Die Crux mit dem Geschlechterwunsch

6. August 2018 -



Geschlechterwunsch: Das Geschlecht ist aktuell ein heißes Thema. Gefühlt dreht sich alles um Gendermarketing, RosaBlauFalle und die Frage danach, wann endlich das veraltete „zwei Geschlechter-System“ aufgebrochen und revolutioniert wird.

Im krassen Gegensatz dazu gibt es auf der anderen Seite eben Menschen, für die alles noch ganz einfach ist: Entweder das Baby gehört zu #TeamRosa oder #TeamBlau. Junge oder Mädchen. Kaum ist das Geschlecht bekannt, gibt es Freudentränen. Oder eben auch nicht.

So wie bei mir. Da war nämlich kurzzeitig das blanke Entsetzen. Der reinste Schock.

Im Traum sah ich ein Mädchen

Warum? Angefangen hatte es schon bei meiner ersten Tochter. Nachdem überraschenderweise bekannt wurde, dass ich schwanger war, wurde ich mit den üblichen Fragen konfrontiert: Wie weit bist du schon? Ist es geplant? Junge oder Mädchen?

Interessanterweise war ich mir bei meiner Großen direkt sicher: Das ist ein Mädchen. Es gibt eine Nacht, da habe ich von einem Mädchen mit wunderschönen, langen Haaren in einem Kleid geträumt, dass über eine Wiese getanzt ist.

Nach dem Aufwachen war mir sofort klar: Das war meine Tochter. Mein Baby wird ein Mädchen.

Besser als 85 Prozent wird es nicht

Die Frauenärztin jedoch war sich nie sicher. Nach dem ersten großen Ultraschall hatte sie eine Tendenz: „Das Baby ist zu 60 Prozent ein Mädchen, aber ich würde meine Hand nicht dafür ins Feuer legen“. Musste sie auch nicht.

Mein Bauchgefühl wusste ja bereits Bescheid. Es wird ein Mädchen. Ende. Gegen Ende der Schwangerschaft wurden die Schätzungen zwar zielsicherer, aber niemals klar. Am Tag der Geburt war meine Tochter zu „85 Prozent ein Mädchen“.

Im Kreißsaal war die Spannung für alle Anwesenden groß. Ich wusste, dass mein Bauch mich nicht täuschen würde. Als der Arzt sie in den Händen hielt, hat er mich kurz geschockt: „Ah wie schön, Sie haben ja einen Jungen erwartet, oder? – Kleiner Spaß, es ist ein Mädchen!“. Uff, die zwei heftigsten Sekunden meines Lebens.

Immerhin war das komplette Kinderzimmer rosa und sämtliche Klamotten hatten Hello Kitty und Co. aufgedruckt. Das wäre schon recht amüsant geworden. Meine Große ist übrigens mittlerweile knapp 5 Jahre alt, hat Haare bis zum Po, trägt nur Kleider und tanzt für ihr Leben gern…

Bauch vs. Ultraschall – wer hat Recht?

Als ich dann mit meiner jüngeren Tochter schwanger war, wusste mein Bauch Bescheid: Mädchen. Diesmal habe ich von einer recht schnellen, fast schmerzfreien Geburt geträumt. Im Arm hielt ich anschließend mein süßes MÄDCHEN.

Mir war klar, dass mein Bauch wieder die korrekte Prognose abgegeben hatte. Allerdings war die Frauenärztin da anderer Meinung. Nachdem ich im Kopf bereits meine beiden Mädchen gemeinsam spielen, kuscheln und toben sah, hieß es: „Es wird ein Junge!“.

Ich war platt. Sollte mein Bauch sich diesmal so heftig geirrt haben? Sind die Bilder in meinem Kopf, meine Träume alle falsch? Uff, ich musste schlucken. Für mich war das Baby in meinem Bauch ein Mädchen.

Junge oder doch Mädchen: Ich hatte nur einen Mädchen-Namen. Im Kopf war ich nicht bereit für „Junge“. Mein Kopf hat blockiert, da mein Bauch weiterhin „Mädchen“ ausgestrahlt hat.

Ich war verwirrt. Traurig. Enttäuscht von meinem Bauchgefühl, dass mich scheinbar betrogen hatte. Was war mit meinem Bauch los? Warum hatte ich all diese Bilder im Kopf?

Irgendwie konnte ich mein Bauchgefühl aber nicht loslassen. Statt nach Jungennamen zu suchen und neue Klamotten zu shoppen, habe ich meinem Mann gesagt, wir warten ab. Das Gefühl ließ mich nicht los.

Und dann ist der Schniepel einfach abgefallen

Nach einigen Wochen des Wartens stand die nächste, große Untersuchung an. Der 3D-Ultraschall. Und dann sprach die Ärztin ganz selbstverständlich von einem Mädchen.

Ich musste nochmal nachfragen: Es wird ein Mädchen? Ja.

Sie sah mich fragend an. Scheinbar ist es nicht üblich, sich über ein zweites Mädchen zu freuen. Ich muss in dem Moment wohl ziemlich verrückt ausgesehen haben, weil ich fast vom Stuhl getanzt wäre.

Die Prognose Mädchen hielt sich in der restlichen Zeit. Doch was war mit dem Schniepel passiert? Das Stummelchen, was sie wohl mit einem Penis verwechselt hatte, schien ein Teil der Nabelschnur gewesen zu sein, was sich in den Ultraschall gemogelt hatte.

Egal. Ich war einfach froh, dass mein Bauch mich nicht im Stich gelassen hatte und erneut richtig lag. In ALLEN Punkten. Die Geburt verlief relativ schnell:

Die Schmerzen waren ohne PDA erträglich und vor allem, war ICH dieses mal die erste, die mein Baby im Arm hatte. Ich konnte im aufrechten Vierfüßler gebären und mein Baby direkt auf mich legen.

Es war das schönste Gefühl, was ich jemals hatte. „Du siehst so glücklich aus“ waren die ersten Worte meines Mannes. Und das war ich. Glücklich über das wunderbar perfekte Baby.

Glücklich, dass ich mich auf mein Bauchgefühl einfach wieder verlassen konnte.

Eure Yasmin (Babytalk-Autorin)

Beitragsfoto: Dragon Images / shutterstock

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