Schnuller: Tipps zur Auswahl eines kiefergerechten Schnullers

Schnuller: Tipps zur Auswahl eines kiefergerechten Schnullers

, Oktober 29, 2016

Bekommt unser Kind einen Schnuller? Und wenn ja, welchen? Diese Fragen stellen sich Eltern oft schon in den ersten Lebenstagen ihres Babys. Die große Auswahl kann dabei durchaus Kopfzerbrechen bereiten.

Solltet ihr zu einem Markenprodukt greifen oder reicht auch ein No-Name-Produkt?

Ob Eltern einen Schnuller für ihr Baby brauchen oder nicht, liegt vor allem an ihren Nerven. Wenn ihr Zeit und Vertrauen habt, ist es auf jeden Fall eine gute Idee, es ohne Nuggi zu probieren.

Dadurch lernen die Kleinen nebenbei, allein mit schwierigen Situationen emotional fertig zu werden. Wichtig dabei ist, dass sie in diesen Situationen nicht allein sind. Mehr als vertrauens- und liebevolle Eltern brauchen sie dabei nicht.

Mögliche Folgen durch einen Schnuller

Die Sorge, dass sich der Kiefer eurer Kinder durch das jahrelange Schnullern fehlerhaft verändert, wird seit vielen Jahren in den Zahnarztpraxen beobachtet und verfolgt.

Dies hat einige Hersteller dazu motiviert, einen kiefergerechten Schnuller zu entwickeln.

Diese zeichnen sich u.a. durch ihre seitlichen Flügel aus. Der Nuggi drückt so beim Schlucken die Zunge nach hinten und verhindert somit langfristig eine Verschiebung des Gebisses. Dies fördert die normale Entwicklung und Ausdehnung des Kiefers und der Nasenatmung.

Ein weiterer Vorteil ist die flache Spitze dieser Schnuller, diese ermöglicht Platz zwischen dem Nuckel und dem Gaumen. Dieser Platz verhindert, dass der Gaumen nach oben gedrückt wird.

Einfluss des Schnullers auf die Atmung

Dieser bekannte Zusammenhang ist jedoch nicht der einzige Punkt bei der Entscheidung für den „richtigen“ oder keinen Schnuller. Denn mindestens genauso wichtig ist der Einfluss eines „herkömmlichen“ Schnullers auf die Atmung – und damit auf die Gesundheit des zukünftigen Lebens.

Die Fachwelt geht davon aus, dass das Schnullern Folgen zeigt, die nicht so einfach zu korrigieren sind, wie ein paar schiefe Zähne. So gibt es viele Kinder, die bei einer Logopädin ihre Sprachstörungen wegtrainineren müssen.

Besonders störend ist jedoch die Mundatmung, ausgelöst und verstärkt durch das Schnullern.

Wer nämlich durch den Mund atmet, bringt permanent zu wenig Sauerstoff in Körper- und Hirnzellen, und entwickelt Schlafstörungen, die zu Konzentrationsschwierigkeiten führen.

Schnuller mit einer flachen „Saugblase“ ermöglichen es der Zunge eures Babys bzw. Kleinkindes, hinten im Rachenraum zu bleiben, wodurch es wesentlich leichter schlucken kann.

Herkömmliche Nuggis begünstigen durch ihre Form, dass die Zunge nach vorne geschoben wird. Schlucken wird dann für das Baby schon extrem schwierig.

Selbsttest zum Schnullern

Ihr könnt es selber gut ausprobieren, am besten mit geschlossenen Augen. Im Normalfall breitet sich eure Zunge im hinteren Kieferraum aus.

Wenn die Zunge immer wieder „eingeladen“ wird, vorne zu bleiben, drückt der Schnuller den Gaumen vor allem beim Schlucken nach oben, dadurch entwickelt sich der Kiefer mehr in die vertikale statt horizontale Richtung.

Dies beeinflusst gleichzeitig eine „schmalere“ Ausprägung der Nasenwege als bei einer schnullerlosen Babyzeit bzw. einer Babyzeit mit einem neu entwickelten Schnuller.

Soll Mama also nachgeben, wenn das Kind „nach dem Schnuller schreit“? Bis euer Kind zwei Jahre alt ist, könnt ihr „beruhigt nachgeben“, zumindest wenn ihr einen entwicklungsgerechten Schnuller benutzt.

Der Silikonsauger sollte der natürlichen Brust nachempfunden sein und eurem Kind so ein angenehmes Sauggefühl ermöglichen.

Solche Schnuller sind auf jeden Fall eine lohnende Investition in die Gesundheit eurer Kinder. Erkundigt euch doch bitte in eurer Apotheke.

Ich wünsche euch eine schöne und unbeschwerte Babyzeit!

Deva Wallow (Atemtherapeut aus der Babytalk – Redaktion)

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