Babykurse – Frühförderung: PEKIP und mehr

6. Februar 2018 -



Welche Babykurse sind sinnvoll?

Dienstags 10.30 PEKIP und am nachmittag zur Krabbelgruppe – Mittwoch früh zum Babyschwimmen – Donnerstag ins Eltern-Baby-Yoga zum gemeinsamen Entspannen, abends Rückbildungskurs und anschließend Babymassage vor Ort, und freitags?

Wieso weint das Baby? Der Musikkurs ist zwar am anderen Ende der Stadt, aber die musikalische Frühförderung wird ihr später einmal helfen. Sie singen dort sogar auf englisch.

„Ach ja, und die Stillgruppe, die liegt wiederum mir als Mama sehr am Herzen, denn dort sind einfach so reizende Mütter mit dabei. Schade, nur, dass mein Kind letzte Woche durchgehend gebrüllt hat.

Sybille hat mir gleich eine Visitenkarte für einen Spezialisten für Schreibabys zugesteckt, ganz aufmerksam, doch wann soll ich den Termin dort noch einschieben? Wird schon gehen, schläft die Kleine halt im Wagen auf dem Hinweg.

Babykurse gibt es zuhauf. Neben klassischen Still- und Rückbildungskursen, die einen hohen Nutzen für frisch gebackene Mutter haben, gibt es Krabbelgruppen zum Treffen und Austauschen mit anderen Mamis. Zudem gibt es aber auch ganz spezielle Kurse, bei denen die Frühforderung der Babys im Vordergrund steht.

Babymassage und Babyschwimmen

Babymassage oder Babyschwimmen sind zwei Klassiker. Letzteres basiert auf die natürliche Freude zum Wasser – viele Kinder lieben es im Wasser zu plantschen und können problemlos tauchen. Der Tauchreflex nimmt zwischen dem dritten und sechsten Monat ab.

Daher ist es ideal in diesem Alter so einen Kurs zu absolvieren. Es erinnert die Babys an ihre Zeit im Mutterleib und wenn Mama konsequent dranbleibt, besteht die Möglichkeit, dass der Tauchreflex in bewusstes Tauchen übergeht.

Baby mit ihren Eltern im Wasser

Wenn die Babys nach der Schwangerschaft ans Wasser gewöhnt bleiben, heißt das zwar nicht, dass sie früher oder besser schwimmen oder tauchen lernen als andere. Dafür behalten sie aber den Reflex, die Luft anzuhalten, sobald der Kopf unter Wasser ist.

Wasser ist für sie als natürliches Element vertraut und kein Grund zur Panik. Denn, wer im Wasser anfängt zu strampeln, mit den Armen zu rudern, schluckt viel eher Wasser. Macht also durchaus Sinn so ein Schwimmkurs.

Nette Unterwasserbilder vom Baby gibt es bei vielen Gruppen obendrein. Und so geht es mir mit den meisten der angebotenen Kurse, mit denen ich mich näher befasst habe.

Tolle Inhalte zum Auswählen

Ob Kurse für Babys in Fremdsprachen zur sprachlichen Frühförderung oder Bi.G Spielgruppen – eine Kombination aus Bindung und Gleichgewicht – ob PEKIP für mehr Selbständigkeit, für ganz besondere Sinneserfahrungen und die Förderung der Selbständigkeit.

Die Abkürzung steht übrigens für Prager Eltern-Kinder-Programm. Die Kurse, von speziell ausgebildeten Kursleiterinnen für bis zu acht Babys, sehen das nackte Spielen ohne Windel vor. Damit die Kleinen sich freier und spontaner bewegen können.

Das Konzept beruht auf den Entdeckungen des Prager Psychologen Jaroslav Koch in den 1970ern. Er deckte auf, dass Babys bereits mit der Geburt mehr Fähigkeiten haben, als ihnen meist zugetraut werden. PEKIP stärkt somit die dem Baby innenwohnenden natürlichen Kompetenzen.

Kurse nach Maria Montessori oder Emmi Pikler

Weitere Angebote sind Kurse nach Maria Montessori oder Emmi Pikler. Die Budapester Kinderärztin geht davon aus, dass sich jedes Kind in seinem ganz eigenen Rhythmus entwickelt und das am allerbesten ohne Beeinflussung von außen.

Darauf basierend gibt es Babykurse wie Fenkid. Dieses Konzept wurde in der Münchner Häberlstraße von der Beratungsstelle für Natürliche Geburt entwickelt.

Der Name steht für „Frühentwicklung des Kindes“ und beinhaltet neben den Theorien von Dr. Emmi Pikkler auch Einflüsse von Elfriede Hengstenberg, Jesper Juul und Maria Montessori.

Während die Babys bei Streichel-, Schaukel- und Krabbelspielen miteinander neue Erfahrungswelten kennenlernen, geht es für die Eltern im Austausch mit der Kursleiterin und den anderen Eltern, um die Stärkung ihres Vertrauens im Umgang und der liebevollen Begleitung ihrer Jüngsten.

Auf einem weiteren interessanten Ansatz beruht der Kurs in Babyzeichensprache. Damit können nicht nur sprachliche Entwicklung und Ausdrucksfähigkeit gefördert, sondern durch einfache Gebärden die Verständigung im Alltag erleichtert werden. Bei diesem riesigen Angebot fällt es schwer, sich für einen Kurs zu entscheiden.

Damit es Dir nicht wie der vom Überangebot überforderten Mami aus dem Beispiel oben geht, wähle wirklich nur einen Kurs aus. Die meisten Mütter sind dazu noch in einem Rückbildungskurs und wollen noch eine entspannende Kombination, die den eigenen Sport mit Baby kombiniert, dazu nehmen.

Das sind dann schon drei Kurse pro Woche. Für alle, die sich nicht entscheiden können, gibt es hier eine gute Nachricht: Ein Kurs dauert in der Regel zwischen fünf und zehn Wochen. Wer also nicht genug kriegen kann von geselligen Babykursen, der kann auch mehrere Kurse nach einander buchen.

Entspannung für Mutter und Kind

Das Treffen und Zusammensein mit anderen Eltern ist nämlich ein wesentlicher Punkt, warum so viele gerne in diese Kurse gehen. Neben dem Austausch wie es bei den anderen Müttern und Vätern so läuft, gibt es wertvolle Informationen von den Kursleitern.

Außerdem bieten die Treffen die Möglichkeit neue Kontakte aufzubauen, gerade für Eltern, die keine anderen Eltern im Freundeskreis haben. Die gemeinsamen Herausforderungen verbinden. Fernab von Haushalt und Alltag verbringen die Teilnehmer hier nette gemeinsame Stunden, auf denen sie sich zudem wirklich auf ihr Kind konzentrieren können.

Und was ist mit all denen, die das alles als erzwungenen Windel-Smalltalk empfinden? Verpassen die was? Müssen die ein schlechtes Gewissen haben, weil sie ihren Kindern nicht zur optimalen Frühförderung, Kompetenztraining und Selbständigkeitsentwicklung verhelfen?

Nope. Alles halb so wild. Ich kenne viele Kinder, die keine Kurse absolviert haben und heute selbständige Einser-Schüler und motorisch bestens entwickelt sind. Es soll also jedem selbst überlassen bleiben, welche Kurse sie oder er fürs Baby aussuchen möchte und ob überhaupt.

Rückbildungskurse und Stilltreffen

Was allerdings neben einem Rückbildungskurs bei der Hebamme und einem Stilltreff, falls Stillproblemen auftauchen, meiner Meinung nach unbedingt zu empfehlen ist, sind Kurse, bei denen die Mutter entspannen kann und gleichzeitig wieder in „ihren“ Sport hineinfindet.

Die erste Babyzeit mit wenig Schlaf, ungewohnten Haltungen führt oft zu Rückenschmerzen und Verspannungen. Und auch wenn es der jungen Mama in den ersten Wochen vielleicht noch gar nicht so vorkommt, es ist eine Zeit voller psychischen und nervlichen Herausforderungen und aufreibend für die unvorbereiteten frisch gebackenen Eltern.

Wer sich rund um die Uhr um das Kind kümmert – meistens ja die Mütter – braucht Entspannung und einen Ausgleich. Viele denken mit Baby klappt es nicht, wieder mit dem Sport zu beginnen. Dabei gibt es auch hier Angebote. Bei einem Kanga-Kurs trainieren Mütter für ihren After-Baby-Body, während Baby – im Idealfall – in der Trage schlummert.

Diese Angebote sind vor allem für Mamis mit einem Tragekind geeignet. Daneben gibt es auch Kinderwagen-Treffs im Park für gemeinsame Laufrunden und Fitnesstrainings mit Buggys.

Auch Baby-Yoga-Kurse sind eine tolle Alternative, nicht nur für erfahrene Yoginis. Die Übungen in einem Yogakurs mit Baby sind entspannend für Mütter und Kinder.

Dabei wird gezielt, auf bei Müttern besonders verspannte Punkte wie Nacken, Rücken, Kreuzbein, Kiefer, Brustmuskeln und Armmuskulatur, eingegangen. Kombiniert wird das Training mit sanften Übungen für die Babys.

Ich hoffe, Euch mit meinem Artikel die Entscheidung bei der Auswahl des oder der geeigneten Kurse etwas leichter gemacht zu haben und wünsche Euch viel Spaß mit Euren Kursen

Eure Verena Wagner (Babytalk – Autorin)

Beitragsfoto: Nejron Photo / shutterstock
Foto2: Microgen / shutterstock

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