allein beschäftigen konnten, wie Lego, Duplo oder Bauklötze.

Dazu gab es die Auskunft: „Mama ist noch zu müde, um so früh aufzustehen, aber du darfst spielen!“ und schon war Mama wieder im Bett. Oft half auch ein Trick: „Guck mal, es ist draußen noch dunkel, es ist mitten in der Nacht, wir müssen unbedingt noch weiter schlafen!“ Einen Versuch ist das wert.

Mit jedem Monat, den ein Kind auf der Welt ist, braucht es weniger Schlaf. Während in den ersten drei Monaten noch 15 bis 16 Stunden Schlaf angesagt sind, nimmt das Schlafbedürfnis bis zum 11. Monat um zwei Stunden ab.

Kinderschlaf: Wieviel Stunden Schlaf braucht mein Kind

Im zweiten Lebensjahr schläft ein Kleinkind etwa 12,5 Stunden. Zwischen drei und fünf Jahren wieder eine Stunde weniger und im Grundschulalter braucht es immer noch zehn Stunden pro Nacht.

Während sich der Schlaf eines Säuglings in mehrstündige Etappen von Schlaf und Wachsein aufteilt, verlagert er sich mit der Zeit zunehmend in die Nacht. Übrig bleibt der nachmittägliche Mittagsschlaf, der bis ins vierte Lebensjahr empfohlen wird.

Viele Kinder wollen aber schon mit zwei oder zweieinhalb Jahren nicht mehr am Tag schlafen. Das ist ein Zeichen, das ihnen der Nachtschlaf ausreicht.

Schlafen Kinder spät nachmittags, kann auch das Auswirkungen aufs Ein- und Durchschlafen haben. Zwischen den Schlafphasen sollten immer mindesten zwei, besser drei Stunden liegen. Je früher der Mittagsschlaf abgehalten wird, desto müder ist das Kind dann abends.

Das Tricksen mit den Schlafenszeiten funktioniert nicht beliebig. Der Zeitrahmen ist aber schon etwas beeinflussbar. Es hilft oft schon, sich über das kindliche Schlafbedürfnis Gedanken und die individuellen Schlafgewohnheiten bewusst zu machen.

Sanftes einschlafen

Damit ein kleines Kind erkennt, dass jetzt die Nachtruhe beginnt, helfen zudem Rituale. Ein Schlaflied, ein warmes Bad mit beruhigendem Lavendelduft, eine sanfte Massage oder einfach nur das Anziehen eines Schlafanzuges sowie Zähneputzen und Vorlesen haben diese Funktion.

Kinder brauchen ebenso wie wir klare Signale und genügend Zeit zum Runterfahren.

Deshalb raten Experten auch vom Fernsehen direkt vor dem Schlafengehen ab. Die Kinder sind dann aufgeregt und aufgedreht. Viel besser ist es eine geborgene und entspannte Schlafsituationen herzustellen, z.B. eine Geschichte zu erzählen, zu beten, den Tag Revue passieren lassen beim gemeinsamen Kuscheln oder sich zusammen ein Bilderbuch anzuschauen.

Eure Verena Mami rocks (Babytalk-Autorin)

Beitragsfoto: LiAndStudio / shutterstock
Foto2: Dmitry Melnikov / shutterstock

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