Babys wollen getragen werden

22. February 2017 -



Als Trageberaterin ist unsere Autorin Tamara Beck die Expertin schlechthin, für das kuschelige Thema, welches wir Euch heute vorstellen:


Das Tragen von Babys

Der Mensch ist ein Tragling. Von seiner Entstehung an verbringt er seine Zeit im warmen Fruchtwasser im Bauch seiner Mutter, ganz nah an ihrem Herzen, dessen Schlagen etwas vom ersten ist, das er wahrnimmt.

Rund 40 Wochen, so lange wie eine Schwangerschaft ungefähr dauert, wird er getragen, genährt und gewärmt.

Bei der Geburt kommt er heraus aus dieser angenehmen Geborgenheit, hinein in eine kühle, grelle Welt. Mit dem Abschneiden der Nabelschnur wird er physisch von seiner Mutter getrennt.

Doch ihre Nähe wird er noch lange brauchen, denn der Mensch ist, physiologisch gesehen, eine Frühgeburt – unfähig, alleine zu überleben. Laufen kann er nicht, also wird er getragen – von all den lieben Menschen, die ihn umgeben, umsorgen und lieben.

Und je öfter er getragen wird, desto wohler fühlt er sich. Seit Anbeginn der Menschheit wurden Kinder getragen wie auch kleine Säugetiere getragen werden.

Bei Naturvölkern und Nomaden sieht man nur getragene Kinder, es ist bis heute auch eine Notwendigkeit. Getragene Kinder weinen weniger, haben ein gutes Urvertrauen, weniger Mühe mit ihrer Verdauung und es fördert alle ihre Sinne.

So wird z.B. die Motorik durch die Bewegung des Tragenden angeregt; die Traglinge gleichen die Bewegungen automatisch mit ihrem eigenen Körper aus. Häufig getragene Babys sind deshalb in der motorischen Entwicklung oft schneller.

Tragen fördert den Bindungsaufbau

Aber auch die Kommunikation, quasi auf Augenhöhe, und das Miterleben des Alltags, ist ganz anders aus der Perspektive eines Erwachsenen im Gegensatz zum Liegen im Kinderwagen, das oft nur den Blick zum Stoffdach ermöglicht.

Während die Bezugsperson, ihre Stimme und ihr Geruch weniger bis kaum wahrgenommen werden können.

Zudem wird durch häufiges Tragen ein flacher Hinterkopf vermieden. Eltern, die tragen, haben ständigen Körperkontakt zu ihren Kindern, können bonden und haben ihre Hände frei für tägliche Arbeiten, für Geschwisterkinder, zum Einkaufen etc.

Viel rascher nehmen sie die Bedürfnisse ihres Kindes wahr, wenn sie es so nah bei sich haben.

Auch Eltern, die gerne draussen aktiv sind, wandern etc. oder sich frei durch die Stadt bewegen wollen, sind so viel flexibler. Treppen, enge oder steinige Wege und Schneematsch sind kein Hindernis.

Mutter trägt Baby in einem Tragetuch vor der Brust

Im kalten Winter frieren unter einer Trage-Jacke getragene Kinder nicht, da sie stets die Körperwärme des Tragenden spüren. Fiebrige Kinder sind beim Tragen ebenfalls gut aufgehoben, da es temperaturausgleichend wirkt.

Tragehilfen

Wer also beschliesst, sein Kind tragen zu wollen, der hat heutzutage die Qual der Wahl. Es gibt zahlreiche Firmen, die verschiedenste Tücher und Tragehilfen in allen möglichen Designs verkaufen. Die Tücher haben unterschiedliche Längen und Materialien, Tragehilfen gibt es zum Binden, mit Schnallen oder beides kombiniert.

Manche „wachsen“ mit dem Tragling mit, andere eignen sich nur für eine bestimmte Zeit weil sie nicht oder nur begrenzt verstellbar sind. Und alle haben sie ihre Vor- und Nachteile.

Tragehilfen sind rascher angelegt, mit Tüchern ist man von Geburt an bis zum Ende der Tragzeit, die durchaus einige Jahre dauern kann, wenn man z.B. gerne lange Strecken wandert, gut bedient.

Zudem stehen einem mit den verschiedenen Bindeweisen alle Möglichkeiten offen. Man muss jedoch ein Flair dafür haben, diese erlernen zu wollen.

Es rät sich aber in jedem Fall, vorher, wenn möglich auch schon in der Schwangerschaft, eine Trageberatung aufzusuchen.

TrageberaterInnen

TrageberaterInnen haben meist ein großes Sortiment an Tüchern und ergonomischen, empfehlenswerten Tragen und nehmen sich Zeit um mit den Eltern das Binden zu lernen oder eine passende Tragehilfe zu finden.

Das ist nämlich eine sehr individuelle Angelegenheit und es empfiehlt sich in jedem Fall, die Tragehilfen vorher zu testen.

Denn das Tragen macht nur Spaß, wenn es für beide bequem ist und diesbezüglich gibt es schon ein paar Punkte zu beachten. Beim Kind z.B. muss die sogenannte Anhock-Spreiz-Haltung garantiert sein, die Haltung also, die Babys automatisch einnehmen, sobald sie hochgenommen werden.

Sie ziehen die Beinchen an – ein Reflex der für’s Tragen gemacht ist, so können sie sich an der tragenden Person „festklammern“. Zudem sollte der Steg oder das Tuch immer von Kniekehle bis zu Kniekehle reichen.

Eure Tamara (Babytalk – Autorin)

 


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