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  • Schlafprobleme mit Baby: Warum uns die Federwiege gerettet hat

    Schlafprobleme mit Baby: Warum uns die Federwiege gerettet hat

    Federwiege: An Schlaf war im ersten Jahr mit unserer großen Tochter nicht zu denken. Sie war ein „Schreibaby“ und schrie von 18-23 Uhr in einer Tour durch. Tagsüber schlief sie nie länger als 20 Minuten – es sei denn, ich habe sie abgelegt, dann gar nicht mehr. Über Monate hinweg. Anfangs hatten wir noch versucht das Problem zu bekämpfen: Tragen, Osteopathie, Massage, Zäpfchen…

    Wir haben gefühlt alles ausprobiert und letztlich half einfach akzeptieren und durchhalten. In diesem Jahr habe ich schier meine Lebenslust und Ehe verloren. Aber wir haben es geschafft, zusammengehalten und mittlerweile ist die Große 4 Jahre alt und ein guter Schläfer.

    Und dann fing sie an zu schreien…

    Warum ich das erzähle? Weil das helfen wird unsere Ängste zu verstehen. Vor einigen Monaten hat unsere zweite Tochter die Familie komplett gemacht. Die Geburt war ein Traum, der Aufenthalt im Krankenhaus entspannt und die ersten Nächte zu Hause ganz angenehm.

    Und dann fing es an: Unsere Baby Erbse fing ebenfalls an zu schreien. Mitten in der Nacht, ohne sichtbaren Grund. In dem Moment stürzten alle Bilder wieder auf mich ein: Tränen, Geschrei, Wut auf den Partner. Ich wurde getriggert und hatte Angst davor, dass es nun wieder so werden würde – nein, schlimmer. Immerhin hatte ich noch ein großes Kind zu versorgen und konnte dann nicht einfach in den Standby-Modus gehen.

    Ich versuchte Ruhe zu bewahren, denn mir war auch klar, dass Babys die Unruhe der Eltern merken würden. Wie das aber immer so ist, wenn man versucht an etwas bestimmtes nicht zu denken… Ein kleiner Teufelskreis bahnte sich an.

    Ein Tipp aus heiterem Himmel

    Doch zum Glück hatte ich bereits einen Platz im Pekip-Kurs und von meinen Problemen erzählt. Mir wurde direkt eine Federwiege vorgeschlagen. Bei unserer Großen hatten wir damals eine elektrische Wippe, die vom Kind nicht akzeptiert wurde und ich war skeptisch.

    Also habe ich zunächst in einer regionalen Facebook-Gruppe gefragt, ob mir jemand eine Federwiege testweise ausleihen könnte. Und siehe da: Wir bekamen eine Wiege inklusive Motor zum Ausprobieren. Damit ist die Wiege immer in Bewegung und muss nicht extra angestubst werden.

    Schon in der ersten Nacht zeichnete sich ein Erfolg ab –  scheinbar behalten die Forscher der Universität in Genf Recht: Sie fanden heraus, dass Schaukeln dafür sorgt, dass Menschen schneller und tiefer einschlafen können. Die Hirnforscher Sophie Schwartz und Michel Mühlethaler fragten sich, warum Babys eigentlich gewiegt werden und haben aufgrund dieser Beobachtung ihre Studie zum menschlichen Schlafverhalten aufgebaut.

    Mittlerweile ist die Wiege mehrmals täglich im Einsatz und beschert mir Luft zum atmen und sanften Schlaf für´s Baby. Die Erbse hat die Wiege sofort akzeptiert und verbringt dort ihren Mittagsschlaf sowie die erste Schlafphase in den Abendstunden. Anschließend wandert sie mit uns ins Familienbett. Alles total entspannt!

    Im Alltag, bei Freunden und im Urlaub – Immer dabei

    Mittlerweile nehmen wir unsere Fedewiege überall hin mit, wenn wir eingeladen sind. Durch die Türhalterung können wir sie an jedem Türrahmen anbringen. Selbst im Urlaub im Familienhotel war es kein Thema die Wiege einfach im Aufenthaltsraum anzubringen.

    Es gibt aber auch Halterungen für die Deck und freistehende Gestelle für den Indoor- und Outdoor Bereich. Wir nutzen allerdings nur die Türklammer, da sie sich als sehr flexibel herausgestellt hat.

    Wie funktioniert die Federwiege?

    Das sanfte Schaukeln einer Federwiege soll an den Mutterleib erinnern: Hier befand sich das Baby in einer Art Schwerelosigkeit und wurde stets geschunkelt. Das Baby fühlt sich geborgen und sicher und kann so sanft einschlafen. Durch den Hängemattenstoff wird zudem der Rundrücken des Babys unterstützt.

    Viele Hebammen sind von der Funktionalität der Ferderwiegen überzeugt und empfehlen sie an ihre Schützlinge weiter. Dazu gehören auch Hebamme Rania Neinert aus der Hebammenpraxis Friedrichsdorf, sowie die Hebammen der Praxis Absdorf.

    Die meisten Federwiegen werden allein durch die Bewegungen des Kindes in leichte Schwingungen versetzt. Es gibt aber Babys, die stetige Bewegung brauchen und ansonsten aufwachen (wie unsere Baby Erbse). Da bietet sich ein Motor wie der Kemaly swing2sleep-Motor sehr gut an.

    Aber nicht nur in puncto Schlaf kann die Federwiege unterstützend wirken. Leidet das Baby beispielsweise unter starken Krämpfen, weil es einen schwierigen Start ins Leben hatte, können die sanften Schwingungen dazu beitragen, das Baby zu entkrampfen.

    Wem kann eine Federwiege helfen?

    Plump gesagt allen Eltern. Insbesondere aber Eltern, die einfach gestresst sind, weil sie vielleicht ein „Schreibaby“ haben, welches stetig in Bewegung sein muss. Gerade, wenn ältere Geschwisterkinder im Spiel sind, kann eine Federwiege entlastend wirken.

    Babys, die unter den „Dreimonatskoliken“ leiden, können laut Hebamme Jule Tilgner beruhigt werden und sich spürbar besser fühlen. Auch Frühgeborene sollen von den Wiegen profitieren, um Anpassungsschwierigkeiten zu vermeiden.

    Was kostet eine Federwiege?

    Der Preisrahmen ist groß. Je nach Model, Stoffart und Befestigungsmöglichkeit kosten die Federwiegen zwischen 170 bis 450 Euro.  Einige Anbieter bieten allerdings auch Miet-Konzepte an. So können die Wiegen – zu vergleichsweise kleinem Geld – monatsweise ausgeliehen werden. Alternativ finden sich auf dem Gebrauchtmarkt auch schon etliche Federwiegen inklusive praktischem Zubehör.

    Wer jetzt noch damit hadert eine Federwiege zu kaufen, verdeutliche ich nochmals zusammengefasst die Vorteile dieser Investition:

    Vorteile einer Federwiege auf einen Blick:

    • Unterstützt das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit
    • Beruhigt Schreibabys/Babys mit Dreimonatskoliken
    • Vermindert Anpassungsschwierigkeiten von Frühgeborenen
    • Positiver Einfluss auf Gleichgewichtssinn und motorische Entwicklung
    • Große Flexibilität, da viele Federwiegen verschiedene Montagemöglichkeiten mitbringen
    • Kann krampflösend wirken
    • Rückenschonend, durch gekrümmtes Liegen (Rundrücken)
    • Geringere Gefahr eines „Plattkopfes“
    • Je nach Wiege und Ausstattung geringe Anschaffungskosten (oder Möglichkeit probeweise für kleine Geld zu mieten)
    • Kein Stubenwagen notwendig

    Unsere Federwiege ist aktuell bis 15 Kilogramm einsetzbar. Es gibt aber auch noch Versionen für ältere Kinder. Je nachdem wie gut die Erbse die Federwiege dann noch annimmt, werden wir dann nochmals in unseren Lebensretter investieren! Für mich gehört die Federwiege zu den klaren „Must-Haves“ junger Eltern – direkt neben Reboardern und Tragesystemen.

    Liebe Grüße Eure Yasmin (Babytalk-Autorin)

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    Beitragsfoto: Yasmin Neese
  • Rituale fürs Baby  –  schaffen Struktur und Geborgenheit

    Rituale fürs Baby  – schaffen Struktur und Geborgenheit

    Immer wieder werden wir gebeten etwas über Rituale fürs Baby und Kleinkinder zu schreiben. Und wir freuen uns nun, Euch den tollen Beitrag von unserer Autorin Verena zu diesem Thema vorzustellen.


    Was wäre das Leben ohne Rituale, die uns durch den Tag begleiten. Rituale sind nicht nur für die Kleinen eine wunderbare Begleitung vom Aufstehen am Morgen bis zum abendlichen Einschlafen.

    Auch den Eltern, die plötzlich mit einem Kind in Elternzeit zuhause sitzen und jeden Tag viele Stunden sinnvoll und abwechslungsreich für sich und Kind zu gestalten haben.

    Und das ist oft gar nicht so einfach – nicht umsonst fällt vielen frischgebackenen Müttern/ Vätern nach einigen Monaten buchstäblich die Decke auf den Kopf.

    Vor allem, wenn sie oder er die Tage mit Kind allein zu bestreiten hat.

    Kind kennt sich aus

    Rituale fürs Baby - Baby wird gefüttert

    Rituale helfen, den Tagesablauf zu strukturieren. Das Kind wächst in seine Familie hinein durch stets gleich bleibende Riten.

    Langsam beginnt es zu erkennen, dass der Tag beginnt, wenn Mama ins Zimmer kommt, die Vorhänge aufzieht, das Kind auf den Arm nimmt und es mit einem kleinen Morgengebet begrüßt:

    Guten Morgen mein Engelein, der Tag ist neu, der Tag ist fein, komm lass uns zusammen glücklich sein.

    Meistens entstehen solche Verse aus dem Bauch heraus. Es ist auch ganz egal, ob sie jeden Tag anders lauten. Es geht um ihre rituelle Wiederholung wie hier das immer gleiche Beginnen des Tages.

    Im Familienbett in den Tag starten

    Ein Tag mit Kindern kann auch ganz anders beginnen, etwa so im Familienbett:

    Kind weckt total erschöpfte Mama durch langsam ansteigendes Weinen. Mama nimmt ihren Liebling in die Arme und füttert ihn erstmal ausgiebig.

    Dann gehen die beiden gemeinsam wickeln und anziehen. Dazwischen versucht Mama sich noch einen Kaffee zu kochen, indem sie das Kind kurz in die Wiege in der Küche legt.

    Mit einem Kaffee kann auch ein Tag beginnen

    Auch auf diese Weise – indem es nach dem Füttern ein wenig allein in der Wiege liegt und vielleicht einem Mobile zusieht und der unbekannt aufregende Duft von Kaffee an sein Näschen dringt – lernt das Kind, das Morgen ist.

    Wichtig ist auch hier wieder die Wiederholung. Dabei dürfen auch Tage abweichen. Wiederholung ist auch, wenn meistens etwas ähnlich abläuft.

    Neugeborene haben noch kein Gefühl für Tag und Nacht. Sie haben ja erst einmal ihren eigenen Rhythmus und wachen alle paar Stunden auf, um zu trinken – ob es nun Tag oder Nacht ist.

    Rituale helfen nicht nur unseren Kleinen, auch für uns Eltern ist es hilfreich sich langsam an einen gemeinsamen Familienrhythmus zu gewöhnen. Ebenso wichtige Rituale fürs Baby sind die gemeinsamen Mahlzeiten.

    Aber auch die nachmittägliche Spazierfahrt im Wagen oder die Runden mit dem Hund um den Block im Tragetuch.

    Ich selbst habe mir leichter getan dabei, die Tage immer ähnlich ablaufen zu lassen. An Tagen, die nicht nach Schema X abliefen, waren die Kinder immer viel unruhiger, alles war unrund.

    Rituale fürs Baby schaffen Geborgenheit

    Manche Menschen mögen vor dem Essen ein Tischgebet sprechen. Andere strukturieren den Tag mit fröhlichen Liedern.

    Ich habe mir selbst immer Sorgen gemacht, welche Rituale ich bitte einführen soll, denn ich singe allenfalls spontan und kenne wenige Lieder.

    Obwohl ich als Kind selbst immer vor dem Essen gebetet habe, beten wir mit den Kindern nur selten vor dem Essen.

    Was sollte ich meinen Kindern für Rituale anbieten?

    Irgendwie kamen die Rituale von selbst in unser Leben, und zwar allein durch den strukturierten Tagesablauf, einfach indem wir die Dinge immer zur selben Zeit taten.

    Das habe ich aber erst später gemerkt, was eigentlich unsere Rituale ausmachten und welche Bedeutung sie bis heute – im Grundschulalter – haben.

    Babymassage

    Ein ganz wichtiges Ritual für Baby ist die morgendliche Babymassage. Für uns war das der beste Start in den Tag, die ersten morgendlichen Kuscheleinheiten nach dem Stillen.

    Dies ergab sich aus der Entdeckung, dass das Baby abends viel zu müde für die Massage war. Morgens dagegen klappte es wunderbar.

    Auch ein gemeinsames Fingerspiel auf dem Wickeltisch, bei dem die Mama wie ein Käfer über den nackigen Bauch des Kindes krabbelt und anklopft ob jemand zuhause ist, sind schöne Rituale.

    Fingerspiele und mehr

    Wichtig ist hier einfach, einen zeitlichen Rahmen zu schaffen für das gemeinsame morgendliche Spiel. Welches Spiel ist dann eigentlich egal.

    Wer sich – wie ich als frischgebackene Mutter – an keine Fingerspiele oder nur noch an Bruchstücke daraus erinnert: Es gibt für all das wundervolle Bücher, sogar mit CD.

    Unser zweites wichtiges Ritual ist das Vorlesen. Bevor wir richtig begannen mit dem Anschauen von Bilderbüchern, hatten wir diese kleinen Stoffbücher, die ich mit den Kindern bereits mit ca. sechs Monaten anguckte.

    Natürlich hören so Kleine weder lange zu noch begreifen sie vielleicht alles, was die Mama ihnen zu einem raschelnden oder kuschelig weichen Stoffbuch erzählt.

    Es geht mehr um die vertraute Stimme der Mutter an sich und die durchs ruhige Vorlesen entstehende entspannte Stimmung, die das Kind beruhigt. Es geht um das Lernen neuer Wörter und die Sprachentwicklung.

    Aus diesem Sich Zeit nehmen und gemeinsamen Wohlfühlen in der Sprache entsteht mit dem Heranwachsen des Kindes ein wunderschönes Zubettgeh-Ritual.

    Ein vom Kind ausgesuchtes Buch wird angeschaut oder vorgelesen von Papa oder Mama, Oma oder Tante, und danach wird gekuschelt.

    Mit der Zeit sind kleine Veränderungen möglich

    Riutale fürs Baby Mutter mit Kinder beim Zähneputzen

    Nach einiger Zeit ist es auch gar nicht so besonders wichtig, dass immer dieselbe Person liest, auch ein Besuch kann ein Ritual übernehmen. Wenn das Kind das nicht mag, zeigt es das schon.

    Eine weitere schöne Erinnerung an die Baby- und Kleinkindzeit ist diese:

    Wir hatten uns angewöhnt vor dem Einschlafen dem Kind unsere Liebe kundzutun.

    Dazu sagten wir nicht nur Mama hat dich lieb und Papa hat dich (oder Name einfügen) lieb, sondern zählten auch noch die Geschwister, die entferntere Familie und alle weiteren Menschen, mit denen das Kind zu tun hatte, auf.

    Das war wunderschön. Irgendwann hörten wir damit auf. Manche Rituale fürs Baby braucht man wohl irgendwann nicht mehr.

    Rituale fürs Baby in Ausnahmesituationen

    Rituale können besonders hilfreich sein, wenn es aufregende Tage mit viel äußerem Input gibt. Auch auf Reisen oder wenn wir mit dem Baby bei den Großeltern oder woanders übernachten, sind sie wichtig.

    Ein strukturierter Tagesablauf hilft gerade an fremden Orten, dem Kind Sicherheit zu vermitteln. Das Baby findet so in seinen vertrauten Rahmen zurück und beruhigt sich schneller.

    Vertraute Melodien und Gerüche geben ebenso Geborgenheit, wie die mitgebrachten Spielzeuge und Bilderbücher.

    Das Morgen- und das Einschlafritual einfach so gut es geht in die fremde Umgebung übertragen. Am besten ist es, alles dafür nötige mitzubringen.

    Abweichende Tagesabläufe

    Andere Ausnahmesituationen, für die es wiederum extra Rituale gibt, sind Krankheit oder besondere Tage wie Geburtstage.

    Ein krankes oder gerade genesendes Kind etwa darf im Bett der Eltern schlafen oder wird tagsüber auf dem Sofa gebettet und bekommt viel Extra-Aufmerksamkeit in Form zusätzlicher Rituale.

    Diese sind nämlich eine besondere Form der Zuwendung.

    Wenn die ersten Zähne kommen, bekommt das Kind mit einem speziellen Zahnöl die Backen und Kiefer massiert, wenn es Bauchweh hat, gibt es ein wohltuendes Bad und eine Bäuchleinmassage mit sanftem Fenchel, Kamille und/oder Anisöl.

    Auch das allabendliche Baden kann übrigens ein schönes Ritual sein.

    Und was für Rituale habt ihr?

    Eure Verena (Babytalk – Autorin)

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    Beitragsbild: Maria Evseyeva / shutterstock
    2 Foto: Ivan Marjanovic / shutterstock
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  • Mein Baby Pucken – beruhigende Wohltat oder zwangsverordnetes Einengen?

    Mein Baby Pucken – beruhigende Wohltat oder zwangsverordnetes Einengen?

    Pucken ist eine altbewährte Methode, um Babys das Gefühl der heimeligen Umgrenzung erfahrbar zu machen, welches es neun Monate lang im Mutterleib hatte. Verena, Autorin von Mamirocks erklärt hier, wie es funktioniert, und wann man es anwenden sollte:


    Mit Pucken ist das Einwickeln des Säuglings in ein weiches Tuch gemeint. Diese Praxis ist eine sehr alte und viele Hebammen sind von ihr begeistert, während sich unter Kinderärzten einige kritische Stimmen zum Thema erhoben haben. Dazu weiter unten mehr. Pucken ist in allen Kulturen der Welt verbreitet. Es geht darum dem Baby eine Begrenzung anzubieten. Für mich ist diese Idee nachvollziehbar und logisch:

    Unser Leben ist dermaßen stressig und hektisch, auch für uns Erwachsene. Wie müssen diese zahlreichen Eindrücke bloß auf ein kleines Kind wirken, all das Schnelle und Aufgeregte, dass auf es von außen unreflektiert und ungebremst eindringt.

    Wen verwundert es da, dass viele Babys Einschlafschwierigkeiten haben, es ihnen nicht gelingt abzuschalten. Am besten klappt das noch im Tragetuch oder bei Vater oder Mutter im Arm, eng umschlossen von deren Körper.

    Natürlich wissen junge Eltern nach der ersten innigen Zeit, dass es schwer möglich und auch zutiefst  Kräfte zehrend ist, ein Kind über längere Zeit hinweg stets mit der eigenen Körperwärme persönlich in den Schlaf zu begleiten.

    Pucken – Meine persönliche Erfahrung

    Da fand ich spontan das Pucken eine tolle Methode, meinem Kind die Geborgenheit und Ruhe zu geben, die es benötigt hat, um sanft in den Schlaf zu finden. Keinesfalls empfanden ich oder mein Kind diese Art des Einwickelns als einengend. Woher ich das weiß, wie sich mein Baby dabei gefühlt hat? Ganz einfach, nach einer Weile hatte sich das schlafende Baby schon freigestrampelt!

    Für mich ein untrügliches Zeichen, das es nicht derart eingeengt war, dass es keine Möglichkeit gehabt hätte, sich natürlich zu bewegen. Es geht wirklich nur um die kurze Zeit des Runterkommens unmittelbar vor dem Einschlafen.

    Keineswegs darum, ein Baby länger in einer starren Haltung zu fixieren. Das muss natürlich jedem klar sein. Ich habe diese Methode auch nicht jeden Abend verwendet, sondern nur dann, wenn ich das Gefühl hatte, es könnte meinem Kind heute helfen.

    Mein erster Sohn schrie die ersten drei Monate seines Lebens jeden Abend von 18 Uhr bis 22 oder 23 Uhr durch. Er litt sichtlich, an was haben wir nie erfahren. Waren es Blähungen oder verarbeitete er seine ziemlich anstrengende Geburt? Wir tippen auf eine Kombination von beidem. Damals probierten wir alles, um ihn zu beruhigen.

    Selbst Pucken half nichts

    Es war aber in dieser Tageszeit wenig zu machen, ob getragen oder zusammen im Bett kuschelnd, massierend oder spielend. Wir mussten das einfach gemeinsam durchstehen. Auch Pucken half da nichts. Er strampelte sich erst einmal frei. Erst gegen Ende der abendlichen „Schreistunden“, nach all der Aufregung half es ihm, wenn ich ihn einwickelte.

    Dazu legte ich ihn auf seine von mir selbstgestrickte Babydecke, also ein sehr leichtes, luftiges Gewebe und kein so festes Tuch, wie man es manchmal sieht. Die Decke endete auf Höhe seines Kopfes, sodass es dann gewickelt eine Art Kapuze bildete. Dabei ließ ich seine Ärmchen so wie sie waren seitlich des Körpers oder ein wenig vor der Brust.

    Ich schlug die Decke links und rechts über seine Brust, nahm sie unten zusammen und klappte das untere Ende nach hinten unter die Füße. Dann schmiegte ich mich an ihn. Ich finde trotz Decke ist Kuscheln möglich – auch ein Gegenargument, es wäre kein Hautkontakt mehr möglich. Aber den holten wir uns ja in all der anderen Zeit der langen Tage, beim Wickeln, Spielen und Schmusen..

    Was manche Kinderärzte übers Pucken sagen

    Jetzt mal zu den Argumenten der Experten gegen das Pucken: Dem Kind Nerven abklemmen, wenn es zu fest gepuckt wird? Nun gut, wie oben beschrieben, soll das Tuch natürlich schön locker sein, sodass das Kind sich selbst frei strampeln kann, wenn ihm die Methode nicht (mehr) behagt.

    Es soll ja auch Kinder geben, denen das einfach ganz und gar nicht gefällt und die sich wirklich eingeengt fühlen. Wichtig ist auch zu wissen, dass diese Methode wirklich nur bei Babys in den allerersten Monaten angewandt wird.

    Oft erwähnt wird die Gefahr einer Fehlstellung des Hüftgelenkes durch Pucken. Wie gesagt, ein lockeres Tuch leicht gewickelt, ich kann es nur immer wiederholen. Wir reden hier nicht von fixieren. Fachleute sprechen hier von der Problematik der zwangsweise ausgestreckten Beinchen.

    Ehrlich gesagt, so hatte mir das meine Hebamme zum Glück gar nicht gezeigt. Meine Kinder konnten ihre Beinchen trotz Puckdecke immer anziehen, wenn sie das wollten.

    Pucken – eine kuschelige Begrenzung

    So wie ich das Pucken verstehe, geht es um die kuschelige Begrenzung. Wer sich durch all diese Argumente verunsichert fühlt, kann auch einen der mittlerweile erhältlichen Pucksäcke benützen, die einem Babyschlafsack ähneln. Diese habe ich allerdings nie ausprobiert. Mir genügte meine Babydecke oder ein Baumwollpareo (dünnes Strandtuch) im Sommer. Damit wären wir beim nächsten Argument:

    Pucken würde zu Hitzschlag und Dehydrierung führen, etwa an sehr heißen Tagen. Nun ja, aber ein bisschen gesunden Menschenverstand benötigt es schon auch als Eltern. Bei einer Affenhitze wickele ich doch niemand in ein warmes Tuch. Wie bekannt, bei Unsicherheiten immer schön im Nacken die Temperatur des Kindes überprüfen. Hände und Füße sind nicht so ausschlaggebend wie die Temperatur im Nacken.

    Außerdem soll die Methode platte Hinterköpfe bei den Babys fördern. Das habe ich immer wieder gehört, auch weil eines meiner Kinder immer in der gleichen Position in seinem Bettchen lag – auch ohne Pucken. Ich sollte sie laut Hebamme also immer bewusst auf die andere Seite drehen, aber das Kind legte sich nun mal in ihre Lage zurück. Heute ist sie fast sieben und hat dennoch keinen Schiefkopf.

    Mir haben solche Hinweise als junge Mutter immer sehr Angst gemacht, auch das mit dem plötzlichem Kindstod – ich hatte auch einen bevorzugten Bauchschläfer. Der mochte auch nicht so gerne gepuckt werden.

    Diese beiden Kinder sind Zwillinge und auch bei ihnen habe ich nicht regelmäßig gepuckt, sondern nur bei Bedarf – wie gesagt – wenn eine Notwendigkeit besteht, also wenn ein Kind über einen längeren Zeitraum wirklich nicht von alleine zur Ruhe kommt.

    Pucken – Schaut doch mal was Euer Baby findet

    Ein weiteres Argument lautet: Nicht genug Raum zum tiefen Luftholen und Schreien lassen. Ich glaube, wer so puckt, hat das Konzept von Liebe und Bedürfnisorientierung nicht verstanden. Aber es muss wohl so sein, dass Kinderärzte auf solche Problematiken hinweisen, denn anscheinend ist so ein Wissen nicht vorauszusetzen. Dann ist es wohl gut bei Adam und Eva in der Empathie anzusetzen.

    Dennoch sollte deswegen eine an sich gute Einschlafhilfe wie das Pucken nicht komplett verteufelt werden. Wie so oft, also auch bei diesem Thema: Lasst Euch nicht bange machen, von zu vielen zu gut gemeinten Tipps und Ratschlägen. Hört auf Euren Verstand ebenso wie auf Euer Herz. Und ganz wichtig, guckt euch das Baby, das da vor Euch liegt, in aller Ruhe an. Ihr seht wie es reagiert und ob ihm etwas gut tut oder nicht.

    Selbst in den Schlaf finden lassen

    Ich finde übrigens, es ist das Beste, wenn die Kinder so schnell wie möglich lernen, von selbst in den Schlaf zu finden bzw. selbst Methoden entwickeln sich zu beruhigen. Dazu müssen Eltern ihnen auch die Möglichkeit geben. Wer immer sofort irgendwelche Maßnahmen ergreift von Aufnehmen über Schnuller und Trinken lassen bis hin zu ständiger Ansprache, lässt dem Kind keine Möglichkeit von selbst einzuschlafen.

    Es ist ja ganz normal, dass es nicht sofort in Tiefschlaf fällt, sobald es im Bett liegt. Das tun wir ja auch nicht immer, denn die Eindrücke des Tages wirken auf jeden von uns noch eine Weile nach.

    Eure Verena (Babytalk – Autorin)

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    Beitragsfoto: Tatyana Vyc / shutterstock
    Pinterest: didesign021 & kieferpix von G Images Pro (über Canva)
  • Einschlafprobleme bei Babys und Kleinkindern

    Einschlafprobleme bei Babys und Kleinkindern

    Einschlafprobleme mit Kleinkindern: Viele Eltern kennen das Problem, dass ihre Liebsten nicht einschlafen „wollen“ oder können. Dabei wünscht man sich nach vielen schlafreduzierten Nächten, nichts sehnlicher als Ruhe und einen entspannten gemeinsamen Abend auf der Coach.

    Als Familientherapeut kenne ich das Thema aus meiner Praxis und habe festgestellt, dass das Problem häufig nicht bei den Kleinen, sondern an den Eltern liegt.

    Da sich dies für viele Leser bestimmt unglaublich anhört, habe ich mich entschieden, den Beitrag nicht persönlich zu schreiben. Sondern ein Feedback von einer betroffenen Mutter zu veröffentlichen.

    Mit diesem Beitrag möchte ich nicht alle Einschlafprobleme von Kleinkindern auf die „Haltung“ der Eltern zurückführen, doch euch Eltern dafür sensibilisieren, dass ihr und eure Haltung dazu sehr wohl einen Einfluss darauf haben kann:

    Erfahrungsbericht einer betroffenen Mutter

    Dass „Erziehen“ nichts mit dem Einüben oder Abgewöhnen von (un)erwünschten Verhaltensweisen zu tun hat, hatte ich vor einigen Jahren schon von meinem Hund gelernt.

    Der mit meiner auf vielen Übungen basierenden Erziehung nichts anfangen konnte. Und auf den ich mich erst richtig verlassen konnte, nachdem ich mich entschieden hatte, wirklich seine „Rudelführerin“ zu sein.

    In letzter Zeit habe ich mich in verschiedenen Sitzungen mit Deva mit Konflikten und Problemsituationen auseinandergesetzt, die im Alltag mit meinen beiden kleinen Kindern aufgetreten sind.

    Dabei konnte ich mehrmals auf sehr beeindruckende Weise erfahren, wie sich eine klare innere Haltung auf die „Erziehung“ von Kindern auswirkt. Und wie meine Einstellungsänderung zu einem veränderten Verhalten meiner Kindern führen kann.

    So hat sich beispielsweise ein für mich extrem belastendes „Schlaf-Problem“ meiner Tochter fast wie von selbst gelöst.

    Die Situation sah für mich so aus: Meine 1,5 Jahre alte Tochter hatte seit ihrer Geburt so gut wie in keiner Nacht mehr als 3 Stunden am Stück geschlafen.

    Die erste Nachthälfte verbrachte sie in der Regel in ihrem Bett. Danach konnte ich sie nach den Mahlzeiten meistens nicht wieder dorthin zurücklegen. Stattdessen  schlief sie dann in meinem Bett – neben mir, an mich gekuschelt oder auch auf mir liegend.

    Da ich mittlerweile meine Arbeit wieder aufgenommen hatte und tagsüber fit sein musste, wurde dieses Verhalten für mich zunehmend zum Problem.

    Ungewöhnliche Verursacher für Einschlafprobleme

    Devas erste Reaktion auf meine Schilderung der Einschlafprobleme war für mich überraschend: „Willst du das Kind nicht endlich mal in Ruhe schlafen lassen?!“ –

    Die Erkenntnis, dass in der Tat ICH und nicht meine Tochter der Schlüssel war, stellte sich bei mir nicht sofort ein.

    Dass ein Kind in dem Alter natürlich nicht verhungert, wenn es nachts mehr als drei Stunden ohne Milch auskommen muss. Und sich im Gitterbett direkt neben mir wahrscheinlich auch nicht allein oder im Stich gelassen fühlt, war sicherlich keine große Neuigkeit für mich.

    Umso erstaunlicher war, dass meine Tochter direkt in der folgenden Nacht allein in ihrem Bett schlief. „Es ist noch zu früh für Milch“ reichte, damit sie sich ganz schnell beruhigte und wieder schlafen legte.

    Ich hatte es nach der Sitzung mit Deva geschafft. Ich schaffte es die Gefühle, die das weinende Kind bei mir auslöste, nicht mehr automatisch mit denen meiner Tochter gleichzusetzen. So konnte ich ihr offenbar mit viel größerer Souveränität und innerer Ruhe vermitteln, dass die Situation wirklich ok war.

    Es folgten einige weitere Nächte, in denen sie meine neue Haltung mehr oder weniger vehement auf die Probe stellte. Doch schließlich kam die Erkenntnis, dass die Lösung ihrer Einschlafprobleme wirklich so „einfach“ gewesen war.

    Für die auf diese Weise zurückgewonnene und nun schon selbstverständlich gewordene Nachtruhe bin ich Deva sehr dankbar.

    Einschlafprobleme Baby trinkt sein Fläschchen

    Allein bei Tagesmutter bleiben

    Die gleiche Erfahrung konnte ich machen, als es darum ging das meine Tochter allein bei der Tagesmutter blieb. Obwohl ich mehrere Tage mit ihr zusammen dort war, konnte ich nicht mal das Zimmer verlassen. Zumindest nicht ohne, dass sie zu schreien begann.

    Als ich mit Deva meine bei ihrer Geburt aufgekommene Überzeugung „Sie schafft es nicht.“ bearbeitete, konnte ich am nächsten Tag ohne Probleme die Wohnung ihrer Tagesmutter verlassen.

    Mittlerweile kann ich sehen, dass eine „unaufgeräumte“ Gefühlswelt meinerseits sich auf meine Tochter überträgt. Und entsprechend dazu führen kann, dass meine Tochter wieder häufiger und länger weint.

    Ich habe dann die Möglichkeit, meine Einstellung zu korrigieren anstatt das „Problem“ meiner Tochter zuzuschreiben – und es klappt meistens!

    Ich hoffe, mit diesem Erfahrungsbericht ein wenig Klarheit in eines der größten Probleme in der Babyzeit gebraucht zu haben.

    Wir freuen uns über Eure Erfahrungen im Kommentar und gehen dort gerne auf Eure Fragen ein:)

    Euer Deva (Babytalk – Redaktion)

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