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  • Der Winter: Mit Kindern den Jahreskreis erleben

    Der Winter: Mit Kindern den Jahreskreis erleben

    Mit Kindern den Jahreskreis erleben. In diesem Artikel findet ihr viele Beschäftigungstipps, Spiele und Rituale für die kalte Winterzeit.

    Draußen stürmt und schneit es. Regen fällt und es gibt in den ersten Monaten des Jahres meistens richtig fieses Schmuddelwetter. Die für Kinder aufregenden Feste wie Nikolaus, Weihnachten und der Jahreswechsel sind vorüber und der Winter zeigt sich von seiner ungemütlichen Seite.

    Obwohl die Tage schon langsam wieder länger werden, dauert es doch noch richtig lange, bis die Welt wieder freundlich grün wird und die Sonnenstrahlen uns endlich wieder ein wenig zu wärmen beginnen.

    Die Spielplätze sind unterm Schnee verborgen oder machen einfach keinen Spaß bei eiskaltem Matsch und grauem Regenwetter. Jetzt kommt die lange Durststrecke. Keine spannenden Feierlichkeiten mehr in Sicht. Seit Wochen drückt das eintönige Grau vor dem Fenster aufs Gemüt – auch den Kleinen – und das viele Stubenhocken und Drinnen spielen nervt alle.

    Winterliche Tipps für drinnen & draußen

    Jahreskreis Winter - Kind am Malen

    Was da hilft, ist Kreativität. Indem man sich bastelnd, malend und anderweitig gestalterisch mit Väterchen Frost auseinandersetzt, vergeht

    • die Zeit schneller und
    • gewinnt man auch dieser Jahreszeit eine schöne Seite ab.

    Wie wäre es mit einem Schneeflockenbild mit Pinsel und Wasserfarben, gemischt mit viel Wasser in ein wässriges helles Blau. Mit Deckweiß direkt aus der Tube gedrückt, gelingen tolle Schneeflocken. Ein Schneemann kann mit weißen Wollresten im Kreis gelegt oder mit drei Wattebäuschen aufgeklebt werden.

    Jetzt braucht der eisige Mann noch einen Hut und etwas orangefarbenes Tonpapier für die Nase. Etwas Reisig wäre noch toll für seinen Besen: Ziehen wir uns doch schnell mal den Skianzug an und schauen draußen nach, ob wir ein kleines Ästchen und ein paar Steine für die Knöpfe vor der Türe finden.

    Schwups, haben wir auch eine Aufgabe für unsere Kinder (und uns selbst!), um trotz kaltem Wind und eisigen Schneeregen einen Spaziergang zu machen. Rausgehen ist immer gut für die Kinder – bei jedem Wetter.

    Oft sind es nämlich nicht die Kleinen, die ein Problem mit dem Wetter haben, sondern die Großen, die keine Lust haben bei miesem Wetter vor die Tür zu gehen. Doch die Überwindung lohnt sich immer. Die Kinder sind wieder frisch und lang nicht so quengelig. Und sie sind abends

    Da macht auch das Basteln in der Stube noch viel mehr Spaß, wenn draußen gefundene Schätze aufgeklebt werden können.

    Eisskulpturen basteln

    Eine tolle Idee sind auch Eisskulpturen. Dazu benötigt man ein paar Sandförmchen oder andere Formen, z.B. Schüsseln. Zuerst legt man Winterschätze hinein, wie Gewürze, Orangenscheiben, aber auch glitzernde bunte Glassteine oder andere leuchtende Kleinigkeiten wie kleine Tiere oder Figuren.

    Dann gießt man Wasser dazu in die Form und stellt das Ganze über Nacht nach draußen. Am nächsten Tag ist alles tiefgefroren und man klopft das Kunstwerk vorsichtig aus der Form. Damit es nicht kaputt geht, ist es wichtig, dass das Eis nicht zu dünn und zerbrechlich ist.

    Eine große Schüssel sollte man allerdings auch nicht ganz voller Wasser gießen. Denn je dicker das Eis ist, desto schwieriger löst es sich aus der Form! Sollte das passieren, nehmen wir die Form einfach mit ins Warme und lassen sie ein wenig antauen, bis sich der Eisklotz löst.

    Damit die Eisskulpturen auch aufgehängt werden können, legt man in das Wasser eine Schnur mit hinein, die mit ihrem anderen Ende (oder als Schlaufe) heraushängt.

    Am nächsten Tag können die Objekte dann in Bäumen oder vor dem Fenster aufgehängt, hingestellt und gebührend bewundert werden. Besonders schön sieht es aus, wenn sich das Licht der Wintersonne in dem dicken Eis bricht.

    Tiere im Winter

    Was machen eigentlich die Tiere im Winter? Klar, so viele sind nicht zu sehen wie sonst, doch es gibt wunderschöne Bilderbücher über die heimischen Tierarten und die Tiere des Waldes. Gemeinsam mit den Kindern auf Entdeckertour gehen, macht Riesenspaß.

    Mit so einem Buch gelingt es auch Laien, einige Tierspuren im Schnee (oder im Matsch) zu finden und zu bestimmen. Den Spuren kann man auch folgen! Oft finden sich auch Hinterlassenschaften der Tiere wie Federn, Knochen, „Kaka“, ein Gewölle oder sogar ein bisschen Fellhaare.

    Dazu muss auch nicht unbedingt ein Wald in der Nähe sein. Auch in den Stadtparks leben ganz schön viele wilde Tiere wie Eichhörnchen, Hasen und einige mehr.

    Bei so einem Abenteuer lassen sich den wissbegierigen Kindern auch gut naturwissenschaftliche Sachverhalte sowie Arten- und Umweltschutz erklären. Etwa, dass man die zurückgebliebenen Laubhaufen besser stehen lässt, denn dort könnte ein Igel mit seiner Familie Winterschlaf halten!

    Und die Tiere, die wach geblieben sind? Sie haben es jetzt im tiefen Winter, gerade in schneereichen Gegenden oft schwer mit der Futtersuche. Viele haben sich zwar Vorräte angelegt, aber auch die halten nicht ewig, wenn der Schnee alles zudeckt.

    Es ist eine wunderschöne Aufgabe, den Tieren Futter zu bringen. Für die Rehe und Hirsche können Äpfel mit Sonnenblumenkerne gespickt werden. Mamas und Papas können diese, aber auch Karotten mit Nadel und Faden durchstechen (oder mit einem Handbohrer durchbohren).

    So können die Mitbringsel an Nadelbäumen mit tiefen Ästen oder in Gebüschen festgebunden werden. Da gibt es bestimmt so einige Interessenten mehr auf Futtersuche!

    Vogelfutter selber herstellen

    Jahreskreis Winter - ein Kind legt Vogelfutter in ein Vogelhäuschen

    Für die Vögel kann Körnerfütter ausgestreut werden. Es ist eine lohnende Attraktion auch auf dem Balkon ein Vogelhäuschen aufzustellen! Durchs Fenster kann die ganze Familie beobachten wie die Vögel zum Picken herbeifliegen. Dabei kann mit einem Sachbuch zusammen nachgeschaut werden, was denn das für Vögel sind, die im Winter bei uns geblieben sind.

    Es ist übrigens gar nicht schwer, selbst Vogelfutter herzustellen. Die Vögel brauchen nämlich auch viel Fett, um die Kälte auszuhalten. Für Meisenknödel oder Meisenringe benötigt man Rindertalg oder Bio-Kokosöl, notfalls auch ungehärtetes Kokosfett.

    Dieses in einem alten Topf langsam erwärmen bis es schmilzt. Hineingegeben werden können die Körner einer Vogelfuttermischung. Haferflocken oder Erdnüsse schmecken den Vögeln auch gut!

    Alles durchmischen und Kugeln formen. Diese trocknen an der kalten Luft rasch. Für die Meisenringe kann man zwei runde Keksausstecher unterschiedlicher Größe als Form ineinander stellen.

    Kinder lieben den Karneval!

    Jahreskreis Winter - Karneval Kinder verkleidet

    Und noch etwas steht in diesen letzten Wintermonaten an! Der Karneval oder Fasching bringt jetzt doch noch Farbe ins graue Einerlei. Das ist natürlich nicht jedermanns Sache, aber kleine Kinder verkleiden sich in den allermeisten Fällen sehr gerne. Es mögen sich zwar nicht alle anmalen lassen, aber das muss ja auch nicht sein.

    So ein Karnevalsumzug ist eine echte Erfahrung. Die machen die Kleinsten am liebsten auf dem Arm von Mama oder Papa, denn die bunten Masken, die da an einem vorbeiziehen und manches Mal sogar auf einen zuspringen, können ganz schön gruselig sein…

    Wem das Gewusel auf dem Kinderfasching zu viel und das vielstimmige Kindergebrüll dort zu laut ist, der feiert doch ein eigenes kleines Kostümfest im Februar oder März. Dazu muss das Kind ja nicht unbedingt in dieser Zeit Geburtstag haben.

    Ein paar Kitafreunde und ihre Mamas sind schnell eingeladen und jede bringt was mit: Faschingskrapfen, Luftschlangen und lustige Tanzmusik. Konfetti selbermachen ist übrigens auch ein Riesenspaß: Die Kinder lieben es, bunte Papierreste mit dem Locher zu lochen oder in kleine Schnipsel zu reißen.

    Die Reise nach Jerusalem

    Nach wilden Tänzen und der „Reise nach Jerusalem“* zu der so viele Stühle wie Kinder und Musik benötigt werden, darf dann auch ein etwas ruhigerer Part folgen.

    *für jedes Kind einen Stuhl mit den Lehnen aneinander stellen. Die Kinder tanzen zur Musik um die Stühle herum. Bricht die Musik ab, muss sich jedes Kind einen Stuhl suchen. Ruhig erst einmal drei, vier Runden mit allen Stühlen tanzen lassen, dann ist das Spiel nicht gleich für ein Kind vorbei.

    Erst später den ersten Stuhl entfernen, sodass ein Kind keine Sitzgelegenheit mehr findet. Dieses bekommt einen Trostpreis, ein Bonbon oder Keks, oder darf vielleicht jetzt den Rekorder bedienen. Bei jeder Runde jetzt einen Stuhl entfernen.

    Ruhigere Spiele für eine Faschingsparty sind zum Beispiel Verkleidungen raten. Dazu braucht ihr eine Verkleidungskiste mit allerlei Tüchern, Ketten, Hüten und anderen Dingen aus Mamas Schrank, aber auch Spielzeug und Alltagsdinge sind gut wie zum Beispiel ein Kochlöffel, eine Schürze, eine Gießkanne, Arztkoffer, Puppenzubehör, ein Bauhelm, Säbel und vieles mehr.

    Lustig ist es auch, gemeinsam bunte Konfetti Bilder zu malen. So bunt wie möglich, mit Fingerfarben, Kreiden und allem, was da ist. Dann dürfen die Kinder Luftschlangen und Konfetti auf ihre Faschingsbilder kleben. Viele bunte Farben machen froh und die Zeit bis zum Frühling kurz und lustig!

    Viele Grüße Eure Verena (Babytalk – Autorin)

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  • Wieviel Medienkonsum ist gut für Kleinkinder?

    Wieviel Medienkonsum ist gut für Kleinkinder?

    Ganz ehrlich: Kleinkinder brauchen weder Fernsehen noch Tablets also keinen Medienkonsum. Oder habt ihr schon mal eine Zweijährige gesehen, die aktiv nach dem Tablet verlangen würde, wenn ihr andere spannende Spiele angeboten und am besten auch noch mit ihr gemeinsam aufgebaut und gespielt werden?

    Kleine Kinder wollen die Welt entdecken. Vermeintlich verlangen sie dann nach Smartphone & Co., wenn sie es bereits kennen gelernt haben. Und wer hat es ihnen gezeigt? Genau, wir, die Großen.

    Denn eigentlich sind es die müden, überforderten, gelangweilten, abgelenkten oder desinteressierten Erwachsenen, die nach einer Pause verlangen. So kommt die elektronische Unterhaltung überhaupt ins Spiel.

    Kein Medienkonsum bis zum 3. Lebensjahr

    Was ich beim ersten Kind noch einigermaßen geschafft habe, nämlich fast kein Medienkonsum bis zum dritten Geburtstag, daran bin ich mit den Geschwisterchen sagenhaft gescheitert.

    Erstens, wenn das große Kind wie gebannt auf einen Bildschirm starrt, bekommen die Kleineren das unweigerlich mit und wollen das auch. Es hüpft schließlich schön bunt und singt lustig im Kasten. Was soll daran schädlich sein?

    In der Tat ist es beim zweiten und dritten Kind ungleich schwieriger, auf einen bewussten Medienkonsum zu achten. Doch auch das geht – natürlich ausgenommen: Tage am Rande des Nervenzusammenbruchs, die ja nun wohl wirklich fast alle Eltern kennen, oder?!

    Wie wäre es zum Beispiel damit, dass großer Bruder und große Schwester abends als Privileg länger aufbleiben dürfen? Oder dass sie sich gemeinsam mit Mama ihre Medienzeit während des Mittagsschlaf der Kleinen gönnen?

    Dann haben die Eltern weiterhin ihre Ruhepause und das große Geschwister fühlt sich in seiner Rolle als „Großer“ gestärkt, während die Kleinen noch nicht viel vom Medienkonsum mitkriegen müssen. Da gibt es bestimmt ein passendes Modell für jede Familie.

    Wir sind die Vorbilder

    Zweitens, wenn die Eltern viel Zeit am Smartphone in den sozialen Medien oder vor Bildschirmen von Computern und TV verbringen, ist es für Kinder natürlich schwer verständlich, warum sie das selbst nicht tun sollten.

    Es gilt immer zu berücksichtigen, dass unsere Kinder nicht verstehen, was wir für einer Tätigkeit nachgehen, wenn wir auf einen Bildschirm oder ins Handy starren. Sie können nicht erkennen, ob wir gerade arbeiten, wichtigen Papierkram erledigen oder zocken.

    Das habe ich verstanden, als mein Dreijähriger eines Tages während meiner Arbeit im Homeoffice unter den Schreibtisch gekrabbelt ist – und zack – den Hauptschalter gekappt hat. Bildschirm schwarz, Mutter kreischt, aber Kind hat sein Ziel erreicht: endlich schaut Mama es an, beachtet es.

    Es hat die gerade so dringend benötigte Aufmerksamkeit der Mutter wieder erlangt. Da habe ich auch erkannt wie viel Wahres in dem Spruch von Karl Valentin liegt: „Wir brauchen unsere Kinder nicht erziehen, sie machen uns sowieso alles nach.“

    Die Vorbildfunktion der Erwachsenen ist im Zusammenhang mit Medienerziehung und einem bewussten Umgang mit den Medien nicht zu unterschätzen. Mami trifft sich mit der Freundin und das Baby kriegt das Tablet vorgelegt, damit es beschäftigt ist? Die Familie sitzt im Restaurant und die Kinder bekommen die Smartphones, damit sie bloß still sind? Traurig aber wahr, das sind häufig beobachtete Szenen in der Öffentlichkeit, aber auch in den eigenen vier Wänden.

    Natürlich macht das jeder von uns mal und dagegen ist doch auch nichts einzuwenden. Manchmal geht es eben nicht ohne. Doch die schnelle Hilfe bei Knatsch, Streit und Geschrei hilft nur vordergründig. Rasch ist das vermeintlich praktische Hilfsmittel im Dauereinsatz.

    Natur erleben statt Medienkonsum

    Den Kindern mangelt es an Bewegung und frischer Luft. Waren das nicht mal die ultimativen Geheimtipps für entspannte, ausgeglichene Kinder? Denn Gebrüll und Motzerei geht nach der Spielzeit leider meistens in die nächste Runde. Die Kinder sind dabei noch vielmehr überdreht als vor dem Gebrauch von Smartphone und Tablet.

    Wenn Fernsehen und Tablet täglich eingesetzt werden, um in Ruhe seinen eigenen Bedürfnissen nachzugehen, gewöhnen sich die kleinen Menschen recht schnell an eine ständige Mediennutzung. Und wer sich an etwas gewöhnt hat, fordert das dann auch lautstark ein. Logisch, oder?

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass meine Kinder umso mehr nach Filmen und Videospielen verlangen, desto häufiger wir vor dem Bildschirm sitzen.

    Aber alles halb so wild. Es lohnt sich wirklich gegenzusteuern. Genauso schnell wie die Kids sich an einen erhöhten Medienkonsum gewöhnen, so schnell lassen sie sich auch wieder auf andere Gedanken bringen.

    Wenn ich das Gefühl hatte, jetzt verbringen wir aber eindeutig zu viel Zeit vor der Glotze, habe ich uns allen strikt medienfreie Tage verordnet. Ab nach draußen, alle zusammen, hinaus in den Wald oder den Park.

    Sinnvolle Beschäftigungen

    Sehen die Kinder, dass auch die Großen mal für einen ganzen Tag Smartphone und Tablet in der Tasche lassen, vergessen sie die aufregende, aber eben auch nicht reale Welt aus Film und Fernsehen wieder. Plötzlich ist ihr wirkliches Leben ein großes Abenteuer, denn so ein Tag im Indoorspielplatz oder auch ein einfacher Waldspaziergang kann ganz schön spannend sein.

    Die Natur lässt sich wie eine große Schatzsuche inszenieren. Dazu braucht es kaum Hilfsmittel. Gerade kleinere Kinder finden alles spannend vom Tunnelgraben im Sandkasten bis zum Schneemann bauen.

    Alles, was sie brauchen, ist ein klein wenig Anleitung und eine Idee – ihre eigene Phantasie zeigt ihnen den Rest. Aber am schönsten ist es manchmal doch, wenn Papa oder Mama mitspielen.

    Es ist sehr sinnvoll, den Kindern, zum Beispiel mittels Sportangeboten, alternative Beschäftigungsmöglichkeiten an die Hand zu geben. So bekommen sie Hobbys und lernen etwas kennen, das ihnen Spaß macht.

    Sie kriegen von klein auf eine Idee, dass das Leben mehr beinhaltet als die digitale Welt. Denn geht es nicht in erster Linie um einen Ausgleich, ein sowohl als auch?

    Schon Kleinkinder haben Spaß beim Kinderturnen oder der Eltern-Kind-Partner-Variante. Ob Schwimm- oder Skikurs, Fußball, Kindergarten oder Pekip – am besten ist es doch immer, zunächst etwas auszuwählen, was auch den Interessen der Eltern entspricht. So ist viel gemeinsame Zeit garantiert.

    Sinnvoller Medienkonsum

    Der Neurologe Prof. Dr. Joachim Bauer empfiehlt aufgrund neuester Erkenntnisse aus der Hirnforschung einen sehr moderaten Umgang mit digitalen Medien bis zum zehnten Lebensjahr.

    „Die Welt ist keine zweidimensionale Bedienungsoberfläche, sondern eine dreidimensionale Welt, die sich das Kind nur analog, nicht digital erschliessen kann. Daher sollen Kinder in den ersten zehn Lebensjahren in der realen Welt spielen, die Natur erkunden, musizieren und lernen ihren Körper einzusetzen.

    Smartphones, Tablets und PCs engen, wenn sie in dieser Zeit zur Beschäftigung des Kindes werden, den Erfahrungsraum des Kindes gefährlich ein.“ Prof. Dr. Joachim Bauer (Auszug aus einem Interview im Naturblog Mami Rocks.)

    Die tägliche Medienzeit sollte daher auf keinen Fall eine halbe Stunde übersteigen – und wie gesagt – komplett medienfreie Tage sind sehr hilfreich, um den Medienkonsum einzuschränken. Für kleine Kinder gibt es tolle Lernspiele, aber auch Mal- oder Musikspiele sind nette Zerstreuungen.

    Altersangaben von Spieleherstellern

    Die Altersangaben von Filmen und Spieleherstellern sind meiner Meinung oft nicht zutreffend. Allein schon die Länge eines Kinofilms ist für ein Kleinkind zu lang. Es schafft es gar nicht, sich auf so eine komplexe Geschichte zu konzentrieren.

    Auch die vielen Zeichentrickfilme, die kindlich wirken, aber 1-A nach dem Hollywood-Actionfilm-Muster gestrickt sind, finde ich ungeeignet. Außerdem ist mir in den meisten Filmen zu viel Gewalt und Kampf im Spiel.

    Viel besser sind da Kinderserien, die 10 oder allerhöchstens 20 Minuten dauern. Mir gefallen da die Serien aus Frankreich sehr gut, z.B. Bali, oder Trotro – ein allerliebstes Eselchen und natürlich auch Caillou.

    Tolle deutsche Serien sind Jonalu und immer wieder die Spots von Sendung mit der Maus. Wir diese sehr viel auf Youtube geguckt. Leider gibt es dort mittlerweile auch immer mehr Werbung in den Filmen. Die kann man aber immerhin überspringen – im Gegensatz zur Fernsehwerbung.

    Da sind wir schon bei einem neuen Thema: Es ist nie früh genug, um den Kindern die manipulativen Fallstricke von TV & Internet zu erklären. Das geht ganz einfach: Indem Ihr selbst etwa die Werbung mit einem kritischen Kommentar entlarvt, verstehen Eure Kinder schnell, dass nicht alles, was da auf dem Bildschirm erzählt wird, der Wahrheit entspricht.

    Eure Verena (Babytalk – Autorin)

    Werbung

    Mehr dazu, eure Kinder bindungsorientiert und liebevoll in die Selbstständigkeit zu begleiten, findet ihr in unserem Buch „Glückliche Kinder brauchen entspannte Eltern“ welches im Humboldt-Verlag erschienen ist:

    Beitragsfoto: Twin Design / shutterstock
    Pinteres: LDProd von G Images Pro (über Canva) & Twin Design
  • Brauchen wir dieses Jahr schon einen Nikolaus, Schatz?

    Brauchen wir dieses Jahr schon einen Nikolaus, Schatz?

    Wenn Babys brüllen, weil sie der fremde bärtige Mann da im Wohnzimmer erschreckt und Mama sich doch solche Mühe mit der Party zu Nikolaus plus extra engagiertem Weihnachtsmann gegeben hat, dann passt da irgendwas nicht zusammen. Bei wem läuten jetzt die Alarmglocken?

    So wenig wie Einjährige ein großes Geschenk und eine Mega-Party zum ersten Geburtstag brauchen, so wenig erfassen sie den Sinn von Ostern und Nikolaus.

    Lasst Euch doch alle etwas mehr Zeit, liebe Eltern, denn solange Eure Kinder nichts von den Schokoeiern und den in silbernes Papier verpackten Zuckermännern wissen, solange habt ihr auch Ruhe.

    Erst nachdem das Kind auf den Geschmack gekommen ist, wird es schwierig. Das ist auch nicht gemein und euren Kindern wird nicht etwa Lebensnotwendiges vorenthalten. Das sind alles nur Vorstellungen, die uns Handel und Werbung gerne vormachen würden.

    Manchmal fällt es schwer, noch ein Jahr abzuwarten, denn wer möchte seinem Kind nicht all das schöne unserer Traditionen zeigen?

    Ein tolles Weihnachtsfest feiern mit festlich geschmücktem Christbaum, glitzernder Weihnachtsdekoration und flackerndem Kerzenlicht?

    Das ist so verständlich und doch kriegt ein einjähriges Kind gar nichts und ein zweijähriges Kind wenig von all dem mit.

    Stimmung und Atmosphäre 

    Ganz sicher aber bekommen auch kleine Kinder die besondere und festliche Stimmung mit, in der wir uns an Festen wie Weihnachten und in der Adventszeit befinden.

    Deshalb kann zwar getrost auf schädliches Zuckerzeug wie Schokoladennikoläuse und Osterhasen verzichtet werden. Das muss aber nicht heißen, dass die Kinder nicht artgerecht und bindungsorientiert in die Feste der Familie mit einbezogen werden können.

    Wie schön ist es doch mit einem kleinen Kind auf dem Schoß weihnachtliche Lieder zu singen, vielleicht zuzuhören wie ein Familienmitglied auf einem Instrument etwas vorspielt.

    Der Duft des Kerzenwachs und der Tannennadeln haben so eine beruhigende Wirkung auf sie wie auf uns. Unsere Stimmung, Musik, Harmonie in der Familie, Kerzenlicht und der Duft selbst gebackener Weihnachtskekse – das sind alles Elemente, die beruhigen und in der Erinnerung des Kindes verankert bleiben.

    Als das, was Familie aus macht. So ein vertrauenerweckendes Grundgefühl kann einem im späteren Leben keiner mehr nehmen.

    Auch wenn sich Kinder schon mit sieben Jahren immer weniger an die erste Zeit von null bis drei Jahren erinnern können, hier gibt es definitiv viel, was sie mitnehmen können.

    Das festliche und besondere der Weihnachtszeit geben wir ihnen schon ganz früh weiter – und zwar altersgerecht. Dazu brauchen wir keinen Süßkram und keine Massen an neuem Spielzeug unterm Baum.

    Wenn Großeltern und Verwandte das nicht verstehen, können die Geschenke ja auch von den Eltern aufgehoben werden.

    Ich habe es gehasst, wenn irgendjemand aus dem Verwandtenkreis versucht hat, meinen Kindern unter drei Jahren Süßigkeiten zu füttern.

    Das habe ich auch jeden wissen lassen. Manchmal hilft es nichts und man muss zum Wohle des Kindes ein Machtwort sprechen. Einfach verschwinden lassen geht eben nicht immer.

    Aber die meisten Menschen verstehen die dahinter stehende Haltung wohl – vor allem wenn man dazu sagt, singen sie meinem Baby doch lieber ein weihnachtliches Wiegenlied anstatt es mit Zucker zu füttern.

    Aber das Geschwisterchen

    Natürlich ist es bei weitem schwieriger, wenn schon Geschwisterkinder im Haus sind, die sich sehnsüchtig auf ihren Nikolausstiefel freuen.

    Im ersten Jahr kriegt das Baby auch hier nichts mit. Aber mit zwei oder drei Jahren passt es sehr genau auf, was die Großen sagen, spielen und bekommen.

    Natürlich lässt es der große Bruder kosten, wie könnte er seinem kleinen Schwesterchen auch diesen Leckerbissen vorenthalten.

    Auch hier kann viel erklärt und gemeinsam über gesunde Alternativen nachgedacht werden. Wenn viel gesundes dabei ist, fällt ein kleiner Schoko-Weihnachtsmann auch nicht so sehr ins Gewicht, oder? Es ist wie bei so vielem eine Frage des rechten Maßes.

    Nikolaus - Kinder beim Backen

    Tradition statt Konsum

    Viel wichtiger als ständiger Konsum ist doch gerade bei den Festen des Jahreskreises das Zusammensein mit der Familie. Wieso nicht gemeinsam Lebkuchenmänner backen? Das Baby kann kosten und hat das Gefühl bei allem mit dabei zu sein.

    Ein weiterer schöner Brauch sind auch Weihnachtswichtel. Jeden Tag im Advent versteckt sich der Wichtel woanders im Haus. Damit er nicht verschwindet, stellt man dem kleinen Mann (eine Puppe aus Filz oder Wolle) einen Schluck Milch und einen Keks vor dem Zubettgehen in die Küche.

    Welche Freude, wenn der Wichtel von den Keksen am nächsten Morgen nur noch ein paar Krümel übrig gelassen hat.

    Am Vorabend des Nikolaustages gibt es ebenfalls den Brauch, dem Nikolaus und seinem Reittier eine Brotzeit, Kekse, einen Apfel und etwas Heu vor die Tür zu stellen.

    Auch das Schuhe bzw. Stiefel hinausstellen ist eine beliebte Tradition zu Nikolaus. Es geht also nicht um die Bräuche und Tradition, sondern darum sie gezielt auszuwählen. Mit den Kindern zu leben und zu gestalten und sie altersgerecht umzusetzen.

    Eure Verena (Babytalk – Autorin)

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  • Adventskalender für unsere Kleinsten

    Adventskalender für unsere Kleinsten

    Überall liegen sie schon wieder in den Geschäften, die mit Schokolade gefüllten Adventskalender für Kinder.

    Schön bunt sehen sie aus, doch ist all dieses Zuckerwerk wirklich gut für mein Kind?

    In der Weihnachtszeit wimmelt es nur so von zuckerhaltigen Süßigkeiten. Hier ein Zuckerl geschenkt, die Oma bringt den dritten Nikolaus und selbst die nette Schuhverkäuferin hält Süßes für kleine Kunden parat.

    Sehr schnell haben die Kinder begriffen, was Süßigkeiten sind und wie lecker diese schmecken. Da mag kaum eine Mutter ständig den Buhmann spielen und bei jedem Geschenk mit einem energischen „Nein, das darfst Du nicht“, das Bonbon in der Handtasche verschwinden lassen.

    Deshalb ist es umso wichtiger die Übersicht über den Zuckerkonsum der Kinder zu behalten. Zucker schmeckt, hat aber auch viele Nachteile. Dass er schlecht für die Gesundheit und die Zähne ist und die Entstehung von Karies fördert, wissen die meisten.

    Darüber hinaus macht er die Kinder aber auch hibbelig und unkonzentriert. Nachdem die Leistungskurve nach dem Zuckerkonsum stark ansteigt, sinkt sie darauf in ein Tief.

    Die Kinder können sich dann nur noch schlecht konzentrieren, sind oft überdreht und unausgeglichen. Bei erhöhtem Zuckerkonsum über einen längeren Zeitraum hinweg, kommt es natürlich auch zu einer Gewichtszunahme.

    Dicke Kinder sind leider mittlerweile nicht nur mehr in den USA, sondern auch in Europa keine Ausnahme mehr.

    Alternativen für den Adventskalender

    Im Gegensatz zu den vielen in unseren Lebensmitteln versteckten Zuckern, können wir die im Adventskalender versteckten Süßigkeiten leicht gegen andere verlockende Geschenke austauschen.

    Die Kinder werden nichts vermissen, und wünschen sich von Anfang an Jahr für Jahr so einen schönen selbst gemachten Kalender von Mama oder Papa.

    Wie teuer kommt ein selbst gemachter Adventskalender?

    Es ist richtig, so ein selbst gemachter Adventskalender ist nicht billig. Dennoch gibt es Möglichkeiten, die Kosten im Rahmen zu halten.

    Neben gekauften Varianten mit kleinen Säckchen oder Stiefeln aus Filz an einer Schnur, alle mit einer Nummer von 1 bis 24 versehen, gibt es bewährte Alternativen zum Selbermachen.

    Für die erste Methode benötigt man 24 Socken – am besten Wollsocken und 24 hölzerne Wäscheklammern. Diese werden mit Nummer und Socken an eine robuste Schnur oder ein Seil geklemmt.

    Die Variante ist sehr schön, braucht aber viel Platz. Am besten eignet sich eine freie Wand im Flur oder im Treppenhaus.

    Wer 24 Klopapierrollen oder 24 Streichholzschachteln (oder andere kleine Schachteln) sammelt, kriegt einen schönen platzsparenden Adventskalender.

    Die Klorollen mit buntem Papier bekleben, immer an einer Seite das Papier 5 cm überstehen lassen, und auf einen langen Karton in zwei untereinander Zwölferreihen ankleben.

    Jetzt kann der Kalender gefüllt und mit Nummern beschriftet werden. Am Schluss das überstehende Papier mit Schnüren zubinden.

    Mit den Schachteln kann man eine Pyramide bauen oder eine kleine Stadt mit bunt beklebten Häusern.

    Der schönste Kalender, den ich kenne, ist ziemlich aufwändig:

    Einen großen Luftballon mit Pappmaché umhüllen und in der Dusche aufgehängt mehrere Tage trocknen lassen. Dann bemalen und unten mit einem Korb versehen.

    In und am Korb sowie an dem Ballon hängen überall kleine Geschenkpäckchen. Für Kinder ist es jeden Morgen ein Heidenspaß auf einen Stuhl zu klettern und das richtige Paket abzuschneiden.

    Adventskalender Figuren selber gebastelt aus Naturmaterialien

    Die richtige Füllung

    Wer gerne Süßes verschenkt, hat hier die Möglichkeit „gesunde“ Süßigkeiten einzupacken. Das können selbst gemachte Kekse oder Lebkuchen sein, aber auch Fruchtleder als Alternative zu Gummibären.

    In einem Dörrautomaten oder im Backofen gelingen Trockenfrüchte. All das gibt es aber auch in Drogerie- und Supermärkten sowie in Reformhäusern.

    Gesund sind auch Kokoschips, Mandelsplitter oder andere Nüsse, die mit dunkler Schokolade übergossen wurden. Dunkle Schokolade enthält kaum Zucker.

    Sie kann auch mit alternativen Süßungsmitteln wie Kokosblütenzucker, Agavendicksaft oder Xylit (Birkenzucker) gesüßt werden. Das ist der große Vorteil beim selber Backen.

    Eine andere süße Idee sind kleine Pixie-Bücher, die jeden Tag vorgelesen werden. Es gibt übrigens auch einen Pixie-Buch-Adventskalender.

    Daneben gibt es von diversen Herstellern fertige Kalender ab ca. vier Jahren, die meist mit Plastikspielzeug gefüllt sind. Im DIY-Kalender kann man kleine Bücher mit anderen Überraschungen mischen.

    Günstiger wird es, wenn man sich auf ein paar Großpackungen zugunsten vieler Einzelteile – relativ teuer, pro Stück 1-4 Euro – entscheidet.

    Wie wäre es mit einer Packung kleiner Autos oder einer Packung Zoo- oder Bauernhoftiere? Eine nette Idee ist auch, eine Packung Lego zu kaufen und in jedem Türchen einen Stein davon zu verstecken.

    Auch auf dem Flohmarkt findet man allerlei Krimskrams, um 24 Türchen voll zu kriegen. Besonders schön sind auch kleine „Edelsteine“ – so wird die Schatzkiste gefüllt.

    Des weiteren eignen sich Stempel, Pferdchen und andere Sammelfiguren, aber auch Quetschies, Fruchtriegel und kleine Tüten mit Badesalz für ein buntes Vollbad aus dem Drogeriemarkt.

    Ein paar besondere Stifte, ein Spitzer oder Radiergummi sowie weitere Dinge, die man gerade ohnehin gebraucht hätte, vervollständigen den Kalender mit etwas Nützlichem.

    Für die allerkleinsten sind auch Kastanien und ganze Walnüsse in der Schale toll, kleine Filzmänner oder Feen.

    Eine weitere Möglichkeit sind kleine Holzfiguren oder Krippenfiguren, die man dann an einem weihnachtlichen Jahreszeitentisch aufstellt. Auch Anhänger für den Weihnachtsbaum eignen sich.

    Ganz nach dem Motto: „Weniger ist mehr“

    Die Herausforderung ist es wirklich, nicht zu übertreiben. Es soll eine kleine Aufmerksamkeit sein und kein tagelanges Geschenke auspacken. Der erste Adventskalender ist in den darauf folgenden Jahren sonst nur noch schwer zu toppen.

    Es gibt auch Familien, die denken sich 24 Spiele oder Aktivitäten aus, die sie gemeinsam unternehmen wollen. Da steht dann heute „ein Bilderbuch gemeinsam anschauen“, morgen „Kekse backen“ und übermorgen „Ab in den Wald“ an.

    Viel Spaß beim kreativen Adventskalender bestücken und basteln, wünscht euch

    Eure Verena (Babytalk – Autorin)

    (Vielleicht habt ihr auch noch Interesse an unserem Beitrag „Die Magie der Weihnachtsbräuche„, Hinweis der Redaktion).

    Beitragsfoto: Vadim Zakharishchev / shutterstock
    Foto2: Stefan Rotter / shutterstock
    Foto3: lcrms / shutterstock
  • Der Herbst: Mit Kindern den Jahreskreis erleben

    Der Herbst: Mit Kindern den Jahreskreis erleben

    Im folgenden werde ich euch mitnehmen auf der Reise durch Jahreskreis – Teil „Herbst“ mit den Kindern erleben.

    Jahreskreis Herbst

    Plötzlich ist es wieder soweit. Die Kälte ist da. Ein, zwei verregnete Tage genügen, und die Bäume sind fast kahl. Was gerade noch in buntester Blätterpracht in rot, orange und gelb geleuchtet hat, liegt auf dem Boden.

    Wenn die Sonnenstrahlen alles wieder getrocknet haben, geht es los mit dem wilden Rascheln. Selbst Erwachsene – wie mich – sieht man im Schlurfschritt durch die Blätterhaufen rascheln, zumindest wenn sie sich unbeobachtet fühlen.

    Für viele ist das wohl eine der bleibenden Kindheitserinnerungen. Der erdige Duft des Laubes, die Farben und Formen der Blätter – und zu guter Letzt das Zusammenrechen großer Laubhaufen.

    Schließlich sollen auch die Igel ihr Plätzchen für den anstehenden Winterschlaf bekommen. Das ist ein Ritual, das Kinder lieben – denn was für eine Freude ist es doch, im Frühling mit dem Besuch eines igeligen Gartenbewohners überrascht zu werden – oder gar mit Nachwuchs in der Igelfamilie.

    Deshalb darf der Laubbläser, Feind allen Kleingetiers, getrost weg bleiben. Die gemeinsame herbstliche Arbeit mit dem Rechen im Garten lohnt sich gleich in vielerlei Hinsicht:

    Die motorische Geschicklichkeit wird mit Kinderrechen, Schaufel und Schubkarren geübt und durch die Arbeit wird das zu dieser Jahreszeit oft so triste Draußen zu einem abenteuerlichen Ort.

    Kälte hin oder her, ein warmer Kakao oder Tee in der warmen Stube belohnt die Arbeiter mit roten Bäckchen und bestens gestärkt mit vielen frischen Widerstandskräften.

    Und wer mit seinen Kindern bereits die Schätze des Waldes gesammelt hat – Blätter, Eicheln und ihre Kappen, kugelige Kastanien und ihre stacheligen Bettchen, Nasenzwicker vom Ahornbaum, orange leuchtende Vogelbeeren, Zapfen von Tanne und Kiefer, Steine und Kiesel, Moose, Zweige und Stöckchen – der hat vorgesorgt.

    Jahreskreis - Bastellein des Herbstes

    Basteleien, wenn es draußen stürmt

    Keine Jahreszeit ist schöner zum Basteln, als der Herbst mit seinen zahlreichen Festen im Jahreskreis. Aber auch ohne besonderen Anlass, liefert die Natur in dieser Jahreszeit einfach so viel interessantes Bastelmaterial.

    Die bunten Blätter von den Bäumen lassen sich wunderbar in schweren, großen Büchern pressen. Damit können die Kinder dann nach ein paar Tagen Gesichter, Waldgnome oder Tiere kombinieren und auf weiße Blätter kleben.

    Mit den Früchten des Waldes lassen sich wunderschöne Jahreszeitentische gestalten. Das sind kleine Stilleben mit den Schätzen, die uns die Natur zu jeder Jahreszeit schenkt.

    Dazu passen bunte Tücher in den Farben des Herbstes, Schurwolle, schöne Steine, Mineralien und Holzfiguren. Zum Erntefest auch Feldfrüchte wie Mais, Hafer oder Kartoffeln.

    Der Erntemonat Oktober mündet in Halloween – für viele kein traditionelles Jahreskreis – Fest und damit verpönt. Doch jenseits der amerikanischen Trick-or-Treat- und Monsterpartys gibt es auch vergleichbare keltische Bräuche.

    Das Totenfest Samhain feiert den Abschluss des Jahreskreis und verabschiedet das Licht bis es um die Weihnachtszeit zurückzukehren beginnt. Sobald die Tage bereits unmerklich wieder länger zu werden beginnen.

    Jahreskreis – Fest Halloween oder Samhain

    In dieser dunkelsten Zeit des Jahres hieß es, sei die Nähe zum Totenreich spürbar, und genau dies symbolisiert Halloween mit seinen gruseligen Kostümen. Ein schöner Brauch ist es etwa, ein Licht ins Fenster zu stellen. Das soll Gespenster und anderes lichtscheues Gesindel fern halten.

    Kinder sind sehr empfindsam für Brauchtum, Traditionen und Rituale. Eine passende Geschichte zum Vorlesen, selbst gebackene Gespensterkekse oder Hexenfinger und eine einfache Bastelei runden ein Thema ab.

    An Halloween können das gemalte Gespenster sein, gebastelte aus weißen Plastikflaschen, altem Stoff, Klopapierrollen oder aus Salzteig zum Kneten.

    Der Salzteig besteht aus Mehl, Salz und Wasser. Nach dem Knetspaß müssen die Kunstwerke im Ofen bei 120 Grad gebacken werden. Wenn der Teig an den Rändern braun wird, ist er fertig.

    St. Martin und Laterne gehen

    Das nächste schöne Fest folgt kurz darauf, St. Martin. Sehr beliebt ist das Fest im Kindergarten. Doch vielerorts können auch Kleinkind und Baby-Mamas beim Umzug mitgehen.

    Auch wenn ein Kleinkind seine selbst gebastelte Laterne vielleicht nicht besonders lange tragen kann oder will, mit leuchtenden Augen wird es das tanzende Licht in den Händen der Mama bewundern.

    So ein Laternenumzug hat eine derart magische Stimmung, dass es für unsere Kids stets zu den Highlights des Herbstes gehört.

    Für eine zauberhafte Laterne braucht ihr am besten buntes Transparentpapier, z.B. für eine runde Sonne. Für eine einfache Variante, bei der auch schon kleine Kinder helfen können, reißt ihr buntes Transparentpapier in Schnipsel und klebt diese auf einen mit Kleister eingestrichenen, hellen Bogen.

    Diesen darf die Mama dann oben und unten an das Ober- und das Unterteil einer Käseschachtel kleben. Oben muss jetzt noch eine Angel aus Draht befestigt und diese an einen Stock gehängt werden.

    Solche Vorrichtungen gibt es übrigens auch schon fertig aus Holz und Draht in Bastelgeschäften.

    Für eine zweite schöne Variante derselben Machart können in einem Buch gepresste Blätter mit Kleister auf das Transparentpapier geklebt werden.

    Echte Kerzen haben übrigens den Vorteil, dass Kinder ihre Laterne sehr viel ehrfürchtiger und vorsichtiger tragen, als sie das mit Plastiklichtern tun.

    Auch ein Martinsbrot ist ein schöner Brauch. Dieses Gebäck kann man mit seinem Kind teilen – oder auch das Kind mit anderen Kindern, wie es der heilige Mann mit dem Bettler getan hat.

    In diesem Zusammenhang könnte euch auch der Beitrag „Rituale fürs Baby“ interessieren  (Hinweis der Redaktion).

    Eure Verena (Babytalk – Autorin)

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  • Weg von der Nuckelflasche

    Weg von der Nuckelflasche

    Nun ist es genug, die geliebte Nuckelflasche soll weg! Das Kind ist aber dagegen und sieht absolut nicht ein, wieso der geliebte Begleiter ausgedient haben soll? Nachfolgend erhaltet ihr hilfreiche Tipps und Hintergrundinformationen, um euren Kleinen das Nuckeln am Fläschchen „abzugewöhnen“.

    Ist das Fläschchen nun wirklich schlecht für die Zähne oder ist das ein Ammenmärchen? Was ist das kleinere Übel – Schnuller, Fläschchen oder gar der Daumen? Oder ist alles halb so wild und das Kind hört irgendwann ganz von selbst mit dem beruhigenden Nuckeln auf?

    Während noch in den 1970ern bedenkenlos mit Zucker gesüßte Getränke und Instant Babytees in Saugflaschen gefüllt wurden, gibt es heute zahlreiche Studien zur Zahngesundheit und zur schädlichen Wirkung von zuckerhaltigen Getränken in Babyflaschen.

    Doch – zumindest hoffe ich das – wissen heute die meisten Eltern, dass zuckerhaltige Tees und andere gesüßte Getränke ebenso wie Säfte, die von Natur aus Fruchtzucker enthalten, in der Babyflasche extrem gefährlich sind.

    Denn neben dem Zucker selbst, ist es für den Zahnschmelz absolut schädlich, wenn Zucker oder andere Süßstoffe ständig die Zähne umspülen. Apropos umspülen. Das ist das zweite No Go in Sachen Fläschchen. Niemals sollte den Kindern das Nuckelfläschchen über einen längeren Zeitraum zur Verfügung gestellt werden.

    Die Nuckelflasche als Einschlafhilfe

    Wenn die Flasche dem Kind überlassen bleibt, etwa als Einschlafhilfe, ist häufig zu beobachten, wie es den Sauger wie einen Schnuller im Mund lässt, um immer wieder mal daran zu nuckeln, falls es ein wenig erwacht.

    Die Flüssigkeit umspült beständig die Zähne und so kann selbst ein mit verdünnter Milch gefülltes Fläschchen zum Kariesbringer werden. Dies gilt ebenso für säurehaltige Getränke, wie z.B. Orangensaft. Beides erhöht das Kariesrisiko bei Keinkindern um ein Vielfaches.

    Die Zahngesundheit leidet erheblich. Doch nicht nur das: Eine groß angelegte Studie der Temple University in Philadelphia zeigte auf, dass Zweijährige, die regelmäßig aus der Flasche trinken, mit fünf Jahren stärker zu Fettleibigkeit neigen.

    Viele Eltern bedenken nicht, dass eine Kakao- oder Milchflasche kalorienmäßig gesehen, wie eine kleine Mahlzeit zu werten ist. 200 ml Milch machen laut besagter Studie etwa 12% des täglichen Kalorienbedarfs aus.

    Experten raten schlicht, erst gar nicht mit dem Flasche geben anzufangen. Falls das schon geschehen ist, dann sollen die Kleinen nach dem Trinken ihrer Flasche auf jeden Fall die Zähne geputzt bekommen.

    Nuckelflasche zur Beruhigung

    Schlafendes Baby mit Nuckelflasche

    Denn in der Praxis läuft oft alles anders als in der schönen Theorie. Weil unsere Kinder alle abends viel geschrien haben und wir Bauchweh nicht ausschließen konnten, haben sie schon mit wenigen Wochen ein Fläschchen ungesüßten Fencheltee bekommen. Und schwupps, schnell war die Flasche nicht mehr wegzudenken und ein wichtiger Helfer bei Schreiattacken.

    In der Familie meines Mannes war es üblich, den Babys im Alter von einem Jahr mit Wasser verdünnte Frischmilch im Fläschchen zu trinken zu geben. So bürgerte sich auch dieser Brauch rasch bei uns ein, anstatt wie heute von Fachärzten und Experten geraten mit einem Jahr komplett auf Tassen und/oder Trinklernbecher umzustellen.

    Nachdem unsere drei Kinder die harten Trinkaufsätze der Flaschenhersteller alle rigoros abgelehnt hatten, machte ich mir Sorgen wegen dem Milchzuckergehalt der Kuhmilch.

    Wie auf dem Beipackzettel der Fläschchen empfohlen, hatte ich vor mit einem halben Jahr auf die harten Aufsätze umzustellen. Die anders als die Sauger mit einer größeren Öffnung auf das normale Trinken aus dem Becher vorbereiten sollen.

    Die Kinder mochten diese „neuen“ Fläschchen aber gar nicht und warfen sie, wütend durch die Gegend. Zu den Mahlzeiten tranken sie ein wenig davon.

    Sobald es sich aber um den Abendtrunk auf dem Sofa handelte, klappte das überhaupt nicht. Ihnen lief die Flüssigkeit in den Kragen und die harten Aufsätze boten ihnen einfach keine Saugqualität, was die lieben Kleinen zusehends frustriert.

    Tipps zum Entwöhnen

    Während Milch Laktose (Milchzucker) enthält, war die bei den Zwillingen eingesetzte Pflanzenmilch teilweise sogar noch um einiges süßer. Daher habe ich beides immer sehr mit Wasser verdünnt, um mein Gewissen zu beruhigen.

    Irgendwie konnte ich ihnen ihre „Nuckiflasche“ auch nicht Wegnehmen. Ich brachte es einfach nicht übers Herz, weil alle drei das Nuckeln offensichtlich als so beruhigend empfanden.

    Doch irgendwann kam der Zeitpunkt – beim ersten Sohn im dritten Lebensjahr, bei den Zwillingen um den zweiten Geburtstag herum – an dem mir wirklich klar war, dass die abendliche Einschlafberuhigung per Fläschchen der Vergangenheit angehören musste.

    Im zweiten Lebensjahr waren jeweils schon etliche halbherzige Versuche vorangegangen. Manchmal klappte es besser, manchmal nur kurz – je nach Phase des Kindes haben wir aber doch wieder auf das Fläschchen als Beruhigungsmittel zurückgegriffen.

    Wenn alles gut lief, gab es Wasser oder Tee und von Beginn an habe ich die Flaschen nach der abendlichen Nuckelrunde stets wieder weggenommen. Als es dann aber ernsthaft an die Entwöhnung gehen sollte, kaufte ich erst einmal neue hübsche Flaschen – mit einem normalen, altersgemäßen Trinkflaschenaufsatz.

    Die fanden sie eine Weile ganz gut, aber sie tranken damit immer nur ein bisschen. Wenn sie ganz grantig wurden, haben wir die alten Nuckelaufsätze auf die neuen Flaschen aufgeschraubt. Nicht ganz so erfolgreich wie gedacht, aber immerhin wurde dem Nuckelbedürfnis nur noch im Ernstfall nachgegeben.

    Nur noch Wasser in die Nuckelflasche

    Irgendwann gab es dann wirklich nur noch Wasser in der Flasche. Mich nervten die ständig irgendwo herumliegenden Flaschen mit den Milchresten einfach zu sehr, als das ich das noch weiter hätte ertragen könnte. Wie beim Abstillen ist das oft der wichtigste Punkt, damit es klappt. Man muss es richtig stark wollen und seinen Kleinen zutrauen, dann klappt es plötzlich.

    Die Kinder waren lange Zeit gar nicht angetan von den Wasserflaschen. Komischerweise tranken sie dann aber plötzlich auch Wasser mit hartem Trinkverschluss. Anscheinend akzeptierten sie das Wasser, wenn sie wirklich Durst hatten und dann war ihnen der Verschluss egal.

    Es ging zu diesem Zeitpunkt anscheinend immer weniger ums Nuckeln. Saft bekamen sie mit zwei Jahren bereits verdünnt im Becher sowie Wasser zu den Mahlzeiten.

    Alle drei Kinder haben mit der Nuckelflasche endgültig erst im Alter von zwei bis drei Jahren aufgehört. Der Große hatte noch einen „Rückfall“: Als er sah wie die kleinen Geschwister ihre Flaschen bekamen. Irgendwie habe ich ihn da auch verstanden.

    Die Nuckelflasche wird mit der Zeit zu einer (scheinbaren) Garantie bzw. Ritual für Geborgenheit und Sicherheit.

    Manchmal hilft allerdings auch die „Fläschchen-Fee“ bei der Entwöhnung. Diese kann die Flasche immer öfter in eine Tasse oder das Einschlaffläschchen in eine Extraportion Kuscheln mit Mama und Papa verwandeln.

    Eure Verena (Babytalk-Autorin)

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