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Meine Stillgeschichte – ein Beitrag von unserer Babytalk-Autorin Berenice

Meine Stillgeschichte – ein Beitrag von unserer Babytalk-Autorin Berenice

Wir freuen uns Euch einen Beitrag über da sehr persönliche Stillerlebnis von Berenice, besser bekannt als Phinabelle (Phinabelle – Der Blog über Kinder, Chaos und ganz viel Glück). Probleme beim Stillen sind absolut keine Seltenheit, alleine das zu wissen kann schon beruhigen. Um Euch ein paar Ratschläge an die Hand zu geben, werden wir in der kommenden Woche zusätzlich einen Beitrag von einer Stillexpertin über Tipps und Tricks für den Start beim Stillen veröffentlichen. Danke an Berenice für die sehr persönlichen Einblicke! 


Das Thema „Stillen“ ist ja schon `ne harte Nummer. Jeder hat seine Meinung und wehe dem, der es anders macht… Gar nicht zu stillen, sorgt genauso für Bluthochdruck wie Langzeitstillen, sprich: am Anfang stillst Du selbstverständlich – ist ja auch das Beste für das Kind – aber nach maximal 12 Monaten ist dann bitte auch Schluss. So in etwa war auch mein Plan, klang in der Theorie auch ganz einfach. Doch die Praxis sah anders aus …

Während meiner ersten Schwangerschaft war mir klar, dass ich auf jeden Fall stillen möchte. Die Vorteile lagen ja auf der Hand: die besten Nährstoffe für das Kind, immer frisch und wohl temperiert, man musste unterwegs nicht auch noch Fläschchen mitnehmen und die Pfunde sollten dadurch auch eher purzeln. Bravo! Ich machte mir lediglich Gedanken um das Stillen in der Öffentlichkeit, war mir aber sicher, auch das zu wuppen.

Dass meine Tochter dann unerwartet per Kaiserschnitt auf die Welt kam, sorgte für die erste Verunsicherung. Wollte ich mein Kind doch auf jeden Fall natürlich entbinden. Aber ein Geburtsstillstand und schlechte Herztöne machten eine Operation notwendig. Dennoch ging es uns beiden nach der Geburt sehr gut, ich legte die Kleine direkt an und sie probierte auch direkt zu saugen.

An der Brust trinkendes Baby

Die Zufütter-Falle

Als Erstlingsmama ist man natürlich in allem sehr unsicher. Trinkt sie genug? Schläft sie zu lange? Warum hat sie schon wieder Hunger? Und auch die Hebammen und Schwestern im Krankenhaus steuerten ihren Teil bei: ständig kam jemand herein. Blutdruck und Temperatur messen bei mir, Mülleimer leeren und wischen, Zuckerwert messen beim Baby, Physiotherapie … Im Nachhinein weiß ich, dass das einfach zu viel war. Ich hatte permanent das Gefühl, es nicht gut genug zu machen. Ständig wurden die Werte meiner Kleinen gemessen und die Schwester kam zu dem Entschluss, dass wir zufüttern müssen. Der Zuckerwert war schlecht und wir sollten etwas Glukose geben. Dann nahm sie auch die normalen 10% ihres Gewichts an nur einem Tag ab, was der Schwester Schweißperlen auf die Stirn trieb: „Sie müssen zufüttern! Da führt kein Weg dran vorbei!“ Na toll. Ich hatte mir das alles so ganz anders vorgestellt und jetzt das … Natürlich wusste ich, dass das Stillen noch nicht optimal lief, aber dauert das nicht seine Zeit!? Ich war seit zwei Tagen Mama und der Milcheinschuss war noch immer nicht eingetreten. Also fütterten wir mit der Flasche zu – der Anfang vom Ende.

Schmerzen, Frust und Angst

Dennoch sollte ich weiterhin viel anlegen, um den Milchfluss anzuregen. Doch irgendwie klappte auch das Anlegen nicht richtig und einen weiteren Tag später tat mir einfach alles weh. Mir schmerzte höllisch die Brust sobald das Baby schrie und ich wusste, dass sie trinken will. Ich verkrampfte und machte mir selbst großen Druck, dass es doch jetzt endlich klappen muss! Die Angst, dass mein Kind nicht satt wird und das Stillen gar nicht mehr klappt, wurde mit jedem Mal größer. Mein Tag bestand aus Anlegen, Zufüttern und Abpumpen. Und nach zwei Stunden ging das Gleiche wieder von vorne los. Ich war mit meinen Kräften am Ende.

Flasche trinkendes Baby

Abstillen nach 4 Wochen

Ich merkte, dass meine Kleine mit der Flasche viel besser zurechtkam. Ich legte sie immer seltener an und pumpte nicht mehr so häufig ab. Auf diese Weise ging die Milchbildung stark zurück, sodass ich am Ende nur noch zwei Tassen Tee trinken musste bis ich keine Milch mehr hatte. Für uns beide war es damals die beste Entscheidung, denn unser Alltag verlief viel entspannter.

Wenn ich jetzt zurückblicke, weiß ich, dass ich zu früh aufgegeben habe. Ich hätte uns mehr Zeit geben und mich auf mein Bauchgefühl verlassen sollen. Denn ich bin mir sicher, dass jede Stillbeziehung toll werden kann.

In dieser Phase könnten euch auch die Beiträge „Schlafen in Familien-/Elternbett„, „Gibt es einen Schnuller ohne Reue?„, sowie „Eine kleine Auszeit vom Elternsein„interessieren.

Eure Berenice

Beitragsfoto: Dmytro Mykhailov / shutterstock
Foto 1: Anneka / shutterstock
Foto 2:  tongcom photographer / shutter stock

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