Das Wochenbett – Tipps für die ersten acht Wochen mit dem Baby

28. January 2017 -



Wenn man in der Schwangerschaft an die Zeit nach der Geburt denkt, ist man meist voller Vorfreude, kann es kaum abwarten, dass endlich die Zeit des Kuschelns beginnt.

Kaum eine werdende Mutter macht sich großartig Gedanken darüber, was in den ersten Wochen alles mit ihrem Körper passiert. Man kann bereits vor der Geburt einige Sachen vorbereiten, damit man nicht direkt in Stress verfällt, sobald das Baby da ist.

Aber zunächst einmal möchten wir hier ein paar Fakten über das Wochenbett für Euch auflisten:

Das Wochenbett heißt so, weil es in der Tat empfohlen wird, dass die frisch gebackene Mutter viel Zeit im Bett verbringt. Natürlich mit dem Baby.

Die meisten Mamas, die diesen Tipp ignorieren und zu schnell zu viel körperlichen Anstrengungen ausgesetzt sind, werden anschließend häufig von ihrem Körper in Form von Entzündungen oder ähnlichem gebremst.

Warum ist das so, auch wenn man sich nach einer natürlichen Geburt bereits schnell wieder sehr fit fühlt?

Im Körper der Mutter passiert nach der Geburt sehr viel:

  • Die Wunde von der Plazentaloslösung heilt in der Gebärmutter, während diese sich in einem irren Tempo wieder auf ihre ursprüngliche Größe zusammenzieht. Das Wundsekret kommt in Form einer starken Blutung, die aber recht schnell geringer wird.
  • Der Milcheinschuss kommt und sorgt für eine Neuregulierung des Stoffwechsels: Schließlich muss der Körper nun immer genug nährreiche Milch bereit stellen.
  • Das passiert auch erst einmal, wenn die Mutter schon vor der Geburt genau wusste, dass sie nicht stillen möchte… Wenn dies der Fall ist, muss “abgestillt” werden.
  • Die Strapazen einer Geburt werden gerne schnell vergessen, doch der Körper möchte sich nun erst einmal erholen.

Das gleiche gilt auch für das Baby. Das Baby hat Schwerstarbeit geleistet. Egal, ob vaginale Geburt oder Kaiserschnitt, mit dem ersten Atemzug beginnt eine enorme Wandlung, nicht nur des Stoffwechsels.

Mit dem neuen Erdenbürger beginnt ein völlig neuer Alltag! Nun wäre es gut Zeit zu haben, sich kennenzulernen. Schließlich muss eine neue Familienroutine muss gefunden werden.

Na, man kann schon erkennen, dass in dieser Zeit möglichst alles vorbereitet sein sollte, oder? Zum Beispiel sollten in den ersten Tage keine große Einkäufe anstehen. Deswegen haben wir hier eine Einkaufsliste für Euch vorbereitet.

Frau mit Stilleinlage in der Hand

Diese Dinge sollten am besten schon vor der Geburt im Haus sein:

  • Die Erstausstattung für das Baby (um Himmels Willen, kauft nicht erst auf den letzten Drücker diese Sachen!)
  • Binden für den Wochenfluss. Im Allgemeinen braucht kaum eine Frau die ganze Packung, aber es lohnt sich, wenigstens zehn bis zwanzig von den berühmt berüchtigten Wöchnerinnen-Binden (bei dm zum Beispiel die “Pelzys”). Denn eine normale Binde “schafft” den Wochenfluss der ersten Tage einfach nicht und man möchte sich ja nicht unbedingt die Wäsche ruinieren.
  • Achtung: Auf keinen Fall Tampons benutzen! Wir haben von Ärzten bestätigt bekommen, dass diese beim Wochenbett sehr schell zu Infektionen führen, die sich ganz einfach vermeiden lassen, wenn ihr dies berücksichtigt.
  • Es lohnt sich im übrigen auch, für die ersten Tage mit dem starken Wochenfluss entweder alte oder wirklich billige Unterhosen zu nutzen.
  • Nahrungsmittel, die haltbar sind und schnell zubereitet werden können. Vor allem, wenn der Papa die ersten Wochen nicht zu Hause bleiben kann und auch sonst niemand zur Unterstützung da sein kann. Es ist sehr verwunderlich, wie wahnsinnig müde eine Mutter sein kann;) Da kann einer sogar das Kochen schon zu viel werden…
  • Da das Baby den körpereigenen Geruch der Eltern liebt (über den Geruch erkennt es die ersten Wochen am meisten), sind Duschgele ohne Duftstoffe super. Auch auf besonders viel Chemie sollte frau gerne verzichten, um Allergien zu vermeiden.
  • Damit man nicht gleich nach der Geburt Shoppen muss, empfiehlt es sich, Still BH´s auch in zwei Nummern größer als bei der Geburt daheim zu haben. Die Brüste wachsen oft mit dem Milcheinschuss um zwei Größen!
  • Stilleinlagen

Von Hebammen empfohlen:

  • Brustwarzen-Creme
  • Chinesische Kraftsuppenmischung (bei der Hebamme erfragen)
  • Babybäuchlein-Öl
  • Weißkohlblätter (welche enorm angenehm sind, wenn die Brust sehr schmerzt, am besten schön kühl aus dem Kühlschrank)
  • Stilltee

Mutter mit Babykopf an der Schulte gelegt, von hinten

Langeweile

Übrigens: das Baby schläft die ersten Wochen sehr viele Stunden (bis zu siebzehn) pro Tag! So entsteht im besten Falle ein Leerlauf für die Mutter, den man sehr gut nutzen kann, um selbst ein wenig Schlaf nachzuholen und um vorzuschlafen.

In der Regel kommen Wochen mit einer oder mehreren Stillunterbrechungen auf eine Mutter zu.

Aber es sollte auch genügend Beschäftigung geben (Bücher, Handarbeit etc.), damit keine Langeweile aufkommt (ja, das glaubt man kaum, aber die gibt es!!).

Ausgenommen man hat bereits ein oder mehrere Kinder. In diesem Fall ist es hilfreich, wenn man von einer guten Freundin oder der Mutter, sofern man sich mit ihr gut versteht, unterstützt wird.

Es ist übrigens nicht empfehlenswert, aus Langeweile besonders viel fernzusehen. Zu viel Fernsehen soll bekanntlich Depressionen fördern.

Besucher während der Wochenbett-Zeit:

Natürlich wollen viele Freunde und Verwandte so schnell wie möglich den neuen Erdenbürger besuchen und bestaunen. Das kann man auch keinem übel nehmen;)

Aber: Denkt daran, dass nicht nur ihr, sondern auch das Baby viel Ruhe braucht! Die täglich neuen Eindrücke überfordern, die Neugeborenen sehr schnell, deren Verarbeitung nicht selten von Schreien begleitet werden.

Aus diesem Grund wäre es ratsam zu Beginn keinen Übernachtungsbesuch zu planen.

Und die Besucher, die tagsüber kommen, sollten über ein Zeitlimit informiert werden, denn länger als eine Stunde sollte man am Tag nicht seine Aufmerksamkeit auf andere richten müssen.

Das ist zuletzt natürlich vor allem von Euch selbst abhängig. Eltern sind diesbezüglich sehr unterschiedlich. Nur nehmt Euch nicht zu viel vor und achtet auf Eure Grenzen!

Wir wünschen Euch allen eine wunderschöne Kuschelzeit!

Eure Mira (Babytalk – Redaktion)

Beitragsfoto: Christin Lola / shutterstock
Foto 2: Tolikoff Photography / shutterstock
Foto 3: Nadia Cruzova / shutterstock


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