Risikoschwangerschaft schon ab 35?

1. April 2017 -



Vor kurzem hatte unsere Gastautorin Nadine (http://nadinegluckymom.com) eine nette Diskussion in einer Facebook-Gruppe über das Alter in dem die beteiligten Mütter zum ersten mal schwanger wurden.

Sie selbst wurde zum ersten mal mit 35 und ein weiteres mal mit 39 schwanger. Das Fazit dieser Facebook-Diskussion klang in etwa so:

Hier ist ihr Stempel -Spätgebärende – Bitte holen Sie sich ihre Verunsicherung ab!

Lest hier, wie Nadine die Schwangerschaft als “Spätgebärende” erlebte:


Ich fand es in meiner ersten Schwangerschaft (da war ich gerade 35 geworden) schon doof ständig als Spätgebärende bezeichnet zu werden. Und das Wort Risikoschwangerschaft schwirrte auch immer in meinem Kopf rum.

Ich habe mal bei Wikipedia geschaut, was da über Spätgebärende steht:

Als Spätgebärende werden im Allgemeinen Frauen benannt, welche zum Zeitpunkt der Geburt das klassischeSchwangerschafts- und Gebäralter zwischen 18 und 30 Jahren deutlich überschreiten.

Wow, das sitzt. Das klassische Gebäralter! Es gibt also ein klassisches Gebäralter! Wer legt das denn fest? Und viel mehr, wie legt man das fest? Dass man über 18 Jahre alt sein sollte, das sehe ich ja ein.

Frau sollte volljährig sein und wissen was sie tut. Wenn ich mich an meine Reife mit 18 erinnere, nein da war ich definitiv noch nicht reif genug für ein Kind. Aber das soll hier nicht das Thema sein.

Es geht vielmehr darum, wann man zu alt für ein Kind ist.

Ich war gerade 35 geworden, wir hatten geheiratet, da wurde ich, geplant und gewünscht, schwanger. Für mich war das der perfekte Zeitpunkt.

Ich hatte 18 Jahre meines Lebens gearbeitet, oft den falschen Mann kennengelernt und mir die Hörner abgestoßen. Deshalb war das für mich genau der richtige Zeitpunkt.

Da ich am Anfang unter extremer Übelkeit litt, war ich krankgeschrieben und las viel im Internet über Schwangerschaft und Babys. Natürlich verunsicherten mich auch jedes Mal die Wörter Spätgebärende und Risikoschwangerschaft.

Mein Frauenarzt meinte auch, dass wir unbedingt einen Triple-Test machen sollten. Ich wäre ja nicht mehr die Jüngste (hat er wirklich gesagt). Und wir müssten uns über die Konsequenzen, die ein schlechtes Testergebnis bringen würden, klarwerden.

Die Zeit, die ich auf das Ergebnis warten musste, war extrem belastend. Mein Arzt ging beim nächsten Mal dann ungefähr zwei Sekunden auf das Ergebnis ein: „Ist völlig unauffällig“. Das war es.

Versteht mich nicht falsch. Ich war natürlich dankbar für dieses Ergebnis, nur hatte ich mir doch so viele Gedanken gemacht. Was ist wenn ein schlechtes Ergebnis rauskommt? Was folgt dann?

Weitere Abklärungen? Eventuell sogar ein Abbruch? Schrecklich diese Gedanken!

Später las ich über den Triple-Test, dass er doch eher sehr mit Vorsicht zu genießen sei und häufig schlechte Ergebnisse herauskämen, die völlig gesunde Babys hervorbringen.

Aber so ein bisschen behielt ich immer die Angst im Hinterkopf. Wir bekamen ein gesundes Mädchen.

Als ich dann das zweite Mal mit 38 schwanger wurde, war das auch der richtige Zeitpunkt. Die Schwester war zweieinhalb und genauso wollten wir es. Ich hatte meinen Frauenarzt gewechselt.

Der neue ist und war sehr entspannt. Er hielt mich keinesfalls für zu alt. Der Ultraschall war von Anfang unauffällig. Und vom Triple-Test war er auch nicht überzeugt und inzwischen war der auch überholt.

Er gab mir die Möglichkeit einen sehr kostspieligen Bluttest machen zu lassen. Wenn ich mich recht erinnere, sollte der Test 800 Euro kosten. Aber mein Frauenarzt meinte, dass wir uns dieses Geld getrost sparen könnten.

Wir machten den Test nicht. Beim Screening schickte er uns zu einem wahren Experten, weil er dort jede seiner Ü35 Patientinnen hinschickt. Der versicherte uns auch, nach einer tollen Untersuchung, das unser Kind gesund ist.

Ich war entspannt. Wir bekamen einen gesunden Jungen.

Ich finde, jede Frau darf für sich selbst entscheiden, wann der richtige Zeitpunkt für eine Schwangerschaft ist. Im Endeffekt entscheiden es sowie dit Kinder.

Und die Ärzte sollten sich nicht auf ihre Vorgaben versteifen und jede Ü-35-Mutti als Kandidatin für ein behindertes Kind einstufen. Wir Frauen von über 35 sind heute anders und frischer als die Frauen vor 40 Jahren.

Auch sollte die Presse nicht über jede späte Mutter herfallen, als wäre sie die absolute Gebär-Sensation. Ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl hier und da, wäre nicht schlecht.

Eure Nadine (Babytalk – Autorin)

Beitragsfoto:  Photographee.eu / shutterstock

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