Natürliche Geburtseinleitung – Expertenrat

1. July 2017 -



Wir freuen uns Euch einen weiteren tollen Beitrag von unserer Babytalk-Hebamme Dayo Oliver vorstellen zu können.


Wie mühsam ist es doch, wenn man seinen Geburtstermin überschritten hat. Wenn die Wehen nicht bald von alleine starten, muss nachgeholfen werden. Weil medikamentös ausgelöste Wehen unangenehmer sein können als natürliche, probieren viele Frauen alternative Methoden.

Alle diese Massnahmen sollten jedoch erst angewendet werden, wenn die vierzigste Schwangerschaftswoche erreicht wurde oder die Hebamme bzw. der Arzt es empfohlen hat.

Bewegung

Schwangere geht in einem Wald spazieren Zu Hause sitzen und auf Wehen warten, hilft wahrscheinlich nicht viel. Spaziergänge oder generell mehr Bewegung können Wehen auslösen. Mehrmals die Treppe rauf und runter steigen, vielleicht mal einen steilen Hügel hinauf gehen oder ein bisschen Powerwalken.

Stimulieren der Brustwarzen

Es lohnt sich aber nicht, den ganzen Tag auf den Beinen zu sein – auch Ruhe ist angesagt. Wenn die Wehen wirklich einsetzen, sollte die Frau nicht bereits erschöpft sein. Das Stimulieren beziehungsweise Massieren der Brustwarzen kann auch zu Wehen führen. Dies sollte jedoch über einige Tage praktiziert werden.

Die Methode ist einfach: Massieren Sie sich die Brustwarzen sanft während einer Minute. Nach einer kurzen Pause ca. zwei bis fünf Minuten weiter massieren. Die Brustmassage löst im Körper die Ausschüttung des Wehenhormons Oxytocin aus. Die werdenden Papis sind meistens recht motiviert, behilflich zu sein.

Liebe machen

«All you need is love!» – das sangen bereits die Beatles. Eines der effektivsten Dinge ist, Liebe zu machen. Obschon dies mit einem grossen und schweren Bauch zugegeben nicht immer einfach ist. Es gibt mehrere Gründe, die dafür sprechen.

Der Spassfaktor sollte natürlich weit oben stehen. Alles was Spass macht, macht glücklich und entspannt. Bereits der mechanische Reiz vom Penis im Muttermund kann Wehen auslösen. Der Druck auf den Muttermund führt zum sogenannten Ferguson-Reflex, welcher eine Oxytocin-Ausschüttung im mütterlichen Körper bewirkt. Ein weiterer wichtiger Faktor ist das Sperma.

Im Sperma sind Prostaglandine drin, die dafür zuständig sind, den Gebärmutterhals weich zu machen und ihn zu verkürzen. Bei der medikamentösen Einleitung werden genau diese Prostaglandine eingesetzt. Die Kontraktion der Beckenbodenmuskulatur beim Orgasmus der Frau fördert ebenfalls die Wehen. Sanfter, liebevoller Sex mit der schwangeren Frau ist ein Akt der Liebe und fördert die Wehen. Mann massiert den Bauch seiner schwangeren Frau

Bauchmassage und Bad

Eine Bauchmassage oder ein warmes Bad kann helfen ebenfalls, die Wehen auszulösen – vor allem, wenn schon ein bisschen Vorwehen da sind. Es ist ratsam, als Hochschwangere nur dann ein Bad zu nehmen, wenn jemand zu Hause.

Die Bauchmassage sollte immer im Uhrzeigersinn gemacht werden. Mit einer Massage im oberen Drittel der Gebärmutter können die Wehen verstärkt werden. Dies wird bei Wehenschwächen auch unter der Geburt von vielen Hebammen so gemacht.

Manchmal genügt auch schon ein Einlauf, um eine Geburt einzuleiten. Dies ist vor allem dann wirksam, wenn eine Frau verstopft ist. Der Darm und die Gebärmutter liegen aneinander und sind von der gleichen Muskulatur beschaffen. Wenn der Darm arbeitet, arbeitet die Gebärmutter mit.

Wehencocktail

Ein sehr effektives und alternatives Mittel, um eine Geburt einzuleiten, ist der sogenannte «Wehencocktail». Er birgt jedoch auch einige Risiken und sollte daher nur unter medizinischer Kontrolle angewendet werden.

Beim Cocktail werden Aprikosensaft, Rizinusöl und Sekt zusammengemischt und getrunken. Diese Mischung bewirkt eine gesteigerte Darmaktivität (meistens Durchfall) und eine leichte lokale Entzündung im Darm.

Die lokale Entzündung bewirkt, dass Prostaglandine ausgeschieden werden. Prostaglandine werden wie oben beschrieben auch bei der medikamentösen Einleitung verwendet. Dies erklärt, warum der Wehencocktail so erfolgreich ist.

Aber wie bereits erwähnt: immer nur in Rücksprache mit einer medizinischen Fachperson anwenden und nicht mit anderen anregenden Methoden mischen.

Staubsaugen

Schwangere Frau beim Staubsaugen Erkundigen Sie sich bei der Hebamme oder im Krankenhaus, ob sie Akupunktur zur Geburtseinleitung anbieten. Ich selber habe schon viele positive Erfahrungen damit gemacht und konnte bei vielen Frauen die Geburt einleiten.

Wehen-Tagesprogramm

Bei so vielen Methoden könnte man sich fast schon ein Tagesprogramm zusammenstellen. Ich nenne es den «Wehen-Tag». Ein mögliches Programm kann so aussehen:

  • Starten Sie den Tag damit, Liebe mit Ihrem Partner zu machen. Massieren Sie sich dann unter der Dusche sanft und gleichmässig den Bauch. Danach gönnen Sie sich ein gutes Frühstück. Dann ab zum Spazieren gehen und Treppensteigen.
  • Zum Mittagessen etwas Scharfes essen und einen Schweppes Tonic trinken (enthält Chinin, eine wehenanregende Substanz). Nach dem Essen hilft ein Powernap, um Energie für einen weiteren Spaziergang zu finden. Mitten im Nachmittag wieder einmal so richtig gründlich staubsaugen und dabei so oft wie möglich in die Hocke gehen.
  • Am Abend mit dem Schatz fein essen gehen. Nach Hause spazieren und dann noch mal Lieben machen.

Hmmmh, ich finde, das hört sich gar nicht so schlecht an. Ganz unter uns: Wenn es nicht gleich auf Anhieb hilft, dann haben Sie wenigsten vor der Geburt noch einen schönen Abend mit Ihrem Schatz verbracht.

Ich kann aus Erfahrung sagen, dass es nach der Geburt wahrscheinlich einen Moment dauern wird, bis Sie wieder einen schönen Abend zu zweit geniessen können. Und daher nenne ich das eine Win-Win-Situation.

Viel Erfolg und gutes Gebären! Eure Dayo (Hebamme von Babytalk)

Beitragsfoto: Newman Studio / shutterstock
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