Mit Hausmitteln sanft zur Heilung verhelfen

22. Februar 2017 -



Obwohl alternative Heilmethoden häufig aufwändiger sind als die konventionelle Schulmedizin, lohnt sich der Aufwand absolut. Verena Wagner, die Autorin des Blogs Mamirocks aus Tirol hat hier ein paar sehr gute Tipps für Euch zusammen gestellt, die bei Erkältung und Fieber helfen:


Was tun bei Fieber?

Erste Regel und die gilt eigentlich immer: Keine Panik – handle intuitiv! Verlasse Dich auf Dein Bauchgefühl, auch wenn Du Angst hast.

Wenn Du das Gefühl hast, mit Deinem Kind stimmt etwas nicht, es wirkt abwesend und lethargisch, dann ruf die Rettung. Ich schreibe das nicht einfach so, denn genau dieses Nicht-Zögern hat meinem zweijährigen Mädchen sehr geholfen.

Wie sich im Krankenhaus herausstellte, war dies keine übertriebene Handlung, das Kind hatte eine Blinddarmentzündung. Ungewöhnlich und selten in dem Alter, aber möglich.

Natürlich gilt äußerste Vorsicht auch beim Fieberkrämpfen. Bei über 40 versuche ich meinen Kindern Fiebersaft einzuflößen, obwohl das mit ihnen ein ziemlicher Kampf ist.

Sie ertragen alle Medizin, Tees und selbstgemachte Hustensäfte, aber nicht den künstlich-chemischen Geschmack der Säfte mit Ibuprofen oder Paracetamol.

Alternativen zum Fiebersaft

Während Fieber für Erwachsene echt hart ist, finden Kinder Fieber meiner Erfahrung nach oft nicht so schlimm. Meine drei sind dann müde, wollen nichts, keine Ansprache und keinen Kontakt. Sie schlafen dann meist einfach.

Viel schlechter scheint es ihnen mit Husten und Schnupfen und in der Phase der Rekonvaleszenz (Zeit der Genesung) zu gehen. Nach fast acht Jahren als Mutter, gerate ich bei Kinder Fieber nicht mehr so schnell in Panik.

Der Spruch „Wenn Kinder Fieber haben, sind sie gesund“, stammt von unserer früheren und wie ich finde sehr klugen Hausärztin.

Sie hat mir folgendes erklärt: „Das hohe Ansteigen des Fiebers zeigt bei Kindern an, dass ihr Immunsystem funktioniert. Der kleine Körper besiegt mit der erhöhten Körpertemperatur die angreifenden Krankheitserreger.

Hat man diese Erklärung vor Augen, gelingt es besser tief durch zu atmen und erst einmal sanfte Methoden gegen Fieber auszuprobieren, die dem Körper helfen sich selbst zu heilen.

Wenn ich zurück denke, wie es war als frisch gebackene Mutter, habe ich mir in den Babyzeiten sehr viele Sorgen um die fiebernden Kinder gemacht. Gerade beim ersten Kind habe ich dauernd gemessen.

Allerdings habe ich noch nie etwas unternommen, solang nicht die 39-Grad-Marke überschritten war.

Sanft heilen mit Wickeln

Die guten alten Wadenwickel müssen mit ein paar Regeln angewendet werden: Sie kommen wirklich nur zum Einsatz, wenn der ganze Körper glüht. Nicht etwa wickeln, wenn das Kind zwar an der Stirn heiß ist, aber ansonsten friert oder kalte Füße hat.

Ich nehme zum Herstellen der Wickel abgerissene Streifen alter Spucktücher. Diese dürfen auch nicht eiskalt nass gemacht werden: Lauwarm reicht aus, sonst ist der Unterschied zur Körpertemperatur zu drastisch.

Meistens warte ich bis die Kinder eingeschlafen sind und wickle dann in aller Ruhe. So erspare ich mir Abwehrgebrülle und Gestrample. Die nur feuchten, ausgewrungenen Windelstreifen möglichst ohne Falten um die Waden wickeln.

Außen herum kommt je ein Handtuch, damit nichts nass durchgeht. Die Füße sollen unter der Bettdecke herausschauen, damit das Fieber „abdampfen“ kann. Die Meinungen gehen auseinander, ob die Dinger nach einer halben Stunde wieder ab sollen.

Doch meistens sind sie schon erwärmt, wenn ich wieder nachschauen komme. Ich lasse die Kinder nach einem einmaligen Wickel schlafen. In wenigen Fällen habe ich die Wickel wiederholt, weil mir die Kinder während des Schlafes glühend heiß vorkamen.

Schlafen ist ohnehin die beste Medizin und ich würde nie den Schlaf eines Kindes stören.

Was sonst noch hilft

Auf jeden Fall ist wichtig, die Kinder oft und soviel wie möglich trinken zu lassen. Und wenn die Kleinen eben keinen Tee oder Wasser wollen, trinken sie notfalls, was sie möchten. Essen mögen sie mit Fieber meiner Erfahrung nach ohnehin nicht.

Außerdem sollen die Kleinen, wenn möglich im Bett bleiben. Die Bettruhe wird oft unterschätzt, aber die Kinder müssen sich wirklich viel ausruhen können. Malen, vorlesen, Hörspiele – alles ist gut, was im Liegen geht.

Dazu geben wir Globuli und/oder Schüssler Salze. Sobald Fieber auftritt oder auch eine Erkältung, verabreiche ich Ferrum Phosphoricum. Und dies solange bis die Kinder wieder ganz fit sind, denn dieses Mittel hilft auch dem Immunsystem.

Acconitum gebe ich in einmal bei plötzlich auftretendem Fieber. Bei heißem Körper mit Schwitzen und rotem Kopf gibt es Belladonna. Ich schreibe hier wieder bewusst keine Potenzen dazu, denn ich bin ja kein Experte, sondern eine Mami.

Gerade bei Babys lohnt sich das Gespräch mit einem Kinderarzt, der alternativen Heilmethoden gegenüber aufgeschlossen ist..

Essigwickel für Babys

Bei Babys riet unsere tolle Hausärztin zu Essigwickeln. Die sind viel einfacher anzuwenden bei den kleinen Strampelbeinen. Dazu kleine Söckchen in Essig tauchen, auswringen und anziehen. Darüber kommen dicke Wollsocken.

Diese habe ich immer nach einer Weile wieder abgenommen. Wenn ganz kleine Kinder Fieber haben, macht man sich einfach viel mehr Sorgen. Das ist ganz natürlich. Die Wirkung dieser Wickel war aber stets unmittelbar spürbar.

Man kann sie auch bei Babys mehrmals in der Nacht wiederholen – aber eben NUR bei komplett glühendem Körper. Die Temperatur darf nicht zu rasch zu stark abgesenkt werden.

Das Fieber gehorcht den eigenen Gesetzen der Krankheit und steigt meistens in Wellen immer wieder an. Und dies vor allem gegen Abend, solange bis alles ausgestanden ist.

Wird das Fieber, auch durch Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol zu rasch und zu stark unterdrückt, wirkt dies entgegen den Selbstheilungskräften.

Helfer fürs Immunsystem

Hilfreiche Kräuter bei Erkältungen sind Salbei (Halsweh, antibakteriell, desinfizierend), Spitzwegerich, Schlüsselblume und Huflattich für den Hustentee, sowie die Lindenblüte und das Mädesüßkraut für Schwitzkuren.

Ebenso immer dabei im Hustentee ist natürlich Thymian, dem ich hier schon mal einen eigenen Beitrag gewidmet habe.

Unter dem Hashtag #Kräutermamas findet ihr übrigens immer wieder detaillierte Informationen zu Kräutern für die ganze Familie. Nicht verzichten möchte ich in der Erkältungszeit auf Zitronen.

Sie sollte erst in den Tee hinein, wenn er bereits abgekühlt ist. So bleiben die Vitamine besser erhalten. Oder einfach roh essen, etwa in der Salat-Marinade oder als Limonade mit Zucker.

Sanfte Hilfe mit der Zwiebel

Auch die Zwiebel ist ein toller Helfer in der Erkältungszeit. Knoblauch hat ähnliche Eigenschaften, aber wie die Kinder mag ich den nicht roh.

Alle diese Zutaten helfen aber auch in ihrer alltäglichen Verwendung in der Küche, besser gegen Infekte gewappnet zu sein.

Aus der Zwiebel lässt sich zusammen mit Thymian ein wirksamer Hustensaft einkochen.

Die Zwiebel eignet sich zudem hervorragend für kleine Schnupfennasen. Auch wenn es stinkt – Zwiebel aufschneiden, etwa zehn Minuten abwarten und dann ins Kinderzimmer, neben den Kopf des Babys, stellen.

Erleichtert das Durchatmen, ebenso hilft ein im Kinderzimmer aufgestellter Wäscheständer mit nassen Kleidungsstücken. Letzteres ist auch bei Reizhusten eine Hilfe.

Zwiebelsäckchen bei Ohrenschmerzen

Einfach eine Zwiebel kleinschneiden und kurz in einem Topf oder Pfanne ohne Öl leicht anbraten. Dann in ein dünnes Tuch stecken und anschließend diesen „Beutel“ in einen Waschlappen oder kleinen sauberen Socken stecken und aufs Ohr drücken. Oder in ein Handtuch einwickeln und unters Köpfchen (Ohr) legen. Wirkt wunder.

Zusätzlich habe ich bei meinen Babys etwas ätherisches Öl wie Engelwurz auf einen kleinen Ton- oder Gipsanhänger geträufelt und neben dem Köpfchen platziert.

Bei verstopften Babynäschen hilft auch eine Pomade aus Engelwurz. Viele solcher Produkte gibt es fertig zu kaufen. Gute Hebammen kennen alle diese Tipps und Tricks.

Eure Verena (Babytalk – Autorin)

Beitragsfoto: ALIAKSEI SIDARENKA / shutterstock

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