Babys haben ein Recht aufs Schreien

24. Januar 2017 -



Zitat einer Mutter: Als mein kleiner Sonnenschein gerade auf die Welt kam, wurde ich immer fast verrückt vor Sorge, wenn sie schrie.

Ich konnte es nicht aushalten, da ich immer dachte, wenn ich eine gute Mutter bin, dann bekomme ich mein Baby schnell beruhigt. Und irgendwie war da auch so etwas wie ein „je besser die Mama, desto schneller schreit das Baby nicht mehr!“ in mir…

In der Tat konnte ich schnell fühlen, warum mein Sonnenschein schrie. Aber das hieß leider mitnichten, dass ich sie immer sofort beruhigt bekam^^

Denn bei Bauchweh oder einem Wachstumsschub & Co. kann man nicht einfach mal schnell mit einer Flasche oder einer frischen Windel helfen. Und das machte mir sehr zu schaffen, da ich das Schreien als Qual für mein Baby empfand.

Dieser Artikel bezieht sich nicht auf sogenannte Schreibabys. Nähere Informationen zu Schreibabys findet ihr unter folgendem Link.

Inzwischen weiß ich, dass Schreien für Babys keine Qual ist, solange man dem Baby vermittelt, dass man sein Möglichstes tut, um ihm zu helfen. Aber: Lest selbst:)


Baby-Syndrom

Wenn wir Eltern werden, beginnt neben einer wundervollen spannenden Zeit auch eine schmerzhafte Zeit. In der wir an unsere Hilflosigkeit und manchmal bis zur Verzweiflung gebracht werden.

Einerseits ist es noch sehr konfliktfrei, da unsere jungen Erdenlinge noch nicht sprechen und somit noch nicht widersprechen können. Andererseits wissen wir häufig nicht, was sie brauchen oder wollen.

Und da wir diese Süßen so lieben und sie so schutzlos sind, wollen wir sie um alles in der Welt beschützen. Dieses „Baby-Syndrom“, welches durch das Aussehen von Neugeborenen Tieren und Menschen in uns einen Beschützer, Versorgerinstinkt und nicht zuletzt eine Art „Kuschelbedürfnis“ weckt.

Überlegt mal, wie viele Katzenvideos ihr schon bei YouTube geschaut habt;-)

Reizüberflutung

Schreien und Weinen ist abgesehen von der Mimik und in gewisser Weise einer rudimentären Gestik, die einzige Möglichkeit unserer Babys auf sich aufmerksam zu machen.

Doch vor allem ist sie eine „Begleiterscheinung“ des Verarbeitens, der vielen neuen Eindrücken. In dieser ihnen so fremden Welt.

Aus diesem Grund ist es auch ratsam unsere Kinder in den ersten Wochen und Monaten nicht allzu vielen Eindrücken auszusetzen.

Und wenn diese kleinen, so hilflos aussehenden Wunder, dann Anfangen zu schreien, wollen wir dies so schnell wie möglich beenden.

Was uns in der Regel nicht bewusst ist, dass dieses Schreien eine tief in uns verborgene Traurigkeit weckt. Welche wir nicht wieder hochkommen lassen wollen.

Babys brauchen Nähe und Geborgenheit

Was unsere Babys in diesem Moment und auch über die Kinderzeit hinweg brauchen? Ist empathische Nähe. Sie wollen gehalten und „ausgehalten“ werden.

Vielleicht schafft ihr es auch, euch beim halten eures schreienden Kindes – euer inneres Kind (ihr als schreiendes Baby oder Kind) vorzustellen.

Mit oder ohne diese Vorstellung gibt ihr mit dieser inneren Haltung auch eurem inneren Kind Halt und Geborgenheit. Was zugleich zur Heilung eurer alten Traumata beiträgt.

Eigene Erfahrung mit meiner Tochter

Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass die Mutter meiner Tochter in ersten Wochen häufig nicht die „Nerven“ hatte. Unsere, häufig wie um ihr Leben schreiende, Tochter zu halten.

Dann nahm ich sie in meine Arme und lief mit ihr schaukelnd durch die Wohnung. Oder hielt sie einfach auf der Couch sitzend liebevoll in den Armen.

Auch wenn mich ihr Schreien sehr berührte, hatte ich damals schon das Vertrauen, dass „alles gut ist“. Woher dieses Vertrauen damals kam, weiß ich nicht. Doch es ist in uns allen, wenn wir es zulassen.

Mit meiner heutigen Erfahrung empfehle ich allen dabei bewusst und wenn möglich, durch die Nase verbunden zu atmen. Jeder bewusste Atemzug nach oben (in die Brust oder den Kopf) schützt uns, in unsere aufkommenden Gefühle zu fallen bzw. zu versinken.

Er hilft uns unsere Gefühle zu tragen und wenn wir dies lernen, kommen unsere Kinder nicht in die „Versuchung“ sie für uns zu tragen. Denn das ist es, was alle Kinder machen, wenn ihre Eltern es nicht schaffen. Somit auch die meisten von euch.

Unsere Zweifel verunsichern uns

Dieses nicht wissen, warum unser Kind so schreit, verunsichert uns mit am meisten. Wir haben Angst etwas Falsches zu tun, bzw. etwas Richtiges nicht zu tun.

Deswegen möchte ich allen jungen Müttern und Vätern mit auf den Weg geben, sich und ihrem „Bauchgefühl“ immer mehr zu vertrauen. Und wenn man dies gerade nicht wahrnehmen kann, die eigene Mutter, den Kinderarzt aufsuchen oder seine Hebamme zu fragen.

Die Erfahrung wird euch zeigen, dass der Grund ihres Schreiens nur sehr selten schwere Erkrankungen ist. Außer sie sind mit diesen auf die Welt gekommen.

Wir geben immer unser Bestes

Und was immer ihr macht, es ist immer das Beste, was ihr in diesem Moment tun könnt. Auch wenn eure Kinder sich häufig mehr wünschen und auch „verdient hätten“.

Übrigens gibt es zwei „Schrei-Laute“ an denen man häufig erkennen kann, was unsere Kleinen gerade brauchen. Na-Laute des Babys bedeuten, „ich habe Hunger bzw. will an die Brust“, Au-Laute des Babys bedeuten, „ich bin müde“.

Für die Momente, wo Mutter und/oder Vater gerade nicht die Nerven und Gelassenheit haben, ihr schreiendes Baby zu tragen – gibt es die Erfindung des Schnullers.

Doch in der Verbindung mit möglichen Kieferschädigungen (Kreuzbiss) fragt man sich als Mutter / Vater schnell, kann ich das meinem Baby antun oder gibt es einen Schnuller den ich ohne Bedenken meinem Kind geben kann?

Euer Deva (Babytalk – Redaktion)

Ein ähnlichen sehr interessanten Beitrag gab es in der Huffington-Post .

Und falls ihr auch an einem humorvolleren Zugang zu diesem Thema interessiert seid, findet ihr diesen unter folgendem Link: „Lasst mich doch einfach mal schreien“. Einen humorvollen Beitrag von Karlchen, unserem 6 Monate alten „Experten“.

Übrigens, falls ihr noch nichts von unserem Adventskalender gehört haben solltet, über den unten stehenden Link kommt ihr direkt hin. Die Verlosung vom 24.12 läuft noch bis Silvester. Das gesamte Babytalk-Team drückt Euch die Daumen.

Babytalk – Adventskalender

Beitragsfoto: Artush / shutterstock

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