Eine kleine Auszeit vom Elternsein

19. October 2016 -



Sehnsüchtig warten viele Paare darauf, Eltern zu werden. Und es gibt wohl kaum etwas schöneres, das man miteinander erleben kann, als das Projekt „Eltern werden“…

Neue Mutter- und Vaterrolle

Mit der Geburt des Kindes kommen neue Aufgaben auf das Paar zu. Diese Aufgaben führen zu neuen Rollen, zu denen der Mutter und des Vaters.

Während die Frau häufig in der Rolle der Mutter aufgeht und die Nähe zu ihrem Baby genießt, hat sie zudem nicht selten, in den ersten Monaten kein weiteres Bedürfnis nach Nähe und /oder Sex.

Mutter kuschelt mit ihrem Baby auf dem Bett

Der Mann fühlt sich nicht selten in den ersten Monaten nach der Geburt ausgeschlossen von der Beziehung zwischen Mutter und Kind. Seine “Anwesenheit” ist zu Beginn nicht “gefragt”.

Er ist “nur” der Jäger, der die Beute erlegt und nach Hause bringt und so seine Familie ernährt.

Nach der Geburt ist der Genitalbereich der Mutter häufig noch Wund und empfindlich. Und die Frau kann sich häufig nicht vorstellen, Sex zu haben.

Dafür kann der frisch gebackene Vater in der Anfangszeit auch noch Verständnis aufbringen. Nicht zuletzt, weil das Lächeln des so süßen und so unschuldigen Babys für viele Entbehrungen, wie Ruhe, schlaflose und sexlose Nächte entschädigt.

Paar kuschelnd auf dem Sofa

Beziehungsstrichlisten

Wie lange diese Phase anhält, hängt davon ab, wie gut die Beziehung bis zu diesem Zeitpunkt war. Wie viele “Pluspunkte” mehr als “Negativpunkte auf der Strichliste aufgeführt sind “. Diese Liste wird, wenn häufig auch unbewusst, von jedem Partner geführt.

Doch mit der Zeit, wenn die Frau den Spagat zwischen ihrer Mutterrolle und der Rolle als Frau / Partnerin nicht schafft, fangen die Schwierig- und Streitigkeiten an.

Es bedarf einer bewussten Entscheidung und Anstrengung sich daraus zu befreien. Da die Mutterrolle, die Frau sehr ausfüllen kann und dem Mann in dieser Zeit ein sehr langer Atem abverlangt wird.

Wenn ein Baby oder Kleinkind da ist, wird es schwierig mal etwas als Paar zu unternehmen. Egal ob es darum geht, ins Kino oder Essen zu gehen oder Sport zu treiben oder Freunde zu treffen.

Wenn diese Freunde keine Kinder haben, leiden oft auch diese Freundschaften und nicht selten gehen Freundschaften kaputt. Einerseits besteht die Schwierigkeit eine Betreuung für das Kind zu organisieren, was in der Zeit, in der die Mutter noch stillt, besonders schwierig ist.

Wie auch immer, die Spontanität geht erstmal verloren. Zudem unterschätzen viele Paare, wie wichtig es in dieser Zeit ist, ihre Partnerschaft zu pflegen.  Und diesen Rollen der Beziehung wieder Raum und Zeit zu widmen.

Paartermine “müssen” im Kalender festgehalten werden

Bunter Kalender mit Terminen

Gemeinsame und Solotermine mit Freunden müssen im Voraus geplant und in den Terminkalender eingetragen werden. Und ggf. mit dem Partner wegen der Kinderbetreuung abgesprochen werden.

Und da dies immer noch einfacher ist als eine Kinderbetreuung zu organisieren, wird es schnell zur “Angewohnheit” etwas ohne den Partner zu unternehmen.

Hinzu kommt die Tatsache, dass das Elterndasein an den Kräften zehrt, die Energiereserven der Eltern sind also nicht mehr länger vergleichbar mit den Zeiten vor dem Elterndasein. Zudem schwindet der „Ärgerbonus“, den man sich zuvor „mühevoll“ erarbeitet hatte, immer schnelle dahin.

Schlaflose Nächte, Schrei-baby-zeiten und ständiges Präsent-sein-müssen sind nun einmal anstrengend und müssen irgendwo ausgeglichen werden.

Was können Mann und Frau tun, um ihre Beziehung zu retten?

Als erstes gilt es Verständnis aufzubringen für die Schwierigkeiten des Anderen sich mit bzw. in seiner neuen Rolle zu Recht zu finden.

Des Weiteren wäre eine neue Bekräftigung der Liebe zu einander hilfreich und wie sehr man bzw. frau sich wünscht. Die alten Rollen als Mann und Frau wieder auszufüllen. Um dies zu erreichen, ist es unabdingbar sich regelmäßig zu “verabreden”.

Ein Paar sitzt mit Cornflakes lachend auf einem Sofa

Dabei muss es sich nicht zwangsläufig um einen “Auswärtstermin” handeln, es kann auch ein gemütlicher Abend auf der Coach und oder vor dem Fernseher werden.

Nichtsdestotrotz sollten die neuen Eltern sich frühzeitig um einen vertrauenswürdigen Babysitter bemühen. Egal ob dieser nun aus der Verwandtschaft, Freundeskreis oder Nachbarschaft kommt. Zudem kann es vorteilhaft sein, wenn man notfalls mehrere zur Verfügung hat.

In der Regel sollte es sich jedoch um ein feste “Bezugsperson” handeln, damit sich das Baby nicht immer an jemand anderen “gewöhnen” muss.

Dabei ist es ratsam sich auch mal außerhalb der gewohnten vier Wände zu treffen. Diese sind einfach zu sehr von dem neuen Erdenbewohner „eingenommen“.

Euer Deva (Babytalk – Redaktion)

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