Junge oder Mädchen – Was soll es werden

12. März 2018 -



Wir dürfen euch unserer neue Autorin Katharina Müller-Sanke vorstellen. Katharina ist Journalistin und Zweifachmama, Gelassen-Nehmer und Achtsam-Erzieher, kreativ und ein bisschen chaotisch. Auf Kinderleute schreibt sie über starke Kinder und fröhliche Leute, über Themen die bewegen, berühren und oft auch zum Lachen bringen.


„Egal was es wird – Hauptsache gesund“ ist der Klassiker, den werdende Eltern hören und auch sagen, wenn es um das Geschlecht ihres Kindes geht. Dennoch werden die meisten von uns nicht verleugnen, dass ihnen ein Geschlecht schon näher wäre als ein anderes. Bei uns war das ein Junge.

Wir hatten irgendwie mit einem Jungen gerechnet. Mit „Mädchenkram“ kann mein Mann nicht viel anfangen. Prinzessinnenkleidchen und vor allem Zickigkeit – das ist nicht sein Ding. Vermutlich hat es auch was mit Identifikation zu tun. Männer haben keine Ahnung von Mädchen, so empfand es mein Mann. Männer verstünden „Mädchen“ schon nicht, wenn sie erwachsen sind. Warum sollte es bei einer Tochter anders sein?

Und dann ist es doch ein Mädchen geworden

Erst war mein Mann total erschrocken als ich ihm davon erzählte, dass wir vermutlich ein Mädchen erwarteten. Er hatte vor seinem inneren Auge schon durchgespielt, wie er mit seinem Sohn zum Sport gehen, wie sie ringen würden, klettern und schnitzen. Nun verwischte ein rosa Tütü seine Vorstellung und er nahm Abschied.

Ein Abschied – egal wie

Ja, es ist ein Abschied. Solange wir nicht wissen, welches Geschlecht unser Baby hat, stellen wir uns tausend Situationen vor. Wir können uns das Leben in allen Farben ausmalen. Und dann, sobald wir wissen, welches Geschlecht das Kind hat, müssen wir uns auch von dem Geschlecht verabschieden, das das Kind nicht hat. Zu erfahren, dass man ein Mädchen bekommt bedeutet auch, dass es kein Junge wird. Wird es ein Junge, so wird man das Mädchen in der eigenen Vorstellung nicht bekommen. Der traurige Aspekt im Schönen.

Wie Mädchen wirklich sind

Mädchen und Jungs sind gleichermaßen Kinder. Ja, es gibt Dinge, die sind typisch Jungs oder typisch Mädchen. Dennoch: In den wichtigen Dingen kommt es auf das Geschlecht nicht an. Die meisten Kinder lieben Dinge, die Papas mit ihnen machen: Im Dreck spielen und auf Bäume klettern zum Beispiel. Warum auch nicht?

Und doch gibt es einen Unterschied: Die Erwartungen

Foto 2 / Foto 3

Wir haben mittlerweile eine Tochter und einen Sohn. Einen Unterschied in der Zuneigung oder Verbundenheit gibt es nicht. Und doch ist es anders: Dadurch, dass mein Mann keine Erwartungen an unsere Tochter hatte, ist ihre Beziehung unbeschwert. Sie kann machen was sie will: Ich glaube nicht, dass es etwas gibt, worin sie ihn enttäuschen könnte. Ist das bei Jungs auch so? Was ist, wenn ein Sohn so ganz anders wird als ein Vater ihn sich vorher vorgestellt hat? Ist der Druck auf Jungs da größer? Und ist der Druck von mir auf meine Tochter größer als auf meinen Sohn, weil ich mich in ihr wieder sehe?

Wir haben uns diesen Unterschied bewusst gemacht. Und wollen natürlich beiden Kindern gegenüber frei von Erwartungen sein. Doch stecken die Erwartungen an ein „mini me“ vielleicht tief in uns drin? Und: und Können wir uns nicht wehren? Wir sollten zumindest versuchen uns davon freizumachen.

Ich darf Khalil Gibran zitieren. „ Eure Kinder sind nicht Eure Kinder. Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst…..Ihr seid die Bogen von denen Eure Kinder als lebende Pfeile ausgeschickt werden….“ Und so kann uns das Geschlecht eigentlich egal sein. Wir begleiten unsere Kinder ins Leben. Aus unseren Kindern werden wunderbare Erwachsene. Und das ist alles was zählt.

Eure Katharina (Babytalk – Autorin)

Beitragsfoto: Veronika Galkina / shutterstock
Foto 2: Maria Sbytova / shutterstock
Foto 3: Olga Gorchichko / shutterstock

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