Schlagwort: Doula

  • Doula aus Berufung

    Doula aus Berufung

    Ich freue mich sehr auf Einladung von Mira und Deva Euch von meiner Arbeit als Doula berichten zu dürfen.

    Doula zu sein erschien mir als etwas Wunderbares und doch sehr weit entferntes. Ich hatte gerade mein viertes Kind geboren, als ich das erste Mal von dieser Möglichkeit der Unterstützung von Gebärenden hörte. Ich fand diese Form der Begleitung sofort außerordentlich wertschätzend und sinnhaft.

    Mit dem Erkennen, dass mit dem Doula sein eine rund um die Uhr Rufbereitschaft verbunden ist, parkte ich den Gedanken mit der Option auf „später gerne“. Nicht zuletzt, da das aktuell letzte meiner vier geborenen Kinder zu diesem Zeitpunkt gerade mal ein Jahr alt war.

    Wie so oft im Leben entwickeln sich die Wege unverhofft und doch vollendet anders.

    Hospitationen bei einer Doula

    Für eines meiner Zertifikate musste ich eine Hospitation zu Geburten vorlegen. Ein kleines Klinikum in einem Landkreis bei Stuttgart nahm mich an und so durfte ich zu Pfingsten diese Hospitation antreten.  Ich wurde sehr freundlich aufgenommen und durfte bei allen Arbeiten dabei sein, die von Hebammen ausgeführt wurden. Ich profitierte auch von den geburtenfreien Tagen, da ich mit vielen Hebammen wie Assistenzärztinnen Gespräche führen konnte, aus denen ich sehr viel Erfahrung mitnahm.

    Am vierten Tag meiner Hospitation nahmen wir eine Frau mit Verdacht auf akutem HELLP Syndrom auf. Als der Befund schließlich vorlag, fiel die Entscheidung für einen Notkaiserschnitt umgehend. Die Frau fragte mich, ob ich bei ihr bleiben kann, was ich natürlich von Herzen gerne machte. Ich streichelte ihre Hand und ließ sie nicht allein.

    Es gab einen kurzen Moment der Unsicherheit, ob ich das schaffe und im nächsten Moment stand ich aber auch schon im OP und streichelte weiter den Arm der Mutter. Ich erklärte ihre diverse Vorgänge und konnte sehen, wie ihr Blutdruck sich im Zaum hielt. Während ich ihr über ihren Kopf streichelte und ihr versicherte sie nicht allein zu lassen.

    Wie bei einem Kaiserschnitt üblich ging es sehr schnell und schon lag das kleine Mädchen auf der Mama. Die Hebamme half es zu halten und so konnten Mama und Baby sich beschnuppern. Und ich ihr zu ihrem wunderbaren kleinen Kind gratulieren.

    In der Zwischenzeit erreichte auch endlich der Vater die Klinik und die Familie war endlich vereint.

    Diverse Anpassungsschwierigkeiten und Danksagungen

    Nach der Versorgung der Bauchwunde und Verlegung ins Kreiszimmer hielt ich mich im Hintergrund und ließ der Familie ihren Raum. Durch diverse Anpassungsschwierigkeiten wurde das Baby spezieller untersucht. Es wurde die Entscheidung getroffen, dass das Kindlein in eine andere Klinik mit Kinderstation verlegt werden sollte.

    Der Vater stand versteinert neben dem Bett der Mutter. Die Mutter regte sich mit jedem Wort mehr auf, was man ihrem Blutdruck erkennen konnte. So gab ich dem Vater, der von den Ereignissen völlig überrumpelt und paralysiert war einen kleinen Hinweis, dass er ruhig die Hand seiner Frau halten darf. Er war sehr erleichtert und griff sofort zu. Der Blutdruck senkte sich und ein erleichtertes Ausatmen war zu hören.

    Immer wieder, wenn ich mit der Mutter später über die Geburt sprach, bedankte sie sich für drei Dinge:

    • Danke, dass Du die ganze Zeit so ruhig und positiv an meiner Seite warst
    • Danke, dass Du mir zu meinem Kleinen Mädchen gratuliert und Dich mit mir gefreut hast und
    • das Du meinem Mann den kleinen Schubs gegeben hast meine Hand zu halten

    Ich erinnere mich noch gut an den Adrenalinspiegel, mit dem ich um ein Uhr nachts heimfuhr und noch lange nicht einschlafen konnte. Aufgewühlt und zugleich beseelt von diesem Erlebnis.

    Als Doula – Ruhe in den Geburtsprozess bringen

    Am nächsten Morgen kam ein Anruf, dass zwei wehende Frauen in der Klinik angekommen sind. Nach Ankunft durfte ich eine junge Frau und ihren Partner begleiten, die zum ersten Mal Eltern wurden. Die Mutter war guter Dinge hatte einen sehr guten Fokus auf ihre Pausen. Die Geburt schritt flott voran und es ging allen Beteiligten gut. Intuitiv wusste ich auch in dieser Situation, welchen Handgriff die Mutter brauchte. Die sie mit fortschreitendem Verlauf auch zunehmend einforderte.

    Durch eine unklare CTG Interpretation stand plötzlich das Thema Kaiserschnitt im Raum. Die Mutter war der Überzeugung, dass es dem Baby gut geht und hatte eine sehr positive Einstellung zum Verlauf. Der Vater fühlte sich sehr überrumpelt von den Informationen. Beide waren daraufhin vehement aus ihrer klaren und positiven Geburtsarbeit gerissen.

    Alternativen zum Kaiserschnitt erfragen

    Intuitiv kam es mir über die Lippen die Eltern anzuregen nach Alternativen zum Kaiserschnitt zu fragen.

    Die Eltern besprachen sich mit der Assistenzärztin und diese schlug eine Untersuchung zur Messung des ph-Wertes vor. Dies wurde von den Eltern dankbar angenommen.

    Die nun eingenommene Rückenlage und damit verbundenen extremen Schmerzen für die Mutter zeigten sich durch Übertragung der Aufregung auf das Baby, das nun stärkere Ausschläge produzierte. Der Vater stoppte nach dem dritten Versuch das Prozedere (*), weil seine Frau sehr litt. Da das CTG ja nun „besser“ aussah, verwarf man den OP Gedanken und die Frau gebar flotte 90 Minuten später einen gesunden Jungen.

    Diese Mutter bedankte sich nach der Geburt ebenfalls bei mir:

    • „Du hast so viel Ruhe reingebracht und mir wahnsinnig viel Kraft gegeben. Vor allem als das Thema Kaiserschnitt im Raum stand und
    • dass Du meinen Mann an die Hand genommen hast – das war eine enorme Hilfe.“

    Eine Stunde nachdem der kleine Junge geboren war, wurde ich in das Nachbarzimmer gerufen und durfte meine dritte Geburt innerhalb von 18 Stunden erleben.

    Berufung zur Doula

    Nach diesen drei Geburten sprach mich die Hebamme an, ob ich mir nicht vorstellen könnte als Doula zu arbeiten. Sie erklärte mir, dass ohne meine Begleitung vermutlich beide Geburten im Kaiserschnitt geendet hätten.

    Im ersten Moment war ich von dieser Frage überrumpelt. Dachte ich zu diesem Zeitpunkt noch, dass eine Doula eine Ausbildung und verliehene Befähigung braucht.

    Mit dem Reflektieren über diese und in Folge noch weitere Geburten wurde mir jedoch klar, dass Doula sein eine Berufung ist. Sie verlangt Fähigkeiten, die man nicht trainieren kann oder muss. Diese Fähigkeiten sind Empathie, Ruhe, Geduld, Vertrauen in die Kraft und Fähigkeit einer Gebärenden, Intuition und Liebe.

    In diesen Tagen meiner Hospitation spürte ich, mit all dem was ich bin und vertrete, am richtigen Ort und angekommen zu sein. Seit diesem Tag begleite ich Frauen in der Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Elternzeit als Doula.

    Wie es für mich als Doula weiterging, welche Lektionen ich lernen musste, wie ich an meine Grenzen stieß, was das Doula sein im Alltag bedeutet, warum ich selbst eine Erweiterungsfortbildung ins Leben gerufen habe und welche unglaublichen Geburten ich erleben durfte, darf ich ab nun für Euch in regelmäßigen Abständen hier beschreiben.

    Ich freue mich Euch meine Arbeit näher zu bringen und verabschiede mich bis zum nächsten Mal,

    Eure Doula Sylvia

    Erklärung

    (*) mbu – Mikroblutuntersuchung. Dazu wird eine ein Blutstropfen aus der Kopfschwarte des Kindes durch Anritzen entnommen, um den pH-Wert im Blut zu messen. Das Blut darf nicht durch Fruchtwasser „verunreinigt“ sein, da das Messgerät den Wert dann nicht korrekt bestimmen kann. Ab einem p-Wert von unter 7.10 muss die Geburt, zum Schutz des Kindes, umgehend zügig beendet werden.

    Beitragsfoto: Kzenon / shutterstock
  • Warum sollte jede Kreißsaalgeburt von einer Doula begleitet werden?

    Warum sollte jede Kreißsaalgeburt von einer Doula begleitet werden?

    Eine Mama erzählt im Rückbildungskurs von ihrer Geburt mit einer Doula. Und trifft damit einen Nerv. Denn die meisten anderen Mütter, die ebenfalls im Krankenhaus entbunden haben, wünschten sich nun, sie hätten VOR der Geburt ihres Kindes gewusst, was eine Doula ist.

    Damit Ihr dieses Wissen nun bereits vor der Geburt habt, erklären wir Euch, was eine Doula macht und warum sie gerade in der heutigen Zeit eine große Hilfe ist.

    Vorab: Eine Doula ersetzt keine Hebamme! Sie kommt mit zur Geburt und begleitet Euch auf einer viel persönlicheren Ebene als Eure Hebamme.

    Wie wird man Doula?

    Es gibt eine Handvoll qualifizierter Ausbildungen, deren Absolventen aufgrund ihrer guten Vernetzung mit den jeweiligen Verbänden leicht zu finden sind.

    Diese Ausbildung ist ein wesentlicher Bestandteil auf dem Weg, eine Doula zu werden. Hinzu kommen viele Praktika. Doulas berichten, dass insbesondere auf das Wissen rund um die Abläufe der Geburt als auch das Erlernen Kommunikation unter enormen Stress, wichtige Einheiten sind.

    Denn die Doula wird, wenn man sie bucht, eine wichtige Rolle als Geburtsbegleiterin übernehmen und muss sehr gut kommunizieren können. Außerdem bringt sie viele Fertigkeiten mit, die der werdenden Mutter und somit auch ihrem Baby dabei helfen, zu entspannen. Und Entspannung ist ja nun mal eine Grundvoraussetzung für eine sichere Geburt.

    Wo liegen die Grenzen in der Arbeit einer Doula bzw. was unterscheidet eine Doula von einer Hebamme?

    Doulas durchlaufen keine medizinische Ausbildung, sondern eine Ausbildung, die in etwa der eines Coaches entspricht. Wobei natürlich auch das Wissen rund um die Physiologie der Geburt nicht zu kurz kommt.
    Viele Eltern, die eine Doula unter der Geburt hatten, beschreiben ihre Anwesenheit wie eine „helfende Elfe“, die auf die nicht selten hektische Atmosphäre harmonisierend einwirkt.

    Entspannungstechniken, Massagetechniken, Atemübungen, schmerzlindernde Bewegungen sowie Bewegungen, die die Geburt positiv beeinflussen, sind ebenfalls Bestandteil der Ausbildung.

    Was sagen Hebammen über Doulas?

    Eine nicht unbegründete Sorge werdender Eltern, die eine Doula buchen möchten, ist die, was die Hebamme, die die Geburt begleiten wird, über deren Anwesenheit sagen wird. Man hört sogar Gerüchte Doulas aus Kreissälen rausgeworfen bzw. gar nicht erst zu den Eltern gelassen wurden.

    Woher kommt diese Kritik?

    Hebammen haben es derzeit aus bekannten Gründen (INTERNER LINK ZU EINEM BEITRAG) schon nicht leicht mit ihrem Stand. Sie müssen sich immer wieder aufs Neue behaupten und oft gegenüber Ärzten durchsetzen, um nicht von ihrer Verantwortung und Führungsrolle für die Geburt „entbunden“ zu werden.

    Da ist es gut nachvollziehbar, dass sie zunächst einmal argwöhnisch einer Menschengruppe gegenüberstehen, die vermeintlich in der Königsdisziplin „Geburt“ mitmischen möchte.

    Hebammen erkennen den Vorteil von Doulas

    Hebammen, die bereits eine Doula erlebt haben, sind dagegen sogar hoch erfreut über ihre Anwesenheit und ihren entspannenden Einfluss auf die Gebärende, die mentale Arbeit leistet und sich ihrer Rolle im Kreißsaal sehr bewusst ist.

    Ein Satz der wirklich oft von Hebammen ausgesprochen wird lautet: „Das schlechte Gewissen, wenn man zu einer anderen Mutter eilen muss, wird gleich viel kleiner, wenn man weiß, dass sie die Eltern nicht alleine lassen!“

    Welche Vorteile erleben Eltern unter der Geburt mit einer Doula?

    Die Frage kann man nicht in einem Satz beantworten, aber eine Statistik gibt klare Signale:
    Eltern, die eine Doula buchen, laufen wesentlich weniger Gefahr, die Kontrolle über die Geschehnisse zu verlieren. Interventionen werden nachweislich, um die Hälfte reduziert und die Eltern fühlen sich selbst bei der „besten Hebamme der Welt“ (die leider einfach selten die ganze Zeit bei den Eltern bleiben kann, selbst wenn sie es wollte) noch sicherer.

    Eltern, die eine Doula buchen, laufen wesentlich weniger Gefahr, die Kontrolle über die Geschehnisse zu verlieren. Interventionen werden nachweislich, um die Hälfte reduziert und die Eltern fühlen sich selbst bei der „besten Hebamme der Welt“ (die leider einfach selten die ganze Zeit bei den Eltern bleiben kann, selbst wenn sie es wollte) noch sicherer.

    Die Doula bringt ein gewisses Portfolio an Techniken mit, die zur Entspannung beitragen, Ängste nehmen und Schmerzen lindern. Sie kann „dolmetschen“, also Formulierungen, mit denen Hebammen und Ärzte kommunizieren, übersetzen, dass sie zum einen verständlich werden und zum anderen nicht mehr beängstigen. Oft sind es gerade die unbedacht „reingeworfenen“ Fachausdrücke, die furchteinflößend klingen, obwohl sie keine akute „Gefahr“ beschreiben.

    Eine Doula bietet eine durchgehende Betreuung während der Geburt

    Eine Doula hat Zeit und steht der Gebärenden die ganze Zeit Seite bzw. zur Verfügung. Sie zieht sich in den Hintergrund zurück, wenn sie merkt, dass das Paar gerade Ruhe braucht. Doch sie kommt durch ihre empathische Art auch schnell wieder zum Vorschein, wenn sie spürt, dass sie wieder gebraucht wird.

    Dadurch fühlen sich übrigens auch die Väter wesentlich wohler, da sie selber auch mental aufgefangen werden. Und einen kompetenten „Partner“ an ihrer und der Seite ihrer Frau wissen. Man darf nicht vergessen: Auch die werdenden Väter fühlen sich schnell ihrer Kontrolle beraubt, wenn sie nicht mehr verstehen, was um sie herum passiert. Und vor allem, wie sie ihrer Liebsten nicht helfen können.

    Und was, wenn es dann doch ein ungeplanter Kaiserschnitt wird? Waren die Kosten für die Doula dann „umsonst“?

    Nein. Ganz im Gegenteil. Die Doula ist auch im Operationssaal eine wundervolle Begleitung. Spätestens nach der OP, wenn die Mutter nicht alleine aufstehen kann, spüren Kaiserschnitt-Eltern die Anwesenheit einer Doula sehr deutlich: Sie reduziert das Aufkommen eines Geburtstraumas bei MUTTER und KIND merklich.

    Eine Doula kann man sich aussuchen. Eine Hebamme inzwischen nur noch selten

    Insbesondere Geburten in einem Kreißsaal sind derzeit menschlich gesehen nicht immer glücklich besetzt. Dies muss nicht unbedingt an einer unsympathischen Hebamme liegen. Auch die Tatsache, dass man nicht selten zu einem Zeitpunkt in die Klinik kommt, an dem viele Geburten zeitgleich stattfinden. Nicht selten wirkt sich dies so aus, dass die arbeitenden Hebammen sehr gestresst sind.

    Dies hat zur Folge, dass sie nur wenig Zeit für ein Elternpaar haben. Und sollte dann wirklich im „Worst-Case-Fall“ die Chemie zwischen werdender Mutter und Hebamme nicht stimmen, ist zum Glück eine Doula anwesend. Eine, die man sich selber ausgesucht hat und der man bzw. frau vertraut.
    Sie bleibt auch nach der Geburt noch einige Zeit bei der Mutter bzw. den Eltern.

    Auf Wunsch kann sie den „neuen“ Eltern bei den ersten Handgriffen / Schritten als Eltern helfen.  Denn häufig kann die Hebamme nicht mehr lange nach der Geburt dabei sein. Und dann hilft die Doula, wenn das Baby schreit und die Eltern unsicher sind.

    Was kostet eine Doula?

    Die Kosten einer Geburtsbegleitung durch eine Doula liegen etwa zwischen 500,- und 800,- Euro. Sie beinhaltet eine Rufbereitschaft in den zwei Wochen vor und nach dem Entbindungstermin. Dazu kommen mindestens zwei Gesprächen, einen Geburtsbericht (auf Wunsch) und das Verbrauchsmaterial unter der Geburt.

    Bisher werden die Kosten noch nicht von den Krankenkassen übernommen, allerdings kann man mit vielen Doulas Ratenzahlungen vereinbaren. Der Mehrwert einer Doula ist einfach unbezahlbar!

    Fazit: Eine Doula ist eine Bereicherung im Alltagsgeschehen der Kreißsäle, vor allem durch ihre 1:1 Betreuung. Und dies nicht nur mental, sondern nachweislich auch für eine leichtere Geburt.

    Eure Mira (Babytalk – Redaktion)

    Bist Du an dieser wundervollen Arbeit einer Doula interessiert? Wir bilden Doulas nach internationalen Standards aus. Nähere Informationen zu dieser sehr fundierten Ausbildung findest Du hier. Falls Du mindestens 15 Stunden pro Woche beschäftigt bist, hast Du die Chance auf  eine Bildungsprämie/-scheck im Wert von 500 Euro. (Hinweis der Redaktion)

    Beitragsfoto: Kzenon / shutterstock
    Pinterest: Newman Studio / Getty Images Pro
  • Die Doula – helfende Elfe unter der Geburt

    Die Doula – helfende Elfe unter der Geburt

    Eine Doula ist eine Person – meistens eine Frau – die eine Gebärende vor, während und nach der Geburt seelisch, moralisch sowie körperlich unterstützt. Sie ist keine medizinische Fachperson im eigentlichen Sinne, hat aber mehrere entsprechende Kurse besucht und wird mit einem Diplom ausgezeichnet.

    Ein ganz großer Vorteil ist, dass die Frauen ihre Betreuerin lange vor der Geburt auswählen, kennenlernen und somit eine weitere, vertraute Person als zusätzliche Unterstützung im Gebärsaal haben, auf die sie sich verlassen und deren Hand sie unter den Wehen getrost ordentlich quetschen kann.

    Diese «Fremd-Unterstützung» während der Geburt hat sich nicht nur bewährt, sondern senkt nachweislich das Risiko für Mutter und Kind. Die Sterblichkeitsrate, das Risiko einer instrumentell unterstützten Geburt oder eines Kaiserschnitts, die Schmerzmittelgabe sowie die Anzahl der Wehenstunden sind bei Geburten mit Doula-Begleitung deutlich geringer.

    Ich unterstütze die Doula-Arbeit, denn eine kontinuierliche, positive, emotionale Unterstützung während der Geburt ist unglaublich wichtig. Zudem berichten Frauen, die mit Doulas gebären, von weniger negativen Geburtserfahrungen.

    Seit wann gibt es eigentlich Doulas?

    Der Begriff stammt aus dem Griechischen, bedeutet soviel wie «Dienerin» und ist seit ca. 1969 gebräuchlich. Früher war Gebären reine Frauensache und außer einer Hebamme war noch eine weitere Person zur Unterstützung dabei.

    In der westlichen Welt hat sich das in letzten 50 Jahren stark verändert, auch der Mann ist nun mit dabei. Grundsätzlich finde ich es gut und wichtig, dass Väter bei der Geburt ihrer Kinder dabei sind.

    Leider erstarren aber viele Männer wie hypnotisierte Kaninchen, sobald Blut oder andere Körperflüssigkeiten sichtbar werden und sind gar nicht mehr fähig, ihren Frauen beizustehen. Dann kommt die Doula zum Zug, was auch viele Männer begrüssen, lastet so die Verantwortung nicht allein auf ihren Schultern.

    Ich habe eine Doula gefragt, warum sie sich zur Doula ausbilden ließ. Sie erzählte mir, sie habe sich bei ihrer ersten Geburt allein gefühlt, da die Hebamme nicht so viel Zeit hatte, ihr Mann wie gelähmt war und sie kaum unterstützen konnte. Er wollte es zwar, doch der Anblick seiner leidenden Frau machte ihn komplett hilflos.

    Sie mache ihm keine Vorwürfe, habe aber gemerkt, dass sie beim nächsten Mal eine zusätzliche Unterstützung möchte und bräuchte. Und so war bei ihrer zweiten Geburt eine Doula dabei. Ein riesiger Unterschied: Sie erlebte die Geburt als sehr positiv, trotz relativ langer Dauer.

    Und nach dieser positiven Erfahrung habe sie sich dazu entschieden, selber Doula zu werden. Mittlerweile hat sie vier Kinder und begleitet 5-7 Frauen pro Jahr durch die Geburt.

    Eine Doula bietet moralische Unterstützung im Kreissaal

    Ich persönlich schätze die Arbeit von Doulas im Gebärsaal sehr. Die moralische Unterstützung, die sie der Gebärenden bietet, ist in den meisten Fällen deutlich größer, als wenn sie alleine von ihrem Partner begleitet wird. Zudem integrieren Doulas meist auch den Mann besser in den Geburtsprozess.

    Noch nie hat mir eine Doula bei meiner Arbeit reingeredet. Ich nehme sie stets als positiv unterstützender Faktor für die Gebärende wahr und finde die Zusammenarbeit sehr spannend. Vor allem, wenn viel los ist und ich mehrere Frauen gleichzeitig bei der Geburt begleite, schätze ich eine Doula umso mehr.

    Eine Geburt ist ein extremes Ereignis und wenn eine Frau entsprechend adäquate, fachliche und emotionale Hilfe erhält, geht das meistens gut aus und bleibt als positives, schönes Erlebnis in aller Erinnerung.

    Eure Dayo  (Hebamme)

    Bist Du interessierst an dieser wundervollen Arbeit einer Geburtsbegleiterin? Wir bilden Doulas nach internationalen Standards aus. Nähere Informationen zu dieser sehr fundierten Ausbildung findest Du hier. Falls Du mindestens 15 Stunden pro Woche beschäftigt bist (und/oder gerade in Elternzeit), hast Du die Chance auf  eine Bildungsprämie/-scheck im Wert von 500 Euro. (Hinweis der Redaktion)

    Beitragsfoto: Kzenon / shutterstock
    Pinterest: Kzenon & ALPA PROD / shutterstock
  • Was ist eine Doula?

    Was ist eine Doula?

    Habt ihr schon einmal von den DOULAS gehört?

    Wenn nicht, seid ihr nicht alleine, denn der Begriff der Doula ist im deutschsprachigen Raum noch recht unbekannt. Doulas sind die HELFENDEN ELFEN aller werdenden Mamas.

    Und in anderen Ländern bereits so etabliert, dass sie nicht mehr wegzudenken sind. Auch wir wussten bis vor kurzem mit diesem Begriff nichts anzufangen.

    Wie oft hat man schon der großen Enttäuschung gehört, wenn die Freude über die Geburt in dem medizinischen Ablauf versunken ist, und gar nicht oder nur sehr wenig wahrgenommen wurde.

    Dabei stellt sich uns die Frage, ist denn die Geburt nicht DAS LEBENSEREIGNIS schlechthin? Und gehört es nicht dazu, dass sie dann im Kreissaal auch als solches zelebriert wird?

    Sollten liebevolle Worte an die werdenden bzw. frisch gebackenen Eltern nicht selbstverständlich sein?

    Leider ist in den meisten Krankenhäusern diese Atmosphäre verloren gegangen. Die personellen Strukturen erlauben es kaum einer Hebamme noch, ständig bei ihren Patientinnen zu bleiben, oder alle paar Minuten nach ihnen zu schauen.

    Und von den Ärzten brauchen wir gar nicht erst reden (und das soll um Himmels Willen keine Verurteilung sein, denn diese haben es sich ja auch nicht so ausgesucht!).

    Hebamme und Doula am Bett einer Gebärenden

    Aber wäre es nicht sehr, sehr angenehm, eine Begleitung zu erfahren, die kontinuierlich bei der werdenden Mutter bleibt, und neben den medizinischen Versorgungen alles andere Rund um die Geburt begleitet?

    Nie wieder das Gefühl des „Verlorenseins“ im Kreissaal? Dann kann eine Doula eine rettende Hilfe sein.

    Welche Aufgaben hat eine Doula?

    Doulas begleiten werdende Familien während der Geburt auf nicht-medizinische Art und Weise, sie begleiten insbesondere mental und durch ihre persönliche Erfahrung. Dabei ersetzt eine Doula keine Hebamme.

    Insbesondere während der Geburt bleiben sie bei den werdenden Eltern, und haben keine anderen Patienten, um die sie sich kümmern müssen. Ganz besonders möchten sie den werdenden Eltern Ängste nehmen.

    Denn gerade im Kreissaal trauen sich viele Frauen nicht, alle ihre Fragen zu stellen, da sie schnell das Gefühl haben, das medizinische Personal zu stören oder zu „nerven“.

    Um Doula zu werden, müssen die „helfenden Elfen“ einige Bedingungen erfüllen:

    Sie sind in jedem Falle selber Mütter, denn diese Erfahrung ist sich nicht durch ein Studium oder eine Lektüre anzueignen, und sie haben eine Ausbildung absolviert, in der sie alles wesentliche rund um die Geburt lernen.

    In mehreren Praktika sammeln sie zudem noch weitere Erfahrungen in Kreissaal und in Hebammenpraxen.

    Um an eine kompetente Doula mit fachgerechter Ausbildung zu gelangen, gibt es Verzeichnisse der einzelnen Ländern. Nachfolgend findet ihr die Verzeichnisse für Deutschland, Österreich und der Schweiz.

    Was sagen die Hebammen?

    Die Hebammen haben zur Unterstützung durch eine Doula übrigens sehr geteilte Meinungen. Viele sehen Doulas als „Konkurrenz im Kreissaal“ und sind ihnen gegenüber eher skeptisch.

    In einem Artikel der Kölnischen Rundschau ist ein Beispiel einer sehr schönen Zusammenarbeit beider Seiten aufgeführt.

    Die Hebamme sagt hier:
    „Für mich war das zunächst auch etwas Neues. Ich empfand es aber schnell als schöne Ergänzung.“ Die steigenden Anforderungen und schweren Bedingungen für Hebammen überforderten den Beruf, so die (Hebamme und) fünffache Mutter:

    „Da ist es schön, wenn man nicht alleine dasteht und die Familien zusätzlich mental unterstützt werden.“ (siehe Kölner Rundschau – Artikel )

    Demnach ist die Kombination von Hebamme und Doula für alle Seiten sehr praktisch, und alle profitieren davon. Es gibt nur einen Nachteil an der ganzen Sache: Die Kosten werden nicht einmal anteilig von den Kassen übernommen…

    Eine Begleitung mit Rufbereitschaft, mehreren Treffen und der Beratung kostet um die 400 € je nach Anzahl der Treffen etc.

    Eine Doula kann die ganze Geburtsatmosphäre retten, vor allem in der heutigen problematischen Situaltion in vielen Geburtskliniken.

    Sie ist wie eine beste Freundin, die auch dann noch den Nerv hat, das Personal auf Situationen aufmerksam zu machen, wenn man als Elternpaar unter der Geburt nicht mehr bis zehn zählen kann…

    Wir geben allen werdenden Mamas den Tipp: Lasst euch von eurer Familie, diese wunderbare Geburtsbegleitung schenken. Wir können diese Idee nur empfehlen.

    Bist Du an dieser erfüllenden Arbeit einer Geburtsbegleiterin interessiert? Die Babycoach-Akademie bildet Doulas nach internationalen Standards aus. Weitere Informationen zu unserer sehr fundierten Ausbildung findest Du hier. Falls Du mindestens 15 Std. pro Woche beschäftigt bist, hast Du die Chance auf  eine Bildungsprämie/-scheck im Wert von 500 Euro. (Hinweis der Redaktion)

    Unter dem folgenden Link findet ihr einen Beitrag einer Hebamme zur Zusammenarbeit mit einer Doula.

    Eure Mira (Babytalk – Redaktion)

    Beitragsfoto:  ALPA PROD / shutterstock
    Foto 2: Tyler Olson / shutterstock