Schlagwort: Babynahrung

  • Babynahrung ab dem 9. Monat – was kann es essen

    Babynahrung ab dem 9. Monat – was kann es essen

    Babynahrung: Für Babys im 9-ten Lebensmonat stellt die Muttermilch immer noch die beste Nahrungsquelle dar und schenkt ihm beim Stillen zudem die Nähe, die es braucht.

    Dennoch gibt es verschiedene Gründe, warum die Mutter nicht mehr Stillen möchte oder kann. Manche Kinder werden auch einfach immer neugieriger, was andere Nahrung betrifft, vor allem, wenn es ältere Geschwister hat.

    Auch wenn in diesem Alter die Beikostreife des Babys erreicht sein sollte, gibt es ein paar Dinge, die bei der Baby-Ernährung noch beachtet werden sollten.

    Sobald Kinder andere Nahrung als Muttermilch erhalten, entwickeln sie schnell ein Interesse, die Vielfalt und ihre Vorlieben an Lebensmittel zu erkunden. Dabei solltet ihr euer Kind nicht zwingen etwas zu probieren, was es nicht möchte. Der Geschmack eures Kindes ändert sich immer wieder im Laufe seiner Entwicklung. Bietet eurem Kind, die von ihm zuvor abgelehnte Nahrung einfach später wieder an.

    In dieser Phase des Übergangs von Babynahrung zur Familienkost machen sich zudem mögliche Nahrungsunverträglichkeiten bemerkbar. Diese sollten unbedingt berücksichtig werden, auch wenn sie sich später wieder legen können. Sofern die Kinder bis zum 10-ten Lebensmonat voll gestillt werden, ist für diesen Einstieg in die Familienkost keine Breiphase notwendig.

    Babynahrung für Kinder ab dem 9. Lebensmonat

    Gemüse

    Als Gemüse kann dem Kind alles gereicht werden, wann es mag und dies am besten zu Beginn als Fingerfood. Dies können beispielsweise gedämpfte Blumenkohl- bzw. Brokkoliröschen, Möhrenstöcken oder Paprikastreifen sein.

    Obst

    Dem Kind dürfen alle Obstsorten sowohl in frischer als auch in getrockneter Form angeboten werden. Diese sollte entkernt sein! und in handliche Stücke zubereitet sein. Da Beeren und Zitrusfrüchte für unsere Kleinen schwer verdaulich sind und sollten sie nur in begrenzten Mengen angeboten werden.

    Eier

    Eier, vor allem hartgekocht, als Omelett oder gut durchgebratenes Rührei, sind nicht nur eine gut Eiweißquelle, sie enthalten zudem Eisen und Zink.

    Getreide

    Sobald eure Kinder neugierig darauf schauen, was der Rest der Familie auf dem Teller hat und beginnen danach zu greifen, legt ihnen ab und zu einfach ein Brotstückchen oder ein Stück Reiswaffel in greifbare Nähe. Sobald sie diese mit ihren Händen greifen können, sind sie auch in der Lage sie zu kauen, zu schlucken und zu verdauen.

    Behaltet sie dabei im Auge, damit es sich nicht durch Unachtsamkeit an einem Stück verschluckt.

    Getränke

    Kinder vertragen in diesem Entwicklungsstand vor allem Wasser und ungesüßten Tee und zur Abwechslung ggf. auch mal einen stark mit Wasser verdünnten Fruchtsaft.

    Da Kinder in diesem Alter noch zu klein sind, um von sich aus nach etwas zu trinken zu verlangen, ist es an uns Eltern ihnen regelmäßig, sowohl zu den Mahlzeiten als auch zwischendurch – etwas anzubieten. Wobei sie im Alter von einem bis drei Jahren ca. 600 bis 700 ml Flüssigkeit pro Tag zu sich nehmen sollten.

    Milch

    Mit Beginn des zweiten Lebensjahres dürfen Kinder handelsübliche Kuhmilch (pasteurisiert oder ultrahocherhitzt) und andere Milchprodukte zu sich nehmen. Dabei sollten 300 Gramm bzw. Milliliter pro Tag allerdings nicht überschritten werden. Zu viel Milch für Babys verlangt Schwerstarbeit von Nieren und Stoffwechsel.

    Falls euer Kind keine Milch mag, ist Jogurt eine gute Alternative, Quark dagegen nicht, weil er zwar viel Eiweiß, jedoch wenig Kalzium liefert.

    Vegane „Milchdrinks“ wie Hafer-, Mandel- oder Dinkeldrinks sollten noch nicht als Milchersatz gegeben werden, da das Gehirn des Kindes sich noch voll im Wachstum befindet und dafür viel Eiweiß braucht.

    Ein zu großer Verzehr von Einweißprodukten begünstigt eine Übergewichtigkeit von Kindern.

    Unsere Tipps wie es mit dem Essen klappt

    • Lasst euer Kind beim Essen nicht alleine. Falls es mit einigen .Nahrungsmitteln überfordert ist (z.B. mit Brotkrümeln), braucht es eure Hilfe. Kinder essen wie wir Erwachsene lieber und eher mehr, wenn es Gesellschaft hat.
    • Sprecht während des Essens mit eurem Kind und ermuntert es zum Essen, indem ihr ihm aufbauendes Feedback gibt.
    • Wenn euer Kind ein Nahrungsmittel nicht essen möchte, probiert es einfach nach einigen Tagen noch einmal.
    • Kinder brauchen Rituale und das gilt auch fürs Essen und so solltet ihr euer Kind langsam darin unterstützten seinen eigenen Essrhythmus mit Frühstück, Mittagessen und Abendessen zu finden.
    • Sobald euer Kind den Mund verschließt, den Kopf wegdreht oder Löffel bzw. den Teller wegschiebt, zeigt es euch, dass es nichts mehr essen möchte. Dies solltet ihr akzeptieren. Das altbekannte Motto „Was auf den Tisch kommt, wird gegessen“ sollte weder für Babys noch für Kinder gelten.
    • Denkt daran, es mit unterschiedlichen Konsistenzen zu probieren. Manchmal lehnt euer Kind etwas ab, weil es seine Konsistenz nicht mag. Möglicherweise mag es lieber ganz grob statt fein Püriertes oder rundes statt eckiges? Oder es möchte etwas, was es selbst in der Hand nehmen kann?
    • Wie über die gesamte Entwicklung eurer Kinder seid ihr seine Vorbilder und so übernimmt es sowohl eure guten als auch schlechten Essgewohnheiten.

    Euer Deva (Babytalk-Team)

    Beitragsfoto: tatyana_tomsickova / Getty Images Pro
  • Weg von der Nuckelflasche

    Weg von der Nuckelflasche

    Nun ist es genug, die geliebte Nuckelflasche soll weg! Das Kind ist aber dagegen und sieht absolut nicht ein, wieso der geliebte Begleiter ausgedient haben soll? Nachfolgend erhaltet ihr hilfreiche Tipps und Hintergrundinformationen, um euren Kleinen das Nuckeln am Fläschchen „abzugewöhnen“.

    Ist das Fläschchen nun wirklich schlecht für die Zähne oder ist das ein Ammenmärchen? Was ist das kleinere Übel – Schnuller, Fläschchen oder gar der Daumen? Oder ist alles halb so wild und das Kind hört irgendwann ganz von selbst mit dem beruhigenden Nuckeln auf?

    Während noch in den 1970ern bedenkenlos mit Zucker gesüßte Getränke und Instant Babytees in Saugflaschen gefüllt wurden, gibt es heute zahlreiche Studien zur Zahngesundheit und zur schädlichen Wirkung von zuckerhaltigen Getränken in Babyflaschen.

    Doch – zumindest hoffe ich das – wissen heute die meisten Eltern, dass zuckerhaltige Tees und andere gesüßte Getränke ebenso wie Säfte, die von Natur aus Fruchtzucker enthalten, in der Babyflasche extrem gefährlich sind.

    Denn neben dem Zucker selbst, ist es für den Zahnschmelz absolut schädlich, wenn Zucker oder andere Süßstoffe ständig die Zähne umspülen. Apropos umspülen. Das ist das zweite No Go in Sachen Fläschchen. Niemals sollte den Kindern das Nuckelfläschchen über einen längeren Zeitraum zur Verfügung gestellt werden.

    Die Nuckelflasche als Einschlafhilfe

    Wenn die Flasche dem Kind überlassen bleibt, etwa als Einschlafhilfe, ist häufig zu beobachten, wie es den Sauger wie einen Schnuller im Mund lässt, um immer wieder mal daran zu nuckeln, falls es ein wenig erwacht.

    Die Flüssigkeit umspült beständig die Zähne und so kann selbst ein mit verdünnter Milch gefülltes Fläschchen zum Kariesbringer werden. Dies gilt ebenso für säurehaltige Getränke, wie z.B. Orangensaft. Beides erhöht das Kariesrisiko bei Keinkindern um ein Vielfaches.

    Die Zahngesundheit leidet erheblich. Doch nicht nur das: Eine groß angelegte Studie der Temple University in Philadelphia zeigte auf, dass Zweijährige, die regelmäßig aus der Flasche trinken, mit fünf Jahren stärker zu Fettleibigkeit neigen.

    Viele Eltern bedenken nicht, dass eine Kakao- oder Milchflasche kalorienmäßig gesehen, wie eine kleine Mahlzeit zu werten ist. 200 ml Milch machen laut besagter Studie etwa 12% des täglichen Kalorienbedarfs aus.

    Experten raten schlicht, erst gar nicht mit dem Flasche geben anzufangen. Falls das schon geschehen ist, dann sollen die Kleinen nach dem Trinken ihrer Flasche auf jeden Fall die Zähne geputzt bekommen.

    Nuckelflasche zur Beruhigung

    Schlafendes Baby mit Nuckelflasche

    Denn in der Praxis läuft oft alles anders als in der schönen Theorie. Weil unsere Kinder alle abends viel geschrien haben und wir Bauchweh nicht ausschließen konnten, haben sie schon mit wenigen Wochen ein Fläschchen ungesüßten Fencheltee bekommen. Und schwupps, schnell war die Flasche nicht mehr wegzudenken und ein wichtiger Helfer bei Schreiattacken.

    In der Familie meines Mannes war es üblich, den Babys im Alter von einem Jahr mit Wasser verdünnte Frischmilch im Fläschchen zu trinken zu geben. So bürgerte sich auch dieser Brauch rasch bei uns ein, anstatt wie heute von Fachärzten und Experten geraten mit einem Jahr komplett auf Tassen und/oder Trinklernbecher umzustellen.

    Nachdem unsere drei Kinder die harten Trinkaufsätze der Flaschenhersteller alle rigoros abgelehnt hatten, machte ich mir Sorgen wegen dem Milchzuckergehalt der Kuhmilch.

    Wie auf dem Beipackzettel der Fläschchen empfohlen, hatte ich vor mit einem halben Jahr auf die harten Aufsätze umzustellen. Die anders als die Sauger mit einer größeren Öffnung auf das normale Trinken aus dem Becher vorbereiten sollen.

    Die Kinder mochten diese „neuen“ Fläschchen aber gar nicht und warfen sie, wütend durch die Gegend. Zu den Mahlzeiten tranken sie ein wenig davon.

    Sobald es sich aber um den Abendtrunk auf dem Sofa handelte, klappte das überhaupt nicht. Ihnen lief die Flüssigkeit in den Kragen und die harten Aufsätze boten ihnen einfach keine Saugqualität, was die lieben Kleinen zusehends frustriert.

    Tipps zum Entwöhnen

    Während Milch Laktose (Milchzucker) enthält, war die bei den Zwillingen eingesetzte Pflanzenmilch teilweise sogar noch um einiges süßer. Daher habe ich beides immer sehr mit Wasser verdünnt, um mein Gewissen zu beruhigen.

    Irgendwie konnte ich ihnen ihre „Nuckiflasche“ auch nicht Wegnehmen. Ich brachte es einfach nicht übers Herz, weil alle drei das Nuckeln offensichtlich als so beruhigend empfanden.

    Doch irgendwann kam der Zeitpunkt – beim ersten Sohn im dritten Lebensjahr, bei den Zwillingen um den zweiten Geburtstag herum – an dem mir wirklich klar war, dass die abendliche Einschlafberuhigung per Fläschchen der Vergangenheit angehören musste.

    Im zweiten Lebensjahr waren jeweils schon etliche halbherzige Versuche vorangegangen. Manchmal klappte es besser, manchmal nur kurz – je nach Phase des Kindes haben wir aber doch wieder auf das Fläschchen als Beruhigungsmittel zurückgegriffen.

    Wenn alles gut lief, gab es Wasser oder Tee und von Beginn an habe ich die Flaschen nach der abendlichen Nuckelrunde stets wieder weggenommen. Als es dann aber ernsthaft an die Entwöhnung gehen sollte, kaufte ich erst einmal neue hübsche Flaschen – mit einem normalen, altersgemäßen Trinkflaschenaufsatz.

    Die fanden sie eine Weile ganz gut, aber sie tranken damit immer nur ein bisschen. Wenn sie ganz grantig wurden, haben wir die alten Nuckelaufsätze auf die neuen Flaschen aufgeschraubt. Nicht ganz so erfolgreich wie gedacht, aber immerhin wurde dem Nuckelbedürfnis nur noch im Ernstfall nachgegeben.

    Nur noch Wasser in die Nuckelflasche

    Irgendwann gab es dann wirklich nur noch Wasser in der Flasche. Mich nervten die ständig irgendwo herumliegenden Flaschen mit den Milchresten einfach zu sehr, als das ich das noch weiter hätte ertragen könnte. Wie beim Abstillen ist das oft der wichtigste Punkt, damit es klappt. Man muss es richtig stark wollen und seinen Kleinen zutrauen, dann klappt es plötzlich.

    Die Kinder waren lange Zeit gar nicht angetan von den Wasserflaschen. Komischerweise tranken sie dann aber plötzlich auch Wasser mit hartem Trinkverschluss. Anscheinend akzeptierten sie das Wasser, wenn sie wirklich Durst hatten und dann war ihnen der Verschluss egal.

    Es ging zu diesem Zeitpunkt anscheinend immer weniger ums Nuckeln. Saft bekamen sie mit zwei Jahren bereits verdünnt im Becher sowie Wasser zu den Mahlzeiten.

    Alle drei Kinder haben mit der Nuckelflasche endgültig erst im Alter von zwei bis drei Jahren aufgehört. Der Große hatte noch einen „Rückfall“: Als er sah wie die kleinen Geschwister ihre Flaschen bekamen. Irgendwie habe ich ihn da auch verstanden.

    Die Nuckelflasche wird mit der Zeit zu einer (scheinbaren) Garantie bzw. Ritual für Geborgenheit und Sicherheit.

    Manchmal hilft allerdings auch die „Fläschchen-Fee“ bei der Entwöhnung. Diese kann die Flasche immer öfter in eine Tasse oder das Einschlaffläschchen in eine Extraportion Kuscheln mit Mama und Papa verwandeln.

    Eure Verena (Babytalk-Autorin)

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  • Das Wochenbett – Warum das Zusammenfinden Zeit braucht

    Das Wochenbett – Warum das Zusammenfinden Zeit braucht

    Wozu brauche ich sechs bis acht Wochen Wochenbett?

    Das Wochenbett ist eine Zeit der Ruhe und des Ankommens. Vielleicht mag der Begriff für so manchen altmodisch klingen. Früher hielten die „Wöchnerinnen“ das Wochenbett sehr streng ein.

    Was zum einen daran lag, dass viele Frauen, etwa in der Landwirtschaft, ja wirklich sehr hart arbeiteten. Zum anderen  gab es aber gesellschaftlich auch nicht so einen Druck auf die Mütter, gleich wieder fit, schlank und voll belastbar zu sein.

    Babyblues und Frühwochenbett

    Gerade im sogenannten Früh – Wochenbett bekommen manche Frauen den sogenannten Babyblues, zu dem unsere Großmütter noch Heultage sagten. Die hormonelle Umstellung, der Milcheinschuss und die neue Situation können ganz schön heftig aufs Gemüt schlagen.

    Manchmal wächst sich das Stimmungstief auch zu einer Depression aus. Jede junge Mutter soll sich unbedingt Hilfe holen, wenn sie das Gefühl hat, nicht mehr froh zu sein und mit der Situation nicht klar zu kommen.

    Da soll niemand warten bis es richtig schlimm wird. Deshalb ist es sehr ratsam, dass eine Hebamme regelmäßig zur Nachsorge vorbeischaut. In den ersten zehn Tagen kommt die Hebamme wirklich jeden Tag. Auch dann wenn die Mutter erst nach einer Woche aus dem Krankenhaus nach Hause kommt.

    Dies sollte vorher ausgemacht sein. Am besten ist es, die Hebamme schon in der Schwangerschaft regelmäßig zu besuchen. So ist sie nicht mehr fremd und die junge Mutter traut sich auch wirklich alles zu fragen.

    Die Hebamme hilft bei der Pflege des Neugeborenen, schaut auf die Nabelschnur die jetzt langsam abfällt. Sie zeigt den jungen Eltern auch, wie man das kleine Baby badet. Die wertvollen Tipps meiner Hebammen waren so wichtig, dass ich sie bis heute nicht vergessen habe.

    Sie berät nicht nur rund ums Kind, sondern weiß auch alles über die Vorgänge im Frauenkörper nach der Geburt und hat natürlich auch viele Tipps zum Stillen.

    Was mit und in Deinem Körper nach der Geburt geschieht, hat Mira in ihrem Artikel zum Wochenbett beschrieben. Außerdem gibt sie eine wichtige Checkliste, wie ihr Euch die ersten Tage und Wochen erleichtern könnt. Zum Beispiel, indem ihr schon vor der Geburt alles im Haus habt, was in dieser Zeit des Frühwochenbettes wichtig wird.

    In das neue Leben hineinfinden

    Das Wochenbett ist nicht nur eine Zeit, in der sich der Körper der Frau sehr stark verändert.  Dies sowohl geburtsbedingt als auch in hormoneller Sicht. Die Wunden der Geburt brauchen eine Weile, um zu verheilen. Und der Frauenkörper bildet sich zurück nach den großen Umstellungen in der Schwangerschaft und der körperlich anstrengenden Geburt.

    Aber nicht nur der Körper braucht diese Zeit: Es bedarf auch der Ruhe, damit die neue Familie zusammen findet. Deshalb ist es gut, wenn Eltern und Kinder im Wochenbett, die Möglichkeit haben in einem geschützten Raum für sich zu sein. Freunde und Verwandte sind gern gesehene Helfer, wenn sie wirklich „nützlich“ sind.

    Damit sind Menschen gemeint, die nichts fordern oder erwarten, sondern mithelfen beim Aufräumen oder Kochen, zum Einkaufen gehen oder mit den Geschwisterkindern spielen. Sie sollen den Eltern möglichst viel abnehmen und dafür sorgen, dass diese Zeit miteinander und dem Neugeborenen verbringen können.

    Die Familie muss sich zusammenfinden

    Auch wenn es nicht das erste Kind ist, die Familie verändert sich in ihrem Gefüge und braucht Zeit, sich neu zu formieren.

    Mutter und Baby haben jetzt die Zeit sich zu beschnuppern, sich kennen zu lernen, ebenso die anderen Familienmitglieder. Es braucht Ruhe und Zeit, die Geburt selbst zu verarbeiten. Oft wird einem erst viel später klar, was die Geburt für ein intensives Erlebnis war und was sie alles ausgelöst hat.

    Und das gilt nicht nur für die Mutter, sondern auch für das Baby. Das kleine Wesen hat in seinen ersten Tagen auf unserer Welt mit all seinen Sinnen schon so viel Neues erlebt, dass es die kuschelige Nähe zur Mutter in Stille und Harmonie zum Ausruhen braucht.

    Selbst das Ankleiden, das Wickeln und das Schlafen mit dem kleinen Wesen in einem Bett ist für das Baby, aber auch für die Eltern neu und besonders. In so einer entspannten Atmosphäre können sich Mutter und Kind auf sich selbst konzentrieren und sich voll und ganz dem Stillen widmen.

    Das Wochenbett ist die Zeit, um sich mit dem neuen Lebensabschnitt auseinanderzusetzen, mit einer neuen Rolle im Leben. Damit auch der Vater Teil haben kann, sollte das so gut wie möglich bereits vor der Geburt organisiert sein.

    Bekommt er Urlaub oder besteht die Möglichkeit in diesen Wochen weniger zu arbeiten? Wer könnte helfen, damit der Vater sich nicht komplett um Haushalt und Alltag kümmern muss und damit auch wieder keine Zeit für seine junge Familie hat?

    Ein guter Rat ist es, bereits in den Wochen vor der Geburt einen Vorrat an eingefrorenen Gerichten anzulegen. Auch Lieferdienste von Supermärkten, Pizza-Service oder – natürlich viel gesünder – eine Gemüsekiste sind in dieser Zeit hilfreich.

    In den Alltag finden

    Die Hebamme ist auch Ansprechpartnerin für Rückbildungskurse und bietet oft selbst solche an. Bei den Zwillingen lebten wir z.B. auf dem Land und es war mir viel zu stressig, mit den Kindern so einen Kurs zu besuchen. Die Hebamme schlug vor, die leichten und kräftigenden Gymnastikübungen einfach daheim mit mir zu üben.

    Wer sich selbst etwas Gutes tun möchte, bucht eine Mütterpflegerin. Die kommt nach Hause, gibt Massagen und verwöhnt die junge Mutter nach Strich und Faden.

    Wenn so etwas in Deiner Gegend nicht verfügbar ist, tut auch eine Massage oder ein Besuch bei einer Osteopathin richtig gut. Mir hat letztere sehr geholfen, meinen Körper wieder in seine alte Form zurückfinden zu lassen.

    Das Wochenbett, die Zeit der Ruhe

    Die Zeit des Wochenbetts sollte unbedingt dazu genutzt werden, damit sich die Mutter selbst etwas gutes tun kann. Der Alltag kehrt früh genug wieder ein.

    Daher sollte das Wochenbett solange wie möglich, also mindestens sechs Wochen eingehalten werden.

    Im Frühwochenbett zu ruhen, leuchtet den meisten annähernd ein. Die ersten drei, vier Wochen zunächst wirklich im Bett und dann immer noch mit sehr viel Liegepausen zu verbringen, klappt anfangs noch ganz gut.

    Doch mit der zunehmenden Energie der Mutter fällt die Auszeit immer schwerer. Und sie verspürt immer mehr den Drang nach Abwechslung und Bewegung. In wieweit Du diesem Bedürfnis nachgibst liegt auf jeden Fall in deiner Entscheidung und Verantwortung.

    Natürlich können im zweiten Monat schon Spaziergänge unternommen werden. Doch die Ruhe für Mutter und Kind sollte nach wie vor oberstes Gebot sein.

    Neben Rückbildung und Mama-Terminen ist eh schon einiges los. Das Baby geht zu den ersten Untersuchungen beim Kinderarzt. Der Vater wird in den meisten Fällen wohl recht früh wieder arbeiten müssen und auch die Besucher- und Unterstützerzahl nimmt wieder ab.

    Jetzt ist es Zeit ein wenig Routine in den Alltag zu bekommen. Das tut dem Kind und der Mama gut. Da das Kind in den ersten zwei Monaten noch sehr viel schläft, hat die Mutter jetzt auch Zeit sich einmal auszuruhen.

    Sie sucht sich ein gutes Buch zum Lesen oder sonst etwas zu tun, was sie selbst einfach gerne macht. Sozusagen im Hinblick auf die Zeit, in der diese Augenblicke, für sich ganz allein sein zu können, dann erst einmal wieder seltener werden.

    Kräftigende Ernährung im Wochenbett

    Eine gesunde und nährstoffreiche Ernährung ist ein wichtiges Thema in der Zeit des Wochenbetts. Darüber kann auch schon vorher nachgedacht werden. Die Klassiker sind kräftigende Suppen – die sind zudem praktisch, da sie immer mehr als eine Mahlzeit ergeben – sowie Stillkugeln, wie sie die Hebamme Ingeborg Stadelmann in ihrem sehr empfehlenswerten Buch „Die Hebammensprechstunde“ vorschlägt.

    Dieses Buch ist überhaupt ein nützlicher Begleiter in der gesamten Schwangerschaft und der ersten Zeit mit dem Baby. Eine gesunde Ernährung ist sehr wichtig in dieser Zeit für die Mutter und wegen dem Stillen natürlich auch für das Kind. Blähende Gemüse und scharfe Gewürze sollten daher lieber weggelassen werden.

    Stillkugeln nach Ingeborg Stadelmann aus „Die Hebammensprechstunde“

    1 kg Dinkel, Gerste und/oder Hafer, 300 g gekochten Vollreis, 350 g Ghee oder Butter, 300 g Honig, evtl. 1 Tasse fein gehackter Nüsse z.B. Haselnüsse, Cashew, Mandeln, Kokos oder Walnuss, 1 Glas Wasser, Milch oder Pflanzenmilch

    Reis kochen und beiseite stellen. Abkühlen lassen. Das Getreide mahlen (je nach Wunsch gröber oder feiner), bzw. schon verarbeitet kaufen, und kurz anrösten. Nüsse können ebenfalls kurz angeröstet werden. Wenn die Masse eine leichte Bräune hat und duftet, Butter hinzufügen.

    Weiter verrühren bis die Butter geschmolzen ist, Honig hinzugeben und gut schwenken. Anschließend die Masse vom Herd nehmen und je nach Konsistenz Reis, Wasser oder Milch hinzugeben. Die Masse sollte gut formbar sein und die Stillkugeln nicht zerfallen. Die Kugeln mit ca. 2-3 cm Durchmesser im Kühlschrank lagern. Auf Wunsch diese in Kokosflocken, gerösteten Sesam oder Kakao wälzen.

    Wer mag, kann dieses Rezept mit Datteln und getrockneten Feigen sowie anderen Trockenfrüchten anreichern. Diese Energiebällchen, die zudem die Milchproduktion positiv beeinflussen, sind auch ein schönes Geschenk, das jemand mitbringen könnte.

    Eure Verena Wagner (Babytalk – Autorin)

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  • Baby led weaning: Baby hilft abstillen

    Baby led weaning: Baby hilft abstillen

    Viele Babys wollen möglichst schnell genau das essen, was alle am Familientisch zu sich nehmen. Das ist ja viel spannender, was die anderen kriegen. Wenn Du beobachtest, dass Dein Baby sich sehr für Lebensmittel und Essen interessiert, dann ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um etwas Neues auszuprobieren = Baby led weaning.

    Baby led weaning (BLW) heißt ein relativ neues Konzept aus Großbritannien, zu deutsch „Vom Baby dirigiertes oder selbst bestimmtes Abstillen“. Bei dieser Methode der Babyernährung im ersten Lebensjahr greifen Eltern nach mehr oder weniger sechs Monaten ausschließlicher Muttermilch (oder Fläschchennahrung) nicht automatisch zum Babybrei.

    Sie ermöglichen ihrem Kind, gleich richtig mit zu essen, und bieten weich gekochte Äpfel, Karotten, Kartoffeln oder frische Himbeeren im Birchler Müsli an. Die Basis des Birchler Müslis besteht aus weichen in Wasser aufgelösten Hafer-, Reis-, Hirse- oder Dinkelflocken, sowie Weizen- oder Maisgrieß. Auch ein Stück Brot oder Breze eignet sich für den Anfang. Eigentlich gibt es keine Tabus außer Salz und Nüsse.

    Weiches Obst könnte dem Baby besser schmecken

    Weiches Obst wie Banane, Avocado oder Birne könnte dem Baby viel mehr Spaß machen als sein Brei. Es ist möglich, das Obst in kleine Stücke zu schneiden. Saftige Apfel oder Fleisch eignen sich zum daran Saugen.

    So bekommt das Baby den vielfältigen Geschmack von Lebensmitteln früh mit. Wenn es sich dann an den Kartoffeln satt gegessen hat, holt es sich seine Nährstoffe eben weiterhin aus der Muttermilch. Das Kind kann sich aber frei etwas aus einer kleinen Auswahl an geeigneten Lebensmitteln aussuchen.

    Wann ist mein Baby für Beikost bereit?

    Abstillen Mutter füttert Kleinkind mit Brei
    Abstillen Mutter füttert Kleinkind mit Brei

    Expertinnen wie die Fachautorin und Journalistin Norau Imlau findet den richtigen und individuellen Zeitpunkt für das Abstillen entscheidend. „Ich finde es wichtig, Babys dann Essen anzubieten, wenn sie dafür bereit sind. Das heißt, wenn sie sichtlich Interesse zeigen, an anderer Kost als Muttermilch. Das kann mit fünf oder auch erst mit neun Monaten sein.

    Es gibt 3 grundsätzliche Beikost-Reifezeichen 

    • der Zungenstoßreflex ist abgeklungen
    • die Hand-Mund-Koordination ist vorhanden und
    • während der Nahrungsaufnahme kann das Baby sich selbstständig im Oberkörper halten -> quasi sitzen. Erst mit dem Sitzen ist der Rumpf von den Muskeln ausgebildet. Die Gefahr sich zu verschlucken ist in Aufrechterhaltung minimierter.

    Wenn alle Anzeichen bei Eurem Kind gegeben sind, könnt ihr davon ausgehen, dass es reif ist mit fester Nahrung zu beginnen.

    Baby led weaning – So ernähren sich Babys optimal

    Wenn Babys dann mit einer gesunden Auswahl auf dem Teller selbstbestimmt essen lernen dürfen, ernähren sie sich optimal, was Nährstoffe und Essensmenge angeht, wenn sie parallel weiter gestillt werden. Wobei der Hauptbestandteil der Baby-Nahrung grundsätzlich die Muttermilch /Pre bleiben sollte.

    Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass Babys intuitiv Lebensmittel meiden, die sie nicht vertragen. Beim Breifüttern ist das nicht der Fall.“

    Ein wichtiger Aspekt beim BLW ist neben der selbstbestimmten Auswahl auch die aktive Rolle, die das Baby einnimmt. Es lernt selbständig, kleine Stücke in der Hand zu halten sowie die benötigte Koordination, etwas zum Mund zu führen. Na und wie stolz die oder der Kleine sein wird, darüber wie es ganz alleine essen kann. Versteht sich von selbst, oder?

    Gerade Kinder, die keinen Brei mögen, kommen mit Baby led weaning voll auf ihre Kosten. Moana Mahina Werschler, Gründerin des Mamafoodblogs Miss Broccoli empfiehlt,  BLW mit Brei zu mischen. Es müsse ja nicht immer nur das eine oder das andere sein – Hauptsache, das Baby darf selbst entscheiden. Ihr Kind hat zum Beispiel erst mit 11 Monaten richtig essen mögen, bekam aber seit dem fünften Monat Brei.

    Damit das Kind alle wichtigen Inhaltsstoffe bekommt, die es braucht, rät sie dem Kind Dipps anzubieten. Die könnten aus Mandelmus oder Frischkäse sein. Und natürlich schadet auch ein bisschen hochwertiges Pflanzenöl nicht. Viele Familien lassen die Kinder einfach am normalen Familienessen teilnehmen. Es funktioniert alles von Nudeln mit Tomatensauce bis hin zu gekochtem Gemüse und Pfannkuchen.

    Bekömmliche Familienkost

    Gut geeignete Gemüse sind gedünstete/r Pastinake, Kürbis, Kohlrabi, Karotte, Brokkoli und Süßkartoffel. Als Ausgangsbasis können die Zutaten von Babybreien genommen werden. Nur dass sie eben nicht püriert und zu einem Einheitsbrei vermischt serviert werden.

    Zum Thema Brei sagt Nora Imlau: „Klar gibt es auch Babys, die lieber Brei mögen. Aber auch den können sie ja selber essen, Kartoffelbrei zum Beispiel. Das geht mit den Händen oder mit einem Löffel.“ Eine Alternative sieht die Fachautorin für Familienthemen im sehr achtsamen, langsamen Füttern.

    „Also wirklich nur assistierend, wenn das Baby sichtlich will, aber von der Motorik her noch nicht allein kann. Ohne Ablenkung, ohne zu versuchen, ihm mehr unter zu jubeln als es verlangt“, erklärt sie. Mehr Tipps hat Nora Imlau in ihrem absolut empfehlenswerten Buch „Das kompetente Baby“ gesammelt.

    Auch Moana Mahina Werschler sagt: „Das Gesicht, wenn das Baby mit sechs, sieben oder acht Monaten zum ersten Mal ein Karottenstück in den Mund nimmt, wird nicht pure Freude sein. Die Neugier ist aber meist so groß, dass es weiter probiert!“

    Dass eine solche Haltung, das eigene Bewusstsein für Ernährung fördert und den Kindern von klein auf hilft, ein Gefühl für das Satt sein und die eigenen Bedürfnisse zu entwickeln, klingt plausibel.

    Baby led weaning – Bedürfnisorientierte Ernährung

    Natürlich gibt es auch viele Kritiker. Anstoß nehmen sie in erster Linie daran, dass die Kinder auf diese Art und Weise nicht ausreichend ernährt und Mangelerscheinungen davontragen würden. Während der deutsche Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte das Konzept schlichtweg ablehnt, befürwortet es der Hebammenverband.

    Natürlich spielt auch hier wieder der gesunde Menschenverstand eine große Rolle. Wenn ich sehe, dass mein Kind zum Verschlucken neigt und nicht gut mit den angebotenen Lebensmitteln zurecht kommt, lasse ich solche Lebensmittel natürlich weg. Damit wären wir wieder beim Thema „Bedürfnisorientierung“ und bedürfnisorientierte Ernährung.

    Einfühlungsvermögen und Achtsamkeit im Umgang mit dem Kind hilft auch beim Thema Ernährung. Probiert alles aus und bietet Möglichkeiten an. Und natürlich kriegt ein Breiverweigerer nicht nur Gemüsesticks zum Lutschen, sondern neben vielen leckeren Probierstückchen eben auch die gute Milch der Mama oder die Säuglingsmilch aus dem Fläschchen – ganz so wie bisher.

    Eure Verena Wagner (Babytalk – Autorin)

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  • Beikosteinführung: Ein Löffelchen für dich, ein Löffelchen für mich

    Beikosteinführung: Ein Löffelchen für dich, ein Löffelchen für mich

    Dieser Beitrag „Beikosteinführung“ kommt aus unserem Expertenteam und zwar von der Hebamme Anja Lehnertz. Sie arbeitete bis vor kurzem in Trier als letzte freiberufliche Hebamme, die auch noch immer Geburten begleitete und setzt sich enorm für selbstbestimmte Geburten ein.

    Als Hebamme wird Anja oft von verunsicherten Eltern auf die Beikosteinführung angesprochen. Wann, wie und mit was sollte man sein Baby an feste Nahrung gewöhnen? Hier hat sie ihre Tipps für Euch aufgeschrieben:

    Warum sind Eltern eigentlich immer so verkrampft, wenn es um die Ernährung ihrer Kinder geht?

    Wie bekomme ich den Löffel in den Mund meines Kindes?

    Warum habe ich immer das Gefühl, dass nach der anstrengenden Wochenbettzeit die anstrengende „Wie bekomme ich den Löffel mit Nahrung in mein Kind anstatt an die Wand?“ Zeit kommt?

    Mit dem Beginn des 4. Lebensmonates kann man als erfahrene Hebamme beobachten, wie die Frequentierung der telefonischen Beratungen zum Thema „Beikosteinführung“ stetig steigt.

    Ein ganzer Rückbildungsabend geht mindestens drauf für dieses Thema. Spätestens im Babykaffee geht es dann erst Recht los mit den Fragen:

    „Anja mein Kind ist jetzt 4 Monate alt und verweigert die Brust. Ich glaube es wird nicht mehr satt. Kann ich jetzt schon mit der Beikost anfangen?“ oder: “ Mein Kind ist schon 7 Monate alt und trinkt immer noch nur an der Brust? Reicht das noch aus?“

    Im Folgenden werde ich die Fragen, die mich tagtäglich begleiten, erörtern.

    Was bedeutet Beikost?

    Im ersten halben Lebensjahr ist das ausschließliche Stillen oder die Ernährung mit Pre/oder HA Nahrung für das Kind ausreichend und ernährungsphysiologisch das Beste.

    Mit der Einführung von Lebensmittel in den verschiedenen Formen spielt weiter die Milchernährung die Hauptrolle im Ernährungsplan des Kindes. Deshalb nennt man dieses Einführen von Lebensmitteln BeiKost.

    Warum heißt es Breikost?

    Noch heute erfolgt die Einführung der Beikost meist über Breie, daher der Begriff „Breikosteinführung“.

    Was ist „Baby led weaning“?

    Die Kinderkrankenschwester, Gill Rapley gab 2008 einer alten Methode, Kinder mit „Fingerfood“ zu zu füttern diesen neuen Namen.

    Jeder hat seinem Kind bestimmt schon einmal eine Brotkruste unterwegs in das Händchen gegeben, um den Weg nach Hause zu überbrücken. Oder welches Kind freut sich nicht über das Stück Fleischwurst an der Fleischtheke.

    Das Kind bekommt Nahrungsmittel in handgerechten Stücken angeboten und kann diese selbstbestimmt entdecken, zermatschen und schmecken. Kinder sind von Natur aus neugierig und experimentieren gerne.

    Tipps:

    Nachfolgend findet ihr ein paar sehr hilfreiche Tipps und Hinweise:

    • Kinder sind im ersten Lebensjahr in der sogenannten „Oralen Phase“. Das heißt sie erleben Ihre Umwelt über den Mundraum.
    • Kinder haben eine angeborene Vorliebe für „süß“.
    • Ich möchte nochmal deutlich sagen „Kinder lernen vor allem durch Nachahmen“. Das sollte uns immer wieder bewusst werden.
    • Gemeinsames Essen am Tisch sollte Priorität im Familienalltag erhalten.
    • Die Auswahl der Lebensmittel erfolgt am Besten traditionell und saisonal.
    • Ein Erstgeborenes Kind wird eher später zum Löffel greifen als ein Geschwisterkind.
    • Der Spaß am Essen sollte im Vordergrund stehen. Neue Lebensmittel müssen mindestens 16 Mal ohne Zwang gegessen werden,
      bevor sie akzeptiert werden. (Aus einer österreichischen Studie mit Vorschulkindern)

    Gibt es einen richtigen Zeitpunkt für die Beikosteinführung?

    Beikosteinführung Mutter füttert Kleinkind mit Brei

    Es gibt keinen „richtigen“ oder „falschen“ Zeitpunkt. Der Zeitpunkt ist genauso individuell wie unsere Kinder. Ernährungsphysiologisch ist aber eine Einführung der Beikost vor dem 6. Lebensmonat unsinnig.

    In der Literatur findet man einige Empfehlungen zur Beikosteinführung, die berücksichtigt werden sollten.

    • mindestens 6 Monate sollten Kinder voll gestillt werden (WHO)
    • mit der Einführung der Beikost sollte frühestens am Ende des 5. Lebensmonates begonnen werden
    • das Kind schaut den „Großen“ interessiert beim Essen zu und steckt dabei öfter die Hand in den Mund
    • der Schluckreflex wird beherrscht
    • das Kind kann mit Unterstützung sitzen
    • Das Kind kann das Köpfchen problemlos , einige Zeit freihalten
    • Welche Nahrungsmittel sind gut für mein Kind?

    Was man bei der Beikosteinführung beachten sollte

    Es sollte im ersten Lebensjahr ausschließlich salzfrei gekocht werden. Zur verbesserten Aufnahme der fettlöslichen Vitamine sollten den Mahlzeiten Öl (Rapsöl) zugefügt werden, jedoch keine kaltgepressten Öle.

    Solange noch gestillt wird, sollten zur Senkung des Zöliakierisiko*, kleine Mengen glutenhaltiges Getreide beigeführt werden. In Forschungen hat man Hinweise gefunden, das Fischkonsum im ersten Lebensjahr einen schützenden Effekt auf die Entwicklung allergischer Erkrankungen hat.

    Mit Einführung fester Nahrung folgt auch die Einführung von zusätzlicher Flüssigkeit. Ich rate zu Wasser ohne Kohlensäure. Leitungswasser findet man überall. Allerdings sind die ersten Schlücke, des Kindes an einem Glas Sprudel sensationell …
    … dieses Gesicht wenn zum ersten Mal Kohlensäure auf der zarten Zunge des Kindes landet. Herrlich, den Gesichtsausdruck vergisst man nie!

    Der Tageszeitpunkt, ab wann man mit der Beikosteinführung anfängt, sollte von den Eltern individuell gewählt werden. Es muss nicht zwangsweise die Einführung des Mittagessens im Vordergrund stehen.

    Auch mit dem Abendbrei oder Finger Food am Abend darf gerne begonnen werden.

    Mein ganz persönliches Resümee

    Essen ist und bleibt eine Geschmacksache. Entdeckt das Kind seine Vorliebe zu Bananen, kaufen wir eine größere Menge ein. Doch einige Tage später kann es die Bananen schon wieder verweigern.

    Kinder essen außergewöhnliche Dinge, die wir nie bedenken würden, aber verschmähen Obst und Gemüse. Manche Kinder sind „Allesesser“. Und mache essen eher wie ein „Spatz“ nur wenige Nahrungsmittel.

    Als Mutter habe sehr schnell bemerkt, dass das Verfolgen eines zu strikten Zieles mit Kindern häufig in einer Sackgasse endet. Auch wenn es hier nur ums Essen geht.

    Warum also nicht locker bleiben.

    Irgendwann essen alle Kinder mit Löffel, Gabel oder Finger. Mal besser und mal schlechter. Mal hinterlassen die Versuche ein Schlachtfeld und mal wundert man sich über den schon sauberen leeren Teller.

    Unsere Kinder werden das Ziel, die Teilnahme am gemeinsamen Familienessen am Tisch, spielerisch erlernen. Wenn wir Erwachsene den Kindern eine gute Essenskultur und einen sinnvollen Umgang mit den Produkten vermitteln. (Erdbeeren gibt es nun mal nicht im Dezember)

    Der Weg dorthin kann halt manchmal sehr individuell sein, selbst innerhalb einer Familie.

    Wir sind die Vorbilder. Daher wunderte es mich auch nicht, das meine Kleinste bei den Hausbesuchen im zarten Alter von 2 Jahren ihren Milchkaffee verlangte. Ich bin nun mal ihre Mutter.

    Und wenn Familien Rat zu diesem Thema benötigen, steht ihnen die Hebamme, dank des Gebührenpunktes „ Beratung zur Beikost“, noch 2 Mal in ihrer aufsuchenden Tätigkeit zur Verfügung.

    Erklärung: *Zöliakie – eine Erkrankung des Darms, der eine Glutenunverträglichkeit zu Grunde liegt.

    In unserem Beitrag Beikostrezepte findet ihr mehrere leichte Rezepte zum Selber machen (Hinweis der Redaktion).

    Viel Spaß liebe Eltern!

    Anja Lehnertz (Babytalk – Hebamme)