Geburt: Erfahrungsbericht einer Leserin zum Roses Revolution Day

26. November 2017 -



Diesen sehr berührenden Bericht haben wir von unserer Leserin Dekame gestern zum Roses Revolution Day erhalten. Weder wollen wir werdenden Müttern mit der Veröffentlichung Angst machen, noch ist das was Dekame schreibt der Alltag. Und das ist auch gut so! Wir wollen mit diesem, wie den anderen Berichten, alle Verantwortlichen sowie Beschäftigten im Umfeld der Geburtshilfe für einen wertschätzenden Umgang mit Gebärenden, sowie die Verantwortlichen und die Politik um mehr Unterstützung bei deren Arbeit sensibilisieren. Und nicht zuletzt den betroffenen Frauen EINE Stimme geben. Doch nun ließt selbst:


Die Geburt meiner Maus war sehr unschön und ich weine noch sehr oft, wenn ich daran denke .

Kontrollgang zum Frauenarzt

Es fing an, dass ich zu den regelmäßigen Kontrollen zum Frauenarzt ging. Alles war supi bis ich nach einem CTG den Arzt verließ und im Treppenhaus ausrutschte und die Treppe herunterstürzte. Ich hatte schmerzen. Ich schrie. Keiner hörte mich. Ich schleppte mich wieder hoch zum Arzt und schilderte was gerade passierte . Ich weinte und sollte mich ins Wartezimmer setzen. Nach ca. 30 Minuten warten ging ich wieder nach vorne und sagte ich habe schreckliche Schmerzen im Bauch . Ob mir bitte jemand einen Krankenwagen rufen könnte. Nein ! Der Arzt kommt gleich. Er kam auch schon um die Ecke und bat much ins Untersuchungszimmer . Ultraschall . Meine kleine Maus war im Stress. Was genau konnte oder wollte er mir nicht sagen. Er sagte; sie sei zu klein und wurde wohl nicht genug versorgt. Ich war zuvor nur zum CTG da.

Wie ins Krankenhaus kommen

Er sagte ich soll ins Krankenhaus, er macht mir jetzt eine Überweisung fertig. Aber wie soll ich da hin kommen? Ich kann so kein Auto fahren! Ich hatte Schmerzen! Das müsste ich jetzt selber klären, war seine Antwort. Na toll. Ich rief meinen Mann an  (führerscheinlos) er solle jemanden anrufen, der mich JETZT abholt und ins Krankenhaus fährt. Dies geschah auch sehr schnell. Angekommen im Krankenhaus hieß es Formulare ausfüllen. Ich wurde auf ein Zimmer gebracht und ein Arzt sollte gleich kommen . Mein Mann packte meine Kleidung etc. in den Schrank. Eine Schwester kam und war verdutzt, was ich hier mache. Sie sagte, ich soll draußen warten. Hä, warum das denn jetzt. Der Arzt kam und fragte mich, warum ich draußen stehe.

Ab in den Kreißaal

Ich wurde in den Kreißaal geschoben. CTG.  1 1/2 tage lag ich am CTG. Tag wie Nacht. In einem kleinem Raum der aussah wie eine Abstellkammer. Ich musste öfter den Raum frei machen, weil andere Schwangere auch ans Gerät mussten. So stand ich öfter stundenlang im Flur. Total übermüdet. Ich konnte nicht schlafen.
Es war irgendwann morgens. Ich hatte 2 tage schon nix gegessen …  Man brachte mir einfach nichts. Mein Mann war inzwischen zu Hause und musste sich um die anderen zwei Kinder kümmern. Irgendwann kam ein Arzt herein und sagte, wir machen jetzt in 15 Minuten den Kaiserschnitt. – Bitte was?! Warum? Nein!

Ich rief meinen Mann an der sofort zu mir ins Krankenhaus eilte. Meiner Kleinen gehts gar nicht gut. Sie bewegt sich nicht mehr und ihr Herz ist sehr schwach. Ich zittere und weine. Ich will nicht, dass sie stirbt. Mir geht so viel durch den Kopf. Ich zittere so stark das ich nicht reden konnte. Ich hyperventilierte. Zwei Schwestern brachten mich in den OP-Saal. Was passiert jetzt? Was muss ich machen? Lebt sie noch? Was wenn nicht? PDA musste gemacht werden, sie versuchten in meinen Rücken zu stechen. Ganze 12 mal. Es gelang ihnen nicht. Ich zitterte zu sehr. Ich wurde angeschrien, ich solle gefälligst still halten! Wie? Ich hatte Angst! Keiner sagte mir was jetzt passiert. Ich kotzte nun auch noch alles voll. Entschuldigte mich und weinte. Ich wurde in einen anderen OP-Saal gebracht. Ich musste laufen. Es ging nicht, weil ich so stark zitterte. Ich brach zusammen. Im anderen Saal angekommen. PDA versuch Nr. 13. Es klappte. Aber auch nur weil vier Schwestern mich so stark festhielten, dass ich auch aufhörte zu zittern. Ich wurde jetzt erst an einen Tropf gelegt, was mich etwas beruhigen sollte. Ich war total benebelt.

Die PDA wollte nicht wirken

Ich wurde wieder klar im Kopf als sie sagten ’so, es geht jetzt los ‚ … Aber ich fühlte doch noch alles! Stopp! Der Arzt glaubte mir nicht und piekste mir in den Bauch und fragte, ob ich es spürte. Ja verdammt! Es tat höllisch weh! Es wurde etwas gewartet. Bis dann die Betäubung wirkte. Sie schnitten mich auf und drückten auf meinen Brustkorb. Warum so fest?! Ich keuchte, da ich keine Luft bekam. Ich war weg. Ohnmächtig und bekam nix mehr mit. Ich wachte dann auf und meine kleine Maus weinte und schrie. Ich weinte mit. Sie lebt! Sie ist da! Eine Schwester hielt sie mir ins Gesicht. Gibt sie mir! Nein! Sie wurde weggebracht auf die Säuglingsstation. Ich wurde zusammengeflickt und in ein Zimmer geschoben in dem ich sofort unter Schmerzen einschlief oder wieder ohnmächtig wurde? Ich weiß es nicht.

Am nächsten Morgen

Am nächsten Morgen bin ich wieder wach geworden. Ich hatte Schmerzen und musste zugleich 💩 Pippi machen. Ich rief die Schwester. Die zeigte mir, wie ich am besten aufstehen sollte. Ich ging auf Klo. Die Schwester war wieder weg. Na toll. Ich kann nicht drücken. 🙈 Ich kann nicht! Aber ich muss doch 💩. Ich drückte auf den Notfallknopf und rief die Schwester, ich kam nicht mehr vom Klo. Scheiße wie peinlich. Die Schwester kam und schnauzte mich an, dass dies nur ein Notfallknopf ist. Na, wenn das kein Notfall ist?

Ich fragte, wann ich meine Tochter sehen könnte. Ja später. Sie werden dann hochgebracht auf die Säuglingsstation.
2 Stunden passierte nix. Ich fragte mehrmals nach. Drehte mich unter Schmerzen vom Bett und ging langsam, Schritt für Schritt alleine vom ersten in den zweiten Stock. Ich wollte einen Fahrstuhl nehmen, doch diese waren gerade besetzt von den Essenwägen. So nahm ich die Treppe. 30 Minuten brauchte ich.

Aber ich hab es geschafft. ALLEINE. Ich wollte ja schließlich meine Tochter sehen. Oben angekommen, sah ich sie nicht, aber ich wusste, wo sie lag. Ich konnte sie an ihrer Stimme erkennen. Mein Wunder! Mein kleines Mäuschen. Sie ist so wunderschön …

Eure Dekame Otto (Babytalk-Leserin)

Beitragsfoto: Tyler Olson / shutterstock

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