Aufs Geschwisterkind vorbereiten

5. October 2017 -



Immer wieder hört oder liest man, von den Veränderungen in den vorher harmonischen Familien, wenn ein zweites Kind kommt, weil das Erstgeborene anfängt zu „rebellieren“. Da stellen sich viele die Frage:

„Kann man das erste Kind auf sein Geschwisterkind vorbereiten?”

Meine Antwort: Erstens, ja, man kann das Erstgeborene auf weiteren Nachwuchs vorbereiten.

Zweitens: Ob sich dadurch aber das „Leiden“, wenn es denn dann dazu kommen sollte, schmälert, ist ungewiss. Das soll nicht heißen, dass man nichts probieren soll, sondern entspannt zu bleiben.

Zudem sollte man sich nicht von Erfahrungen anderer zu sehr irritieren lassen. Es gibt unzählige Faktoren, die darauf Einfluss haben und die man nicht alle wahrnehmen noch beeinflussen kann.

Die schönen Erfahrungen, wenn Kinder ein Geschwisterkind bekommen, hört man leider seltener. Was nicht daran liegt, dass es sie so selten gibt. Wir lassen uns nur „gewohnheitsmäßig“ mehr von negativen Nachrichten und Geschichten „faszinieren“ und behalten diese somit länger im Gedächtnis.

Soll man dem Erstgeborene Kind von Anfang an vom Nachwuchs erzählen?

Ja, meiner Meinung nach unbedingt. Denn erstens spürt das Kind die Freude bzw. Veränderung seiner Eltern sowieso, kann sie dann aber nicht einordnen, was es verunsichern kann.

Und zweitens: Falls es zu Komplikationen bzw. sogar einer Fehlgeburt kommen sollte, kann es dann den Schmerz seiner Eltern ansonsten nicht verstehen und wird deren Kummer auf sich beziehen.

Wann der richtige Zeitpunkt ist, es ihrem Kind mitzuteilen, müssen sie für sich selbst entscheiden. Die Anregungen, die sie hier lesen, werden selbst, wenn sie sie nur lesen, unbewusst von ihrem Gehirn verarbeitet und in ihrem Gefühl, wenn es zu ihren Überzeugungen passt, Ausdruck finden.

Ein paar Ideen, wie man seine Kinder auf den Nachwuchs vorbereiten kann

Wie gesagt, ist es gut die Erstgeborenen direkt von Beginn an Teil haben lassen und auch seine Emotionen zu zeigen.

Wie viel man ihnen erzählt, hängt meines Erachtens vor allem vom Alter des Kindes ab, doch mitteilen, sollte man es ihnen auf jeden Fall und seine Freude unbedingt auch.

Zudem ist es hilfreich, bei allen Unternehmungen, die mit der Geburt des Geschwisterkindes zu tun haben, zu erzählen, wie es bei dem Erstgeborenen war. Vor allem, wenn diese Freude und Liebe beinhalten.

Vielleicht schaffen passen sich auch ihr bestehendes Einschlafritual an, in dem sie das ungeborene Baby in die gute Nachtgeschichte miteinbeziehen. Und ihr Kind dabei immer wieder einladen zu hören, was sein „Geschwisterchen“ dazu antwortet.

Und wenn sie es lieben, lassen sie es ihren Bauch streicheln und wahrnehmen, wie gut es ihnen tut.

Alle Kinder lieben es ihre Eltern glücklich zu sehen!

Mädchen mit Kuschelbär bei der schwangeren Mutter

Wenn die aktuellen Ultraschallbilder gezeigt werden, kann man dies nutzen, um auch die Bilder von dem Erstgeborenen mit Rundgehen zu lassen. Dabei sollte auch die damalige Freude gezeigt und frühere Gedanken geäußert werden.

Und nehmen sie ihr Kind mit zum Einkaufen der Erstausstattung und laden sie es ein seine Meinung zu äußern, und wenn „möglich“ nehmen sie zumindest eines seiner Vorschläge mit. Das freut Kinder und sie fühlen sich wertgeschätzt.

Nichts vom Erstgeborenen einfordern

Es ist nicht hilfreich und geht häufig sogar „nach hinten los“, wenn wir Freude oder bestimmte Taten von unseren Kindern während der Schwangerschaft, Geburt sowie später erwarten. Erfüllte Erwartungen machen nie glücklich, sie entsprechen eher einem okay. Geschenke, die wir ohne Erwartung erhalten, haben das Potential uns glücklich zu machen.

Nehmen sie es stattdessen so gelassen wie möglich hin, wenn ihr Kind sich aus allem raushalten möchte, was mit ihrer Schwangerschaft zu tun hat. Manchmal haben sie einfach Angst, was da Unvorstellbares auf sie zukommt.

Der Gedanke, es muss jetzt da durch, da es ansonsten umso schwerer wird, wenn das Baby dann da ist, ist auf jeden nicht hilfreich.

Wir werden von klein auf darin geimpft, „Negatives/Verletzungen“ etc. vorwegzunehmen, umso den späteren Schmerzen zu mildern. Doch hat es je geholfen? Nein, es tut trotzdem immer wieder und sehr weh.

Für Fragen stehe ich Euch gerne zur Verfügung, schreibt einfach in einen Kommentar.

Euer Deva (Babytalk – Redaktion)

Beitragsfoto: Billion Photos / shutterstock
Foto 2: Oksana Kuzmina / shutterstock

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